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Lokales DVB schaffen sich neue Fahrkartenautomaten an
Dresden Lokales DVB schaffen sich neue Fahrkartenautomaten an
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07:52 11.04.2018
 Die Automaten sollen ab Herbst auch Englisch können, ab 2018 Tickets ebenso auf Russisch, Tschechisch und Deutsch verkaufen können.  Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 „Liebgewonnene Blechtrottel“ nennt man bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) laut Vorstand Andreas Hemmersbach die knapp 150 Fahrkartenautomaten, die in Dresden und entlang der Linie 4 in Radebeul, Coswig und Weinböhla ihren Dienst tun. Nach mehr als 20 Jahren im Einsatz seien die Geräte überholt, gebe es kaum noch Ersatzteile und Möglichkeiten, die Software zu aktualisieren, sagt Hemmersbach. Höchste Zeit für eine Ablösung. Oder eigentlich allerhöchste: Neue Automaten sollten bereits 2016 aufgestellt werden. „Es hat eine Weile gedauert, nicht nur die Tarifdatenbank sondern auch sämtliche Haltestellen zu hinterlegen“, sagt Hemmersbach dazu.

Seit Freitag steht das erste Exemplar der neuen, rund 4,9 Millionen Euro teuren Automatengeneration im Verkehrsmuseum und kann dort bis Sonntag ausprobiert werden. Ab 23. Mai werden dann acht Automaten an Stellen mit hohem Fahrgastaufkommen aufgestellt und in den ersten Tagen den Nutzern durch „Automaten-Guides“ näher gebracht. Nach Abschluss dieser Pilotphase werden ab Ende August die übrigen rund 140 Automaten ausgetauscht, kündigt DVB-Marketingleiter Martin Gawalek an. Dabei gibt es auch einige Veränderungen bei Standorten.

Neues Automatennetz der DVB

Standorte der
 ersten acht neuen Automaten (Pilotbetrieb bis Ende August): Trachenberger Platz, Straßburger Platz, Albertplatz, Bischofsweg, Prager Straße, Pirnaischer Platz, Bunsenstraße, Stauffenbergallee

Gestrichene Automatenstandorte: Schillingstraße, Straßburger Platz/Lennéstraße, Washingtonstraße, Altleubnitz, Burgenlandstraße, Erich-Kästner-Straße, Corinthstraße

Neue Automatenstandorte: Cämmerswalder Straße, Alaunplatz, Dorothea-Erxleben-Straße, Gabelsbergerstraße, Hugo-Bürkner-Straße, Karcherallee, Alexander-Puschkin-Platz

Gawalek zeigt sich ganz zufrieden mit den neuen Geräten. Oberflächlich betrachtet ist der größte Unterschied, dass das Tastfeld einem Touchscreen gewichen ist. Dessen Startbildschirm bietet eine Auswahl an Tickets an, die derzeit 90 Prozent aller Umsätze an Automaten abdecken. „Die meisten Kunden bekommen also durch einen Druck das, was sie wünschen“, sagt Gawalek. Bezahlt werden kann bar und mit allen gängigen Kredit- und Girokarten. Dass der Automat dabei auch Wechselgeld mit Fünf- und Zehn-Euro-Scheinen ausgibt, habe bei einem letzten Härtetest durch 60 ausgewählte DVB-Kunden besonders großen Anklang gefunden, sagt Gawalek.

Die größten Unterschiede zur Vorgängergeneration zeigen die Neuen erst auf dem zweiten oder dritten Blick. Das gilt zum einen für die Ticketbestellung. So gibt es erstmals eine Start- und Zielfunktion, die denjenigen die Auswahl erleichtert, die sich im Tarifzonensystem des Verkehrsverbundes Oberelbe nicht so auskennen. Zudem können touristische Angebote wie das Sachsenticket oder das Dresden-Ticket geordert werden, für die man bisher ins DVB-Kundenzentrum gehen musste. Zum anderen sind künftig alle der Automaten mit der DVB-Zentrale vernetzt und zeigen dort Bargeldbestand, Probleme und auch Vandalismusschäden an. „Wir können künftig darauf viel schneller reagieren“, sagt Hemmersbach. Die neuen Automaten seien auch viel sicherer als die alten, fügt er an.

Derzeit machen die DVB 30 Prozent aller Umsätze mit Automaten, mit sinkender Tendenz. Hemmersbach hält die Geräte dennoch für unverzichtbar, weshalb die neuen auch für zukünftige Entwicklungen offen sind. So ist ein Barcode-Scanner eingebaut, auf dem sich Gutscheine oder auch Rechnungen einlesen lassen. Gastronomen oder Einzelhändler könnten dann ab einem bestimmten Umsatz einen DVB-Bon anbieten, Schwarzfahrer ihre Rechnungen am Automaten begleichen. Ebenfalls mitgedacht hat man bei der Bildschirmansicht für Menschen mit Sehschwäche, die durch einen Knopfdruck einzustellen ist. Sie arbeiten mit großer Schrift und starken Kontrasten. Ein Sprachmenü für Blinde gibt es dagegen nicht. Die nutzen zumeist elektronische Tickets, die über das Smartphone gekauft werden können, begründet Vorstand Hemmersbach.

Von Uwe Hofmann

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