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DVB sehen sich für den Winter gerüstet – Dank 500 Tonnen Streusalz und zwei Filzrollen

Winterdienst in Dresden DVB sehen sich für den Winter gerüstet – Dank 500 Tonnen Streusalz und zwei Filzrollen

500 Tonnen Streusalz, sechs Räumfahrzeuge und viel Muskelschmalz – in Sachen Winterdienst gilt auch bei den Dresdner Verkehrsbetrieben: Klotzen, nicht kleckern. Eine wichtige Rolle spielt allerdings ein relativ kleiner Bauteil.

Gleisbauer Michael Ohrenberg ist einer der Männer, die für die Verkehrsbetriebe Gleise und Weichen vom Schnee befreien. Hinter ihm steht die Tatra-Schmierbahn.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Es kommt oft auf die kleinen Dinge an: Eine Filzrolle spielt beim Winterdienst der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) eine wichtige Rolle. Genauer gesagt sind es zwei Filzrollen, die an zusätzliche Stromabnehmer von zwei Tatra-Triebwagen montiert sind. Sie sorgen dafür, dass bei der Durchfahrt der Tatras ein schmaler Glycerin-Film auf der Oberleitung zurückbleibt. „Er verhindert, dass die Fahrleitungen vereisen“, erläutert Roland Ende, der als Gleisbauchef auch für den Winterdienst zuständig ist. Seit die Schmierbahnen im Streckennetz der Verkehrsbetriebe unterwegs sind, habe man mit den Oberleitungen im Winter kaum mehr Probleme gehabt, sagt er. Ende sieht die DVB gerüstet, wenn am Wochenende wirklich die von den Wetterfröschen angekündigten ersten Schneeflocken im Elbtal fallen sollten.

Das hat nicht nur mit den Schmiertatras zu tun, die von Oktober bis März immer dann unterwegs sind, wenn Minusgrade gemessen werden oder angekündigt sind. Auch sonst halten die Verkehrsbetriebe allerhand Technik bereit. So stehen sechs Streufahrzeuge mit Schiebeschild bereit, um Schnee von den Gleisen zu schieben. Drei der Räumautos können zudem mit Kehrwalzen ausgerüstet werden. Sie sind vor allem dort unterwegs, wo Busse und Bahnen über ein eigenes Gleisbett fahren. Hinzu kommen große zentrale Haltestellen wie der Pirnaische Platz und Buswendeschleifen.

Überall sonst ist die Stadt für den Winterdienst verantwortlich, wobei laut Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz die Busstrecken Priorität haben. In seltenen Fällen helfen die DVB auch mal aus, etwa wenn ein Bus auf Nebenstrecken nicht durchzukommen droht und die städtischen Winterdienstler alle Hände voll zu tun haben, wie Ende sagt.

An den baulich für sich stehenden Haltestellen sorgen fünf Fremdfirmen für Schneefreiheit. Haltestellen, die direkt auf einem Fußweg liegen, müssen von den Grundstückseigentümern gereinigt werden. „Das klappt leider nicht überall“, sagt Winterdienstchef Ende. Für die auf Kundenfreundlichkeit bedachten DVB ein Dauerärgernis.

Probleme gibt es sonst nur mit den Weichen. Zwar verfügen die meisten der rund 600 Weichen im Gleisnetz über eine elektrische Heizung. Die hat allerdings keine Chance, wenn überfahrende Autos ständig neues Schneemehl in die Weichen drücken. „Dann kommt es zu Ausfällen“, sagt Ende, der auch einige besonders gefährdete Stellen kennt. So ist eine Weiche auf der Leipziger Straße auf Höhe vom Ballhaus Watzke anfällig, eine andere liegt in Laubegast vor dem Festspielhaus. Sind sie vereist, ist echte Handarbeit gefragt.

Auf die kommt es auch an, wenn es Frau Holle mal wieder sehr gut mit Dresden meint. Bei stark winterlichen Bedingungen tritt die höchste der drei DVB-internen Winterdienst-Warnstufen ein, werden Mitarbeiter aus Werkstätten und Verwaltung in 22er-Trupps und in drei Schichten zum Schneefegen auf Weichen und Haltestellen eingesetzt. Das Alarmierungssystem ist eine Folge aus dem harten Jahreswechsel 2010/11, als die auch für diesen Winter angeschafften 500 Tonnen Streusalz gerade so gereicht haben und auch der Vorstand zum Schneebesen greifen musste. Seither hat es keine so strengen Winter mehr gegeben. Im letzten gab es lediglich im Januar viel zu tun, erinnert sich Ende. Etwa 100 Einsätze habe es nur in diesem Monat gegeben.

Wie dieser Winter wird, weiß auch Ende nicht zu sagen. Für das Wochenende hat er jedoch vorsorglich mehr Mitarbeiter als sonst in Bereitschaft versetzt. Falls der Schnee fällt.

Von Uwe Hofmann

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