Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
DNN-Adventskalender: Wir werfen einen Blick in die Futterküche des Dresdner Zoos

DNN-Adventskalender: Wir werfen einen Blick in die Futterküche des Dresdner Zoos

Jeder, der im Zoo etwas auf sich hält, hat einen - Giraffen, Orang-Utans, Antilopen, Riesenschildkröten. Sie alle verfügen über einen (Spitz-)Namen, heißen Ulembo, Dodi, Yehudi und Hugo.

Von Katrin Richter

Ob sie damit zufrieden sind, steht freilich auf einem anderen Blatt. Zu den Geschöpfen, denen die Pfleger grundsätzlich keinen Namen verpassen, gehören jene Kaninchen, Meerschweine, Ratten, Mäuse, Hühner und Tauben, die in der Futtermeisterei ihre letzten Lebenstage verbringen. Aus gutem Grund: "Wir versuchen natürlich, möglichst keine Freundschaft mit den Futtertieren zu schließen", erklärt Timo Neumann. Für ihn, den Revierleiter der Futtermeisterei, und seine drei Mitarbeiter sind eh alle Geschöpfe im Zoo gleich viel wert - Ratte xy genauso viel wie Elefant Drumbo. "Tier ist Tier", sagt er. Neumann leitet die Futtermeisterei, die sich hinter der Pinguinanlage im Ostteil des Zoos befindet, seit 2006. Der moderne, 1,6 Millionen Euro teure Gebäudekomplex mit den Gehegen der Futtertiere, Kühl-, Gefrier- und Auftauräumen sowie einer zusätzlichen Heuscheune wurde 2008 eröffnet.

Im Kaninchen- und Meerschweinraum beispielsweise ist ein ständiges Kommen und Gehen in den Laufställen. "Einmal im Monat bringt der Kraftfahrer zwischen 80 und 120 Meerschweine von privaten Züchtern", berichtet der Revierleiter. Die werden dann nach und nach verfüttert. Weil das noch nicht ausreicht für sämtliche Raubtiere wie Schneeleoparden, Rothunde und Buntmarder, sorgt man in der Futtermeisterei selbst für Futternachschub. 43 Meerschweinweibchen und vier -männchen sind dafür zuständig, dass immer genügend Nachwuchs zur Verfügung steht. Rosettenmeerschweinchen sind im Übrigen keine darunter. "Die Schlangen mögen das Fell lieber glatt", erklärt Neumann.

Nicht nur Meerschweine, auch Kaninchen stehen auf dem Speiseplan der Raubtiere. "Darunter sind ausgemusterte Rassekaninchen, deren Fellfarbe nicht hundertprozentig den Anforderungen der Züchter entsprochen hat", weiß der Revierleiter. In den beiden Hühnerställen nebenan leben, fein säuberlich getrennt nach großem und kleinem Federvieh, zwischen 300 und 350 weiß, schwarz und braun gefiederte Hühner verschiedenster Rassen. Bevor sie selbst verspeist werden, bekommen sie Weizenkleie, Saftfutter und auch mal Weintrauben, Möhren- und Melonenstückchen. In einem weiteren Gehege sind die Tauben untergebracht, für die sich beispielsweise Kleinkatzen wie die Karakale, aber auch die beiden imposanten Schneeleoparden Serena und Askin interessieren.

In der ersten Etage des Gebäudes finden all jene Tiere Platz, die sich eher nicht zum Streicheln eignen - Mäuse zum Beispiel. In einer Box leben ein Mäusebock, seine vier Weibchen und ihre Jungen. "Morgen haben die Pfleger einen Bedarf von 80 noch nackten jungen Mäusen für die kleineren Schlangen und Echsen im Aquarium angemeldet", nennt Neumann ein Beispiel. Auch Ratten züchtet man in der Futtermeisterei selber. 150 Ratten aller Größen gibt es hier. "Die Raubtierpfleger bedienen sich jeden Tag", erläutert der Revierleiter.

Nun sei die Arbeit nicht unbedingt der Traumjob für Vegetarier, meint Neumann mit einem Augenzwinkern. "Doch solange die Futtertiere bei uns leben, haben sie es gut", ist er überzeugt. Er selbst hat als Kind ein Meerschwein namens Schnuffi besessen. "Als es starb, hat mir das Herz geblutet", weiß er noch. Auch jetzt bringen Kinder gar nicht so selten ihre "ausgedienten" Meerschweinchen, Hamster und Mäuse in den Zoo in der Hoffnung, dass sie dort ein neues Zuhause finden könnten. Revierleiter Neumann verkneift sich dann manchmal, ihnen zu verraten, wo sie dann unweigerlich landen werden - auf dem Mittagstisch der Raubtiere.

Heute öffnen wieder Millionen Kinder und vermutlich fast ebenso viele Erwachsene ein weiteres Türchen ihres Adventskalenders. Und auch die DNN öffnen für Sie, liebe Leser, bis zum 24. Dezember jeden Tag ein ganz besonderes Türchen. Wir blicken hinter Fassaden, in sonst nicht zugängliche Räume und hinter geheime Türen. Diesmal nehmen wir sie mit in die Futterküche des Zoos. Dort verbringen jede Menge Ratten, Meerschweine und Mäuse ihre letzten Tage, bevor sie auf dem Mittagstisch der Raubtiere landen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2011

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.