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DVB: kostenloser Nahverkehr der falsche Weg

„Extreme Mittel nötig“ DVB: kostenloser Nahverkehr der falsche Weg

DVB-Vorstand Lars Seiffert hat sich klar gegen einen kostenlosen Nahverkehr in Dresden ausgesprochen. Er sagte am Mittwochmittag, man könne sich solch ein Szenario in der momentanen Situation nicht vorstellen. Am Ende würde es doch wieder beim Steuerzahler hängen bleiben.

DVB-Vorstand Lars Seiffert.
 

Quelle: Carola Fritzsche (Archiv)

Dresden.  DVB-Vorstand Lars Seiffert hat sich klar gegen einen kostenlosen Nahverkehr in Dresden ausgesprochen. Er sagte am Mittwochmittag, man könne sich solch ein Szenario in der momentanen Situation nicht vorstellen. So würde ein kostenloser ÖPNV vermutlich dazu führen, „dass die ohnehin schon vollen Busse und Bahnen dann noch voller werden.“ Aktuell transportieren die DVB rund 160 Millionen Menschen im Jahr. Das Schienennetz sowie die Anzahl der verfügbaren Fahrzeugen seien aktuell auf maximal rund 170 Millionen Fahrgäste ausgelegt.

„Es wären extreme Mittel für die Erweiterung von Anlagen, Fahrzeugpool und Gleisen notwendig. Eine Millionensumme, die man aktuell noch gar nicht abschätzen könnte“, so der DVB-Vorstand. Die DVB haben reine Betriebskosten für den Öffentlichen Personennahverkehr von rund 160 Millionen Euro. Drei Viertel der Kosten erwirtschaften die DVB laut Seiffert mit dem Verkauf von Tickets, etwa 40 Millionen fließen als Quersubventionierung über den städtischen Konzern Technische Werke Dresden (TWD). „Uns würden also 120 Millionen Euro fehlen, wenn der ÖPNV kostenlos wäre.“

Damit ist es laut Seiffert aber nicht getan, weil sich die Fahrgastzahlen deutlich erhöhen würden. Die DVB müssten die Taktzeiten verringern und deshalb mehr Personal einstellen und mehr Fahrzeuge anschaffen. Die Anlagen würden durch die höhere Belastung schneller verschleißen, auf besonders nachgefragten Strecken müsse das Angebot erweitert werden. „Das wäre für Stadt und Land ein Fass ohne Boden“, so Seiffert. Außerdem würde durch einen kostenlosen ÖPNV die Qualität sinken, ist sich der DVB-Vorstand sicher.

DVB-Sprecher Falk Lösch fügte an, wenn der Bund die ÖPNV-Angebote kostenlos machen wolle, müsse er die Finanzierung regeln. „Am Ende bezahlt es der Steuerzahler.“ Den Menschen werde ein Geschenk suggeriert, aber die Bürger müssten zur Kasse gebeten werden. Stattdessen wollen die DVB weiter auf Attraktivität und Qualität setzen.

Prinzipiell sei es aber vernünftig, den ÖPNV zu stärken, so Seiffert. Doch ein kostenloser ÖPNV sei der nicht der richtige Weg.

Von Thomas Baumann-Hartwig und Sebastian Burkhardt

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