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Christopher Street Day in Dresden droht das Aus: Stadt will Lösung finden

Christopher Street Day in Dresden droht das Aus: Stadt will Lösung finden

Der Christopher Street Day 2015 in Dresden steht vor dem Aus. Ronald Zenker bestätigte am Samstagmittag auf Anfrage von DNN-Online, die Anmeldung für die geplante Veranstaltung am 5. Juni am Freitag zurückgezogen zu haben.

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Quelle: Julia Vollmer

Der Organisator ist sauer. Der Grund: bei Gesprächen mit der Versammlungsbehörde, dem Grünflächenamt und den Dresdner Musikfestspiele soll sich herauskristallisiert haben, dass es wohl keine Erlaubnis für das Event auf dem Altmarkt geben wird, weil der Geräuschpegel zu hoch sei. Die Musikfestspiele finden parallel statt.

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Christopher Street Day in Dresden

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„Angeblich ist der Christopher-Street-Day zu laut, soll nun auf die Cockerwiese außerhalb der Stadt verlegt werden.“ erklärt Ronald Zenker. „Kaum ist unsere Schirmherrin Helma Orosz nicht mehr im Amt, probt die Verwaltung den Aufstand. Das lassen wir uns nicht gefallen“, so Zenker. Noch 2014 habe Orosz während der Veranstaltung bekräftigt, dass der CSD auf den Altmarkt gehöre. Kommt bis Montagabend von der Stadtverwaltung keine Reaktion auf seine Abmeldung, soll die Veranstaltung definitiv nicht stattfinden.

Die Stadt will eine Lösung finden, die alle Beteiligten zufrieden stellt. "Das Problem besteht darin, dass es nach dem letzten CSD viele Beschwerden von Anwohnern gab und die Gefahr besteht, dass Konzert der Musikfestspiele in der Kreuzkirche zu stören", so Sprecher Kai Schulz. Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister, habe Kontakt mit mit dem CSD e.V, aufgenommen und werde sich am Montag nochmal die Fakten vorlegen lassen, so Schulz. Mitte der Woche soll es dann eine Entscheidung geben, heißt es aus dem Rathaus.

Nach Veranstalterangaben müsste die komplette Demo-Route geändert werden, weil man von der Cockerwiese abfahren müsste, aber die LKW´s nicht auf die Wiese fahren dürfen. „Ein Fest auf der abgelegenen Wiese außerhalb der Stadt ist aber kein Stadtfest mehr“, beschwert sich der Verein. 

Unterstützung kommt von der Partei Die Linke. "Der Christopher Street Day – die Demonstrationen genauso wie die dazugehörigen Veranstaltungen – ist schon seit Jahren ein fester Bestandteil der Dresdner Stadtkultur“, so Linken-Stadträtin Pia Barkow „Es ist unglaublich, dass Kulturbürgermeister Lunau den CSD dieses Jahr auf die Cockerwiese verbannen will, fernab vom gut besuchten Innenstadtbereich. In nahezu allen deutschen Großstädten finden Paraden anlässlich des CSD statt, überall selbstverständlich in den Innenstädten. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Für eine Demonstration ist es allerdings essenziell, dass sie auch von Menschen, die nicht unmittelbar teilnehmen, gehört und gesehen wird, daher ist völlig unbegreiflich, wieso dem CSD dieses Jahr in Dresden diese Sichtbarkeit verwehrt werden soll“, sagte die Politikerin weiter.

Die Jusos Dresden und die Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD Dresden (Schwusos) reagieren mit Unverständnis auf die Ankündigung der Dresdner Stadtverwaltung, den Christopher Street Day in diesem Jahr wegen angeblicher Lärmbelästigung nicht auf dem Altmarkt starten lassen zu wollen. 

Der Vorsitzende der Dresdner Jusos, Stefan Engel, sieht nun Dirk Hilbert in der Pflicht: "Nun muss der amtierende Oberbürgermeister zeigen, ob er für ein offenes Dresden steht oder ob er kleingeistigen Verwaltungsargumenten eine höhere Priorität einräumt. Die Cockerwiese ist sicherlich kein geeigneter Platz. Das Label "Ort der Vielfalt" darf nicht nur ein Aushängeschild sein, sondern muss auch mit Leben gefüllt werden. Nicht zuletzt muss man sich fragen, warum vor einem Jahr gegebene Zusagen kurz nach Orosz' Ausscheiden keine Gültigkeit mehr haben."

Auch von der FDP kommt Rückendeckung für den CSD. Sven Künzel, stellvertretender Vorsitzender der Jungliberalen Aktion Dresden: "Die Jungliberale Aktion Dresden fordert die Stadtverwaltung mit Nachdruck auf, den CSD wie bisher in der Dresdner Innenstadt zu genehmigen. Die Stadtverwaltung befindet sich in Sachen CSD auf schockierenden Abwegen. Eine Verlegung auf die grüne Wiese ist vollkommen inakzeptabel".

Julia Vollmer

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