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DNN-Barometer: Ein Drittel der Dresdner lehnt weitere Ausländer ab

DNN-Barometer: Ein Drittel der Dresdner lehnt weitere Ausländer ab

Gastfreundlich und weltoffen will sich Dresden präsentieren. Aber haben das die Einwohner der Stadt auch verinnerlicht? Das aktuelle DNN-Barometer, für das das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden 504 Dresdner befragt hat, widmet sich dem Thema.

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Quelle: Grafik Eylert

Die Werte suggerieren, dass Dresden allenfalls auf dem Weg zu einer weltoffenen Stadt ist. Aber dieser Weg ist noch weit.

Immerhin: 56 Prozent der Befragten würden lieber in einer Gesellschaft leben, in der Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen wohnen. Das war nicht immer so: Im Juli 2010 waren es nur 35 Prozent, im Dezember 2009 42 Prozent. In einer Gesellschaft, in der Menschen der gleichen kulturellen Herkunft leben, die sich sehr ähnlich sind, würden sich 44 Prozent der Befragten wohlfühlen. Der Wert ist gesunken, im Juli 2010 waren es noch 65 Prozent, im Dezember 2009 immerhin 58 Prozent.

Aber: Nur noch 39 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „Die Anwesenheit von Ausländern in Dresden ist eine kulturelle Bereicherung“ voll und ganz zu. Im Februar 2009 lag der Wert noch bei 48 Prozent. Elf Prozent der Dresdner meinen, dass es zu viele Ausländer in ihrer Heimatstadt gibt – sie stimmen dieser These voll und ganz zu. Noch einmal zehn Prozent stimmen eher zu. 2009 lagen die Werte nur bei vier und elf Prozent.

Der Ausländeranteil an der Dresdner Bevölkerung wird von den Befragten maßlos überschätzt. Der Mittelwert aller Antworten lag bei 12,46 Prozent. Tatsächlich beträgt der Ausländeranteil 4,1 Prozent, hinzu kommen noch einmal 3,2 Prozent Einwohner mit Migrationshintergrund. Nur 27 Prozent der Befragten gab die richtige oder eine annähernd richtige Antwort.

44 Prozent der Dresdner haben wöchentlich Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern, 25 Prozent sehen höchstens im Urlaub Bewohner eines anderen Landes. Die Personengruppe der 18- bis 24-Jährigen kommt besonders häufig mit Ausländern in Kontakt, 71 Prozent treffen sich mindestens einmal in der Woche mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen. Bei den über 60-Jährigen liegt der Wert gerade mal bei elf Prozent, diese Altersgruppe trifft Menschen aus anderen Ländern fast nur im Urlaub (63 Prozent).

Von der ab 1. Januar 2014 geltenden Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union, mit der auch Bulgaren und Rumänen ohne Antrag auf Arbeitserlaubnis nach Deutschland kommen dürfen, halten die Dresdner wenig. Es wird mehr Kriminalität geben, befürchten 56 Prozent der Befragten (stimme sehr zu, stimme eher zu); die Arbeitnehmer aus Osteuropa werden die Löhne nach unten drücken, glauben 53 Prozent. Der Aussage, dass Dresden nicht noch mehr Ausländer gebrauchen kann, pflichten 34 Prozent der Befragten bei. Nur 35 Prozent indes sind davon überzeugt, dass die Ängste, die vor Zuwanderung geschürt werden, gegenstandslos sind. Sage und schreibe 59 Prozent glauben das nicht.

Besonders junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren sehen die Zuwanderung aus Osteuropa negativ. 61 Prozent dieser Altersgruppe bezweifeln, dass die Zuwanderung mehr Vor- als Nachteile hat, der Mittelwert aller Altersgruppen liegt bei 47 Prozent. 77 Prozent der befragten jungen Menschen befürchten, dass vor allem ärmere Menschen kommen, 63 Prozent glauben nicht, dass die geschürten Ängste gegenstandslos sind. Dafür lehnen immerhin 79 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die Aussage ab, dass Dresden nicht noch mehr Ausländer gebrauchen kann.

Zuletzt noch ein Statement zum Thema Gastfreundschaft: 35 Prozent der Befragten freuen sich darüber, dass verstärkt Touristen aus dem Ostblock zum Einkaufen nach Dresden kommen. 59 Prozent ist das egal, sechs Prozent ärgern sich darüber.

DNN/tbh

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