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Lokales Creditreform in Dresden: In der mittelständischen Wirtschaft brummt es
Dresden Lokales Creditreform in Dresden: In der mittelständischen Wirtschaft brummt es
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19:34 17.10.2017
Quelle: dpa
Dresden

„Der mittelständischen Wirtschaft in Sachsen geht es gut bis sehr gut.“ Das hat der Dresdner Creditreform-Chef Andreas Aumüller am Dienstag eingeschätzt und sich dabei auf eine bundesweite Umfrage des Wirtschaftsdienstleisters unter 1075 Unternehmen berufen.

Demnach beurteilten 76,8 Prozent der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen im Freistaat ihre Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“. Zum Vergleich: Bundesweit gaben das nur 69 Prozent der Befragten an. Besonders Baubranche, Handwerk und Industrie boomen. Die kleineren Einzelhändler stehen allerdings stark unter dem Druck der Online-Läden und der großen Discounter-Ketten, sagte Creditreform-Wirtschaftsforscher Michael Bretz. Eine Begleiterscheinung der aktuellen Entwicklung werden weiter steigende Verbraucherpreise sein.

In ihren Umsatzerwartungen für die Zukunft äußerten sich die sächsischen Unternehmer zwar etwas pessimistischer als ihre Kollegen aus den Alten Bundesländern. Andreas Aumüller führt dies aber auf einen typischen Charakterzug in Sachsen zurück: „Der sächsische Unternehmer ist eher konservativ. Er neigt zu der Denkweise: Der Aufschwung dauert jetzt schon so lange – da muss es einfach bald mal wieder abwärts gehen.“ Dass die subjektive Prognose über die gesamte Wirtschaftslage und die konkrete Situation für den Sachsen zweierlei sind, zeigt sich auch den Anschaffungsplänen: 63,8 Prozent der sächsischen Firmen wollen demnächst investieren und damit deutlich mehr als im deutschen Durchschnitt (52,7 Prozent). Was heißt: Der Sachse neigt wohl zu etwas zuviel Pessimismus, lässt sich aber von seinen eher düsteren Konjunktur- und Weltlage-Erwartungen nicht davon abhalten, die eigene Unternehmung auszubauen.

Ähnliches gilt auch für die Borge-Bereitschaft und die Kapitalisierung der hiesigen Firmen: Die Eigenkapitalquoten steigen nämlich deutlich, informierte Aumüller. Inzwischen haben 39,1 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Freistaat eine Eigenkapitalquote über 30 Prozent, gelten also als gut kapitalisiert und vergleichsweise wenig fremdfinanziert. Im Vorjahr waren dies erst 27,6 Prozent.

Allerdings steht sich der typische sächsische Unternehmer hier womöglich auch etwas selbst im Wege: Während im Westen viele Mittelständler ihre Unternehmen derzeit ausbauen, indem sie sich „billiges Geld“ für niedrige Zinsen am Kreditmarkt holen, erhöhen die Sachsen lieber grundsolide ihre Eigenkapitalquote. Dieser Kurs senkt zwar die Insolvenzgefahr, aber verspielt womöglich auch Wachstums-Chancen. Aumüller: „Auch in dieser Hinsicht sind die sächsischen Unternehmer eben eher konservativ eingestellt.“

Von Heiko Weckbrodt

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