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DHL liefert in Dresdner Innenstadt ab sofort mit 25 E-Transportern aus

Das Paket kommt elektrisch DHL liefert in Dresdner Innenstadt ab sofort mit 25 E-Transportern aus

Die Deutsche Post hat am Dienstag 25 elektrische Transporter des neuen Typs „Work L“ in Dresden offiziell in Betrieb genommen. Sie sollen künftig Pakete in einem großen Teil der Innenstadt umweltfreundlich zustellen. Das Unternehmen will damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

25 elektrische Transporter des neuen Typs „Work L“ sind seit Dienstag für DHL unterwegs.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Die Deutsche Post hat am Dienstag 25 elektrische Transporter des neuen Typs „Work L“ in Dresden offiziell in Betrieb genommen. Sie sollen künftig Pakete in einem großen Teil der Innenstadt umweltfreundlich zustellen. Das Unternehmen wolle damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und helfen, Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Dresden zu vermeiden, betont der Dresdner Post-Manager Helmut Steeg. Für Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist die Flottenumrüstung bei der Post auch ein Pflasterstein auf dem Weg Dresdens zur „Vorzeigestadt für Elektromobilität“.

Die Vorgeschichte: Mitarbeiter der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hatten vor sieben Jahren die Firma „Streetscooter“ gegründet. Ein Jahr später stellten sie ihr erstes elektrisches Nutzfahrzeug vor. Ende 2014 kaufte die Deutsche Post das Aachener Unternehmen, das seitdem Elektrotransporter der „Work“-Serie vor allem für den Paketdienst DHL entwickelt und produziert. Hergestellt werden die Scooter in Aachen und demnächst in einer zweiten Fabrik in Düren. Inzwischen hat die Post-Tochter DHL bundesweit insgesamt 3400 Streetscooter auf der Straße, größtenteils vom Typ „Work“.

Die nun in Dresden genutzten Fahrzeuge des Typs „Work L“ mit ihren acht Kubikmeter Stauraum können mehr Pakete als der Vorgänger transportieren, haben stärkere Elektromotoren (65 PS) und Akkus (29 Kilowattstunden). Ein noch größeres Modell namens „Work XL“ mit 20 Kubikmetern Fassungsvermögen entwickelt die Post derzeit gemeinsam mit den Ford-Werken.

Mit den 25 Streetscootern in Dresden werde DHL im Vergleich zum Einsatz klassischer Transporter etwa 37 500 Liter Diesel jährlich einsparen und rund 100 Tonnen weniger Kohlendioxid erzeugen, betonte Steeg. Aufgeladen werden die e-Transporter laut seinen Angaben mit Ökostrom – jeweils über Nacht in zwei lokalen Zustellbasen. Neben den Scootern hat die Post auch 30 Elektrofahrräder und 60 E-Trikes in der Stadt im Einsatz. Im Herbst kommen weitere 14 E-Trikes hinzu, kündigte der Postmanager an. Bis 2050 werde das Unternehmen seine gesamte Paket- und Briefzustellung auf alternative Antriebe umstellen.

Der Dresdner Post-Manager Helmut Steeg (r) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert wollen Dresden zur „Vorzeigestadt für Elektromobilität“ machen

Der Dresdner Post-Manager Helmut Steeg (r.) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert wollen Dresden zur „Vorzeigestadt für Elektromobilität“ machen.

Quelle: Anja Schneider

Für Hilbert kommt die Elektrifizierung der Postflotte gerade zur rechten Zeit: Einerseits hat Dresden – wie viele andere Großstädte – anhaltende Probleme, die von der EU geforderten Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub stabil einzuhalten. Daher drohen unpopuläre Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. Und die möchten die meisten Politiker, die wiedergewählt werden wollen, gern vermeiden. Andererseits ist es das erklärte Ziel der Stadt, zum Pionierstandort für Elektromobilität, automatisches Fahren und intelligente Verkehrssteuerung zu werden.

Insofern hofft der Oberbürgermeister darauf, gerade die diesel-dominierten Nutzfahrzeug-Flotten möglichst bald zu elektrifizieren. Bei den städtischen Töchtern tue sich da schon einiges, unterstrich Dirk Hilbert: Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben 17 Busse mit Hybrid-Antrieben in ihrer Flotte, außerdem mit der „79“ eine vollelektrische Buslinie. Auch die Cargo-Tram von Volkswagen gehört zu diesen Beispielen für die Elektrifizierung im innerstädtischen Gütertransport. Zudem testet die Stadtreinigung seit 2013 elektrische Kehrmaschinen der Marke „Green Machines 500ze“ der Firma Tennant. „In der Praxis haben solche Kehrmaschinen in Fußgängerzonen auch ihre Tücken, weil sie so leise sind und schnell überhört werden“, räumt Hilbert ein. „Aber deshalb wird das Projekt auch wissenschaftlich begleitet.“ Er sei zuversichtlich, dass in Zukunft noch mehr elektrische Nutzfahrzeuge auf Dresdens Straßen zu sehen sein werden.

Derzeit sind in Dresden laut Angaben der Stadtverwaltung insgesamt 383 Elektrofahrzeuge zugelassen, davon 118 für Privatpersonen. Die Verwaltung selbst hat jetzt acht E-Autos und fünf Elektro-Nutzfahrzeuge. „In den nächsten Wochen kommen weitere fünf Elektro-Pkw hinzu“, hieß es. Die Rathausspitze will als Bekenntnis zum neuen Produktionssortiment der VW-Manufaktur nun insbesondere E-Golfs anschaffen.

Von Heiko Weckbrodt

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