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Crystal für Millionen Euro nach Deutschland geschmuggelt

Prozess in Dresden Crystal für Millionen Euro nach Deutschland geschmuggelt

Der Sicherheitssaal im Dresdner Landgericht war beim Prozess gegen einen tschechischen Drogenkurier sehr gut bewacht – verstärkte Kontrollen, viel Sicherheitspersonal bis hin zum SEK. Kein Wunder, der Angeklagte sagte als Kronzeuge aus. Der 49-Jährige war im Oktober vergangenen Jahres festgenommen worden.

Crystal für Millionen Euro nach Deutschland geschmuggelt

Quelle: dpa

Dresden. Der Sicherheitssaal im Dresdner Landgericht war beim Prozess gegen einen tschechischen Drogenkurier sehr gut bewacht – verstärkte Kontrollen, viel Sicherheitspersonal bis hin zum SEK. Kein Wunder, der Angeklagte sagte als Kronzeuge aus. Der 49-Jährige war im Oktober vergangenen Jahres festgenommen worden und hatte nach anfänglichem Schweigen reinen Tisch gemacht, Namen und Adressen von Hintermännern in Tschechien und Abnehmern hier in Deutschland genannt und Interna preisgegeben. In einer Branche, in der Millionen Euro mit dem Handel von Crystal verdient werden, ist das nicht ungefährlich, deshalb steht der Mann unter besonderem Schutz.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, von Februar bis Oktober 2016 bei 30 Fahrten zwischen 41 und 49 Kilogramm Crystal von Tschechien nach Deutschland geschmuggelt – jeweils ein oder zwei Kilogramm – und hier an Abnehmer übergeben zu haben, die das Zeug dann weiterverkauften. Die Drogen hatten laut Anklage einen Straßenverkehrswert zwischen 2,8 und vier Millionen Euro. Da der 49-Jährige nicht mehr genau weiß, wie oft er ein oder zwei Kilo übergab, kann die genaue Menge nur geschätzt werden. Er selbst bekam für seine Kurierfahrten zwischen 1000 und 1500 Euro.

Er habe wegen finanzieller Probleme, einen Mann in Tschechien angesprochen, von dem er wusste, dass der im Drogengeschäft tätig war, erzählte der Angeklagte. Man sei dann ins Geschäft gekommen und habe vereinbart, dass er für ihn Crystal nach Deutschland bringen soll. „Er sagte mir immer kurzfristig wann ich wohin fahren und wem ich die Drogen übergeben soll. Langfristige Planungen gab es nicht“, erklärte der 49-Jährige. Er habe die Drogen in Tschechien in Empfang genommen, sei mit wechselnden Autos über die Grenze gefahren und habe den Stoff dann an Personen, die man ihm beschrieben habe und die sich durch Zeichen bemerkbar machten, übergeben – in Wohnungen, auf Parkplätzen oder an einsamen Stellen an Motorrad- oder Radfahrer. Manchmal waren es die gleichen Personen, manchmal andere. „Gelegentlich haben die mir Geld gegeben, das ich dann beim ablieferte. Nachgezählt habe ich nicht. Auch das Crystal wurde nicht kontrolliert. Wenn ich das gegen Mehl getäuscht hätte, wäre das erst später bemerkt worden. Es gab da sehr viel Vertrauen.“

Im August 2016 bekamen die Rauschgiftfahnder in Dresden einen ersten Hinweis, schlossen sich mit den Kollegen in Tschechien zusammen und überwachten den Mann. Am 5. Oktober 2016 fuhr der Angeklagte mit seinem Wagen und zwei Kilo Crystal, versteckt in einer Tasche mit Anglerutensilien,über die Grenze, übergab sie in Naumburg an einen Basel A. und wurde auf der Rückfahrt festgenommen. Auch bei seinem Abnehmer klickten die Handschellen. Basel A. wurde übrigens am Mittwoch zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Dem Dresdner Angeklagten rechnete die Kammer sein umfassendes Geständnis und den Umstand, dass er „Ross und Reiter“ nannte und damit den Drogenermittlern eine große Hilfe war, positiv an. Der 49-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt und soll ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden.

Von Monika Löffler

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