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Lokales DVB-Streckennetz ist für neue, breitere Stadtbahnwagen noch nicht bereit
Dresden Lokales DVB-Streckennetz ist für neue, breitere Stadtbahnwagen noch nicht bereit
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13:27 06.03.2018
Es wird noch lange dauern, bis die Königsbrücker Straße saniert ist. Erst im Anschluss können dort die neuen Stadtbahnwagen fahren.   Quelle: Anja Schneider

„In den nächsten fünf, zehn Jahren wird sich im Dresdner Liniennetz viel tun“, sagt Andreas Hemmersbach, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Anstoß dafür liefern die neuen Wohngebiete, die zum Beispiel am Jägerpark, am Güntzplatz und in Kaditz entstehen sowie die neuen Schulcampusse in Tolkewitz und in Pieschen, die das Fahrgastaufkommen ansteigen lassen. Ebenso ein wichtiger Faktor: Die 30 neuen Stadtbahnwagen, von denen die ersten ab 2020/2021 erwartet werden. Sie sind mit 2,65 Metern breiter als die bisher in Dresden fahrenden Straßenbahnen. Überall dort, wo die Gleise zu eng liegen, können sie deshalb nicht fahren.

Zwar sagt DVB-Vorstand Hemmersbach: „Mit 105 von 134 Kilometern sind nahezu 80 Prozent des Streckennetzes bereit.“ Die fehlenden 20 Prozent haben es aber in sich: Ein großer Teil des Netzes, das mit weniger als drei Metern Gleisabstand zu eng ist, wird von Linien befahren, die wegen ihres hohen Fahrgastaufkommens eigentlich für die neuen Stadtbahnwagen mit ihrem um 14 Prozent erhöhtem Fassungsvermögen prädestiniert sind. Bei der Linie 7 (52 000 Fahrgäste pro Werktag) sind Abschnitte auf der Königsbrücker Straße und Landstraße, der Kesselsdorfer und der Freiberger Straße noch nicht ausgebaut, bei der Linie 11 (38 100) auf der Bautzner Straße und bei der Linie 3 (37 400) auf der Großenhainer Straße.

Etwa 80 Prozent des Dresdner Streckennetzes sind für die breiteren Stadtbahnwagen bereit. Problematisch: Vor allem auf der Strecke der Linie 7, die das mit Abstand höchste Fahrgastaufkommen verzeichnet, ist noch viel zu tun. Quelle: DVB/Grafik: A. Eylert

Deswegen geht man bei den DVB inzwischen davon aus, dass die ersten Stadtbahnwagen auf der Linie 2, die bereit ist, und auf der Linie 3 zum Einsatz kommen. „Dort lässt sich in Fortführung der vorhandenen Abschnitte relativ einfach auf der Großenhainer Straße weiterbauen“, begründet Hemmersbach.

Das kann man vom Streckenverlauf der Linie 7 nicht sagen. Dort gibt es Probleme bei der Planfeststellung für die Königsbrücker Straße, weil inzwischen selbst für die während der Bauzeit benötigten Umleitungsstrecken nachgewiesen werden muss, dass Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden, wie Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) sagt. „Wir sind deswegen inzwischen davon abgegangen, unter Vollsperrung zu bauen“, fügt er an. Immer kompliziertere Richtlinien verlängern sowohl die Dauer von Genehmigungs- und Planungsverfahren als auch die Bauzeit, klagen Stadt und Verkehrsbetriebe unisono. Ein Problem, das auf Bundes- und EU-Ebene angegangen werden müsse.

„Es ist aber nicht nur das“, schränkt Schmidt-Lamontain ein. „Manchmal stehen wir uns auch selber auf den Füßen.“ Etwa an der Bautzner Straße, wo in einem kleinen Abschnitt zwischen Hoyerswerdaer Straße und Glacisstraße „wegen einem Streifen von 60 Zentimeter“, auf dem in einen denkmalgeschützten Park mit Eiben eingegriffen werden müsste, wie der Baubürgermeister sagt. Weil die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde fehlte, muss der langwierige Weg des Planfeststellungsverfahrens beschritten werden – Stadt und DVB hoffen noch, dass im Herbst gebaut werden kann.

Dann würde eine Fehlstelle auf der Bautzner Straße verschwinden, doch auch der Rest bereitet Sorten. „Dort wird das Bauen sehr schwierig“, meint DVB-Vorstand Hemmersbach. Neue Stadtbahnwagen auf der Linie 11 tauchen deswegen in den Überlegungen vorerst nicht auf. Seit 1957 die Wilsdruffer Straße Gleise mit weiterem Abstand erhalten hat, wird in Dresden für breitere Straßenbahnen Platz gemacht. „Oft muss man Planungen und Förderkulissen für den Nahverkehr, den kommunalen Straßenbau und die Sanierung von Fernwärme, Trink- und Abwasserleitungen zusammenlegen – das ist nicht so einfach“, begründet Baubürgermeister Schmidt-Lamontain, warum das so lange dauert.

„Es sind ja zunächst nur 30 neue Wagen und die übrigen 166 fahren ja auch noch“, sagt Hemmersbach. Wo die neuen eingesetzt werden, müsse gut überlegt werden. So ist zum Beispiel ein Verstärkerverkehr mit Tram-Jumobos auf einzelnen Streckenabschnitten denkbar. Außerdem sagt Hemmersbach: „Das Lininennetz ist nicht in Stein gemeißelt.“ So sei die Linie 4 zum Beispiel zwischen Leipziger Straße und Wehlener Straße viel befahren – was die neuen Schulbauten entlang der Strecke sicher nicht ändern werden. In Richtung Weinböhla sei das Fahrgastaufkommen jedoch geringer. Deshalb wird auch darüber nachgedacht, diese und andere Linien neu zuzuschneiden – wobei auch Streckenverläufe herauskommen könnten, die für die neuen Stadtbahnwagen geeignet sind. Als letztes Mittel bleibt noch, Begegnungsverbote auf noch nicht angepassten Strecken zu verhängen, wenn dort breite Bahnen unterwegs sind. Dann dürfte ein bestimmter Abschnitt nur dann befahren werden, wenn dort nichts in der Gegenrichtung unterwegs ist. „Wenn es geht, wollen wir das vermeiden“, sagt Hemmersbach,

Von Uwe Hofmann

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