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DNN-Barometer: Pegida-Unterstützung in Dresden sinkt

DNN-Barometer: Pegida-Unterstützung in Dresden sinkt

Die Zustimmung zu den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) sinkt. Daran haben auch der Auftritt des Niederländers Geert Wilders am 13. April und das Engagement von Tatjana Festerling als OB-Kandidatin der Bewegung nichts geändert.

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In den vergangenen zwei Monaten hat Pegida in Dresden nicht punkten können, zeigt die Säulengrafik, deren Basis die Umfrage von Mitte April ist.

Quelle: Grafik: Eylert

Das belegen die aktuellen Zahlen des DNN-Barometers, die zwischen dem 13. und dem 24. April erhoben wurden. Demnach ist die Zahl der Menschen gestiegen, die die Pegida-Ziele nicht teilen. Zugleich ging die Zahl der Befragten zurück, die den Pegida-Vorstellungen wenigstens zum Teil folgen können. Gesunken ist auch die Zahl derjenigen, die bei der Befragung angegeben haben, die Pegida-Ideen komplett zu unterstützen. Gaben im Februar noch rund 55 Prozent der Umfrageteilnehmer an, die Pegida-Ziele wenigstens teilweise zu unterstützen, waren es bei der April-Befragung nur noch 46 Prozent. Das entspricht einem Zustimmungs-Verlust von deutlich über zehn Prozent. Anders ausgedrückt: Die Pegida-Unterstützung in Dresden sinkt - trotz öffentlicher Auftritte von OB-Kandidatin Festerling.

Allerdings glaubt nur ein knappes Drittel der Befragten, dass die "Patriotischen Europäer" in einem halben Jahr kein Thema mehr sind. Weitere 29 Prozent mochten sich bei dieser Frage nicht festlegen. 40 Prozent sind allerdings überzeugt, dass die Bewegung von Lutz Bachmann, Tatjana Festerling und ihren Mitstreitern auch in sechs Monaten wenigstens in Dresden noch für Gesprächsstoff sorgt.

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten ist überzeugt, dass Pegida bei Ausländern und Migranten Ängste und Sorgen auslöst. 57 Prozent meinen, die Bewegung führe dazu, dass sich diese Menschen in Dresden nicht mehr wohl fühlen. Nur 18 Prozent mochten diese Ansicht nicht teilen, etwa ein Viertel der Befragten war sich nicht sicher.

Dass die Landeshauptstadt deshalb aber weniger gern als Sitz neuer Firmen ausgewählt wird, glaubt die Mehrheit der Befragten nicht. Nur knapp ein Fünftel ist dieser Meinung. Fast 50 Prozent vermuten dagegen, dass die "Patriotischen Europäer" nur wenige oder gar keine Unternehmen abschrecken.

Ähnlich ist das bei der Frage nach Dresdens Anziehungskraft auf internationale Wissenschaftler. Fast die Hälfte der Befragten erwartet keine negativen Auswirkungen, 23 Prozent sind unschlüssig. Ein Drittel meint dagegen, Pegida könne internationale Fachleute abschrecken. Noch knapp zehn Prozent mehr glauben, dass die Bewegung abschreckend auf Touristen wirkt. Auf der anderen Seite sind allerdings mit 40 Prozent noch etwas mehr Befragte davon überzeugt, dass sich die Auftritte der "Patriotischen Europäer" gar nicht oder nur wenig auf die Zahl der Dresden-Besucher auswirken.

Durchweg positiv bewerten die Befragten die Wirkung von Pegida auf das Verhältnis zwischen der Bevölkerung und der Politik. 54 Prozent sind ganz oder wenigstens teilweise davon überzeugt, dass die Bewegung zu mehr Selbstbewusstsein der Wähler und Nichtwähler beigetragen hat. Knapp 40 Prozent glauben, Pegida habe Politiker dazu bewegt, "endlich wieder mit dem Volk zu sprechen" und ein Drittel ist mehr oder weniger überzeugt davon, dass jetzt dank Pegida über Themen gesprochen wird, "die die Menschen hier wirklich interessieren."

Dem stehen 36 Prozent der Befragten gegenüber, die nicht oder nur zum Teil glauben, dass die Pegida-Themen wirklich den Nerv der Bevölkerung treffen. Ein Fünftel meint, die Bewegung habe nicht dazu geführt, dass "sich das Volk der eigenen Stärke bewusst geworden" ist. Und ein Viertel der Umfrageteilnehmer glaubt auch nicht, dass Pegida Politiker zu mehr Gesprächsbereitschaft bewegt hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.05.2015

Christoph Springer

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