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Lokales „Cloud & Heat“ Dresden sieht sich auf dem Sprung zum Großunternehmen
Dresden Lokales „Cloud & Heat“ Dresden sieht sich auf dem Sprung zum Großunternehmen
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14:00 25.07.2018
Die Rechenzentrum-Container von "Cloud & Heat" Dresden werden künftig in Tschechien in Serie produziert. Quelle: Foto: Cloud & Heat
Dresden

Beim Computerunternehmen „Cloud & Heat“ aus Dresden füllen sich die Auftragsbücher. Die Uni-Ausgründung wechselt daher in die nächste Liga: Mit neuem Geschäftsmodell und neuen Partnern startet das Unternehmen nun die Serien-Produktion von Computer-Containern. Diese mit Rechentechnik und Kühlsystemen ausgerüsteten Großbehälter lassen sich schnell und modular zu großen Rechenzentren an fast jedem Ort der Welt zusammensetzen – und sie heizen „ganz nebenbei“ noch Häuser. Geplant ist zunächst ein Produktionsausstoß von 240 Supercomputer-Containern pro Jahr. Dies sei „ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung vom einstigen Start-up zu einem weltweit operierenden Unternehmen“, betonte „Cloud & Heat“-Chef Nicolas Röhrs.

Ein Fabrikbau in Sachsen ist allerdings vorerst nicht geplant. Das Unternehmen setzen vielmehr auf ein fabrikloses („Fabless“) Geschäftsmodell, wie es in der Technologiebranche immer beliebter wird: Die Dresdner entwickeln, verkaufen und installieren ihre Rechenzentren-Container zwar selbst. Mit der Produktion haben sie aber die tschechische Foxconn-Tochter „TradeDX“ in Kutna Hora östlich von Prag beauftragt. Die Foxconn-Gruppe ist einer der weltweit größten Auftraghersteller („Foundry“) für Elektronikprodukte und hat ihren Hauptsitz in Taipeh in Taiwan. Der Konzern baut in Asien unter anderem die iPhones für Apple zusammen.

Die Rechenzentrum-Container von "Cloud & Heat" Dresden werden künftig in Tschechien in Serie produziert. v.l.n.r.: Miroslav Cerník, Sales Manager Foxconn - Nicolas Röhrs, CEO Cloud&Heat Technologies - Vladislav Král, Managing Director TradeDX - Dr. Marius Feldmann, COO Cloud&Heat Technologies Quelle: Cloud & Heat

„Cloud & Heat“ wiederum hat seine Wurzeln an der TU Dresden: Das Unternehmen entstand im Oktober 2011 – damals unter dem Namen „AoTerra“ – aus einem Forschungsprojekt der Uni heraus. Statt die Abwärme von Computern mit viel Aufwand in die Luft blasen, wie heute noch in vielen Rechenzentren üblich, setzen sie diese Energie ein, um Häuser zu heizen. Mit der Idee, solche Rechner in Hauskellern zu installieren und die so entstehenden dezentralen Cloud-Kapazitäten zu vermieten, konnte sich die Firma aber nicht so recht am Markt durchsetzen.

Als „Cloud & Heat“ dieses Konzept aber auf modulare und schlüsselfertige Rechenzentren-Container adaptierte, häuften sich die Bestellungen – anfangs vor allem aus Norwegen und Japan, inzwischen aus immer mehr Ländern. Die Rechenzentren-Container seien derzeit ein weltweit einzigartiges Produkt, schätzte Unternehmenssprecher Morten Jendryschik ein.

Denn die Dresdner Hightech-Container bieten die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit fast überall auf der Erde ein Rechenzentrum mit hoher Leistung und wenig Energieverbrauch aufzubauen und nach Bedarf schnell zu erweitern. Jeder Container enthält laut „Cloud & Heat“ bis zu 1440 Grafikprozessoren, die mit Wasser gekühlt werden. Durch spezielle Regeltechnik und Software wird dieses Wasser bei 60 Grad gehalten. Der Container kann unmittelbar mit einer Hausheizung gekoppelt werden. Die Dresdner schätzen die mit ihrem Konzept erzielbare Betriebskosten-Ersparnis auf bis zu eine Million Euro pro Jahr im Vergleich zu einem mittleren deutschen Rechenzentrum.

Mit den Aufträgen ist auch die Belegschaft gewachsen, allein in den vergangenen zwölf Monaten um ein Drittel auf nun rund 80 Mitarbeiter. Und die Unternehmensführung rechnet mit einem weiteren Wachstum: In Zeiten von „Big Data und Digitalisierung“ werde es immer wichtiger, Rechen- und Speicherkapazitäten rasch installieren zu können und deren Energiebedarf zu begrenzen, betonte „Cloud & Heat“-Chef Röhrs. Das Unternehmen wolle daher seine Kooperation mit Foxconn demnächst ausbauen.

Von Heiko Weckbrodt

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