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Lokales DVB erhoffen sich hohe Zuwachsraten beim Handy-Ticket
Dresden Lokales DVB erhoffen sich hohe Zuwachsraten beim Handy-Ticket
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07:31 06.04.2018
Ab Juni sollen DVB-Kunden über die Smartphone-App „DVB mobil“ Tickets kaufen können. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Rund eine Million Euro Umsatz im Jahr machen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) derzeit durch Ticketverkäufe via Handy. „Das hört sich zwar viel an, macht aber gemessen am Gesamtumsatz nur 0,8 Prozent aus“, sagt Martin Gawalek. Nach Willen des DVB-Marketingleiters soll sich das deutlich ändern. „Wir wollen, dass dieser Anteil in zwei bis drei Jahren bei zehn Prozent liegt“, sagt er. „Ein ehrgeiziges Ziel.“

Für das die DVB derzeit viel tun. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und Experten des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) tüftelt DVB-Leute in einer Arbeitsgruppe am Ticketverkauf der Zukunft. Von ihrem Tun werden im Juni die inzwischen mehr als 100 000 Nutzer der Smartphone-App „DVB mobil“ etwas bemerken. Dann sollen erstmals in der App Ticketkäufe möglich sein. Bisher werden Nutzer von der App zum Angebot von Handy-Ticket Deutschland geführt. Das funktioniert, ist aber für die rund 23 000 aktiven der etwa 46 000 registrierten Nutzer in Dresden etwas umständlich. Und genau da setzen die DVB mit ihren Überlegungen an: „Wir wollen sie nicht immer weiter ausweiten. Wir wollen, dass sie so bequem für die Nutzer wird wie möglich“, beschreibt das Marketingleiter Gawalek.

Ticketkauf über Paypal

Geplant ist die Neuerung in zwei Schritten. Zuerst soll nach dem bewährten Prinzip der Verkauf in der DVB-App möglich sein. Im nächsten Schritt sollen dann sogenannte unregistrierte Verkäufe möglich werden, also solche über Kreditkarten und Zahlungsanbieter wie Paypal und „Amazon Pay“. Wer auf diese Weise sein Ticket zahlt, hinterlegt einmal die Daten eines ohnehin bestehenden Kontos bei einem Zahlungsanbieter. Jede weitere Zahlung ist dann ohne viel Aufwand durch ein paar Tastendrücke möglich, auch wenn man kein registrierter Handy-Ticket-Deutschland-Kunde ist.

Für Gawalek ist das Thema elektronisches Bezahlen damit noch lange nicht zu Ende gedacht. Zum einen gibt es auch Überlegungen zu anderen Systemen, bei denen etwa ein Konto hinterlegt ist und dann nach jeder Mitfahrt in Bus und Bahn, die etwa durch einen Chip registriert wurde, direkt abgebucht wird. „Wir denken auch über das berührungsfreie Bezahlen nach, etwa an unseren Fahrkartenautomaten oder den mobilen Automaten in der Straßenbahn“, sagt Gawalek. Spruchreif ist das aber noch nicht.

Das gilt auch für ein weiteres Projekt: Gemeinsam mit der Dresdner Uniklinik arbeiten die DVB daran, die Semestertickets aufs Smartphone zu bekommen. Noch ist nicht klar, ob der geplante Pilotversuch zum Wintersemester 2018/19 starten kann.

Aufwand hat für DVB Nutzen

Das Thema ist noch Zukunftsmusik, weil zunächst eine Umstellung auf eine Chipkarte angedacht ist, als die der Studentenausweis an Technischer Universität und Hochschule für Technik und Wirtschaft künftig ausgegeben werden soll. Dennoch lohne der Versuch, meint Gawalek. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir unsere größte Kundengruppe, die Abonnenten und Zeitkartennutzer, auf das Smartphone kriegen“, sagt er. Dazu gebe es immer wieder mal Anfragen, so einfach sei das nicht zu bewerkstelligen. „Da geht es um die Sicherheit und zum Beispiel darum, wie eine Monatskarte auf dem Smartphone weiter übertragbar sein kann“, sag Gawalek. Durch die neue Verkaufsform solle es keine Abstriche bei der Nutzung von Zeitkarten geben.

Stellt sich die Frage, warum die DVB diesen hohen Aufwand betreiben. „Wir müssen mit der Zeit gehen, weil unsere Kunden das auch tun und von uns verlangen“, sagt Marketingleiter Gawalek. Außerdem könnten die Verkehrsbetriebe von einem einmal in Größenordnungen laufenden Bezahlsystem via Handy profitieren, weil es kaum Kosten erzeugt, sobald es einmal etabliert ist. Einen Teil der Vertriebsersparnisse könnte man dann durch besondere Angebote oder Rabatte auf elektronische Tickets an die Kunden weiter geben, sagt der Marketingfachmann dazu. In Stuttgart werde das derzeit schon ganz erfolgreich praktiziert.

Zwei-Minuten-Regel mit Kulanz

Dass die neue Technik nicht ganz ohne Kinderkrankheiten ist, zeigen Beispiele aus Berlin, wo über eine harte Auslegung der sogenannten Zwei-Minuten-Regel geklagt wird. Sie besagt, dass ein Handy-Ticket zwei Minuten vor Fahrtantritt gekauft sein muss, was ein entsprechender Countdown auf dem Display anzeigt. Das soll verhindern, dass Schwarzfahrer ihre Handys zücken und eilig ein Ticket kaufen, sobald sie einen Kontrolleur entdecken. „In Dresden gibt es diese Regel auch, unsere Kontrolleure können aber bei Ausnahmefällen nach eigenem Ermessen Kulanz zeigen“, sagt Gawalek dazu. Gemeint ist etwa eine fehlende Netzverbindung. „Das funktioniert, Beschwerden gibt es kaum“, sagt er.

Von Uwe Hofmann

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