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Cornelia aus Dresden verbrachte als Freiwillige ein Jahr in Mexiko

Cornelia aus Dresden verbrachte als Freiwillige ein Jahr in Mexiko

Nach dem Studium kommt die Arbeit. Völlig normales Prozedere - das macht doch jeder so. In den meisten Fällen wird das stimmen; anders aber hat es Cornelia Thate gemacht: Die Striesenerin hatte ihr Studium der Romanistik, Slawistik und Psychologie an der TU Dresden noch nicht abgeschlossen, da entschied sie sich, einen Freiwilligendienst im Ausland an ihr Studium anzuknüpfen.

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Cornelia Thate (li.), ehemalige Freiwillige für den Verein "arche noVa", reiste eine Zeit lang mit der jungen Ärztin Miriam Hernández Toyar durch Mexiko. Derzeit ist Miriam zu Besuch in Dresden.

Quelle: Christian Juppe

Von Göran kügler

Das Jahr zwischen November 2010 und November 2011 verbrachte die 27-Jährige in Mexiko.

Schon während des Studiums hatte es Cornelia ins Ausland gezogen. Ein halbes Jahr verbrachte sie 2005 und 2006 in Spanien und ein weiteres halbes Jahr in den Jahren 2007 und 2008 in verschiedenen Ländern in Südamerika, hauptsächlich in Bolivien und Peru. Über ihre Arbeit bei der TU-Umweltinitiative erfuhr Cornelia schließlich von den Projekten der Dresdner Entwicklungshilfeorganisation "arche noVa" in Mexiko.

Zwischen zwei und fünf Freiwillige schickt "arche noVa" jedes Jahr in unterschiedliche Einsatzstellen ins Land der Azteken. Eine davon ist die Organisation "CAM" - "Casa de Apoyo a la Mujer" (Unterstützungseinrichtung für Frauen). Seit Jahren setzt sie sich für die Rechte der Frauen vor Ort ein, "arche noVa" entsendet hier in ein Frauenförderungsprogramm. "Ich hatte mich eigentlich auf ein anderes Projekt beworben, war dann aber sehr zufrieden mit dieser Einsatzstelle", sagt Cornelia. Der Austausch mit mexikanischen Kolleginnen, Teilnehmern und Teilnehmerinnen und Freunden war ihr besonders wichtig. So lernte sie viel über deren Lebens- und Arbeitsweise und konnte gleichzeitig Projekte mit Umweltaspekten in ihre Arbeit vor Ort integrieren.

Bevor es losgehen konnte, absolvierte Cornelia Thate ein Vorbereitungsseminar mit einer Mexikanerin in München, die schon länger mit der Dresdner Organisation zusammenarbeitete. "Im Normalfall finden die Vorbereitungsseminare für die Freiwilligen in Dresden statt. "Bei Cornelias verhältnismäßig später Ausreise aber mussten wir improvisieren", erklärt Cornelias Dienstbetreuerin Rita Trautmann. In den Seminaren wird den Freiwilligen die Einsatzstelle sowie das Einsatzland, aber insbesondere auch die aktuelle Situation vor Ort nahegebracht. Abgesehen davon sind für Cornelia Thate "vor allem Themen wie Kolonialisierung, Rassismus, Privilegien und Weißsein von großer Bedeutung - es war sehr wichtig, zunächst darüber zu sprechen", sagt sie. Finanziert wird dieser sogenannte Weltwärts-Freiwilligendienst zu 75 Prozent vom Bund, das andere Viertel wird durch von ihr selbst akquirierte Spenden getragen.

Im November 2010 kam Cornelia dann in Palenque im mexikanischen Bundesstaat Chiapas an und wurde sehr herzlich integriert. CAM hat ihren Sitz in der 40 000 Einwohner-Stadt, und von nun an sollte es ein Jahr lang das zu Hause der Dresdnerin sein. Hauptsächlich arbeitete sie mit Frauengruppen und sprach mit ihnen über ihre Rechte, Gewalt und ihre Rolle in der Gesellschaft. Besonders interessant sei hierbei das Interesse der mexikanischen Männer gewesen. "Die Männer haben sich nach einer Zeit von alleine am Projekt beteiligt - das hat die Arbeit gewandelt, da so auf beiden Seiten auf Veränderungen hingearbeitet werden konnte." Darüber hinaus organisierte sie gemeinsam mit CAM Demonstrationen für Frauenrechte sowie einzelne Umweltbildungsaktionen - woraus ein Müllprojekt mit Anleitung zum Recyceln erwuchs. Auch im Bereich Gesundheit war Cornelia Thate in Palenque tätig; so reiste sie mit der jungen Ärztin Miriam Hernández Tovar durch die anliegenden Dörfer, lernte die Lebensumstände kennen und unterstützte, wo es möglich war. Miriam Hernández Tovar ist derzeit zu Besuch in Dresden.

"Es ist sehr wichtig, sich seiner eigenen Privilegien bewusst zu werden und gemeinsame Wege zu gehen. Im Ausland ist man nicht der Heilsbringer, sondern beide Seiten lernen und profitieren voneinander", findet die ehemalige Freiwillige. Wer einen Freiwilligendienst im Ausland antreten möchte, solle deswegen "sehr offen an alles herangehen, sein eigenes Verhalten und das der anderen kritisch hinterfragen und sich seines Handelns bewusst sein - vor allem hier in Deutschland."

Wer einen Freiwilligendienst im Ausland machen möchte, kann sich im Internet unter www.arche-nova.de informieren und bewerben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

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