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Lokales Chancen für Umzug des Kunsthauses in die alte Robotron-Kantine steigen
Dresden Lokales Chancen für Umzug des Kunsthauses in die alte Robotron-Kantine steigen
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11:00 31.08.2017
Der Umzug des Kunsthauses aus der Neustadt in die Robotron-Kantine rückt in greifbare Nähe. Noch sind die Prüfungen nicht gänzlich abgeschlossen. Letztlich muss der Stadtrat darüber entscheiden. Quelle: Foto: Archiv/JV
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Dresden

Für den diskutierten Umzug des städtischen Kunsthauses von der Rähnitzgasse in die frühere Robotron-Kantine stehen die Chancen möglicherweise nicht schlecht. „Plausibel wäre die Nutzung mit einer bestehenden städtischen Einrichtung, wenn wir gleichzeitig deren Arbeits- oder Ausstellungsbedingungen verbessern und am alten Standort eine Immobilie aufgeben könnten, damit auch Kosten sparen“, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain jetzt auf DNN-Anfrage.

Der Grünen-Politiker ist vom Stadtrat beauftragt, die weitere Nutzung zu prüfen. Bis heute sollten nach dem Willen des Stadtentwicklungsausschusses Ergebnisse vorliegen. Soweit ist es allerdings noch nicht: „Mit den Fachämtern meines Geschäftsbereichs sowie mit den betroffenen Ämtern der Verwaltung prüfen wir derzeit, ob für die ehemalige Robotron-Kantine eine neue Nutzung gefunden werden kann“, erklärte der Bürgermeister. Das Ergebnis werde dem Stadtrat vorgestellt. Dabei würden auch Investitions- und Folgekosten ermittelt. Aktuell untersuche das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung den Bauzustand. Es stelle fest, wie hoch die Kosten für eine Gebäudesanierung wären.

Der Baubürgermeister war zunächst mit dem Auftrag der Stadträte nicht besonders glücklich. Er hätte das Gebäude lieber abreißen lassen, um das begrünte Areal in der Nähe des Hygiene-Museums dann als Ausgleichsfläche für zukünftige Bauprojekte in dem Stadtgebiet einsetzen zu können. Schmidt-Lamontain fürchtet, später einen kostenträchtigen Klotz am Bein zu haben, wenn die Kantine weiter zu den Liegenschaften seines Geschäftsbereichs gehört und es keine vernünftige Nutzung gibt. Die Umweltverwaltung sieht durch einen Abriss die Chance, einen Grünzug bis in die Innenstadt zu verlängern. Für die Sanierung der Kantine, die vor einer Weiternutzung unumgänglich ist, dürfte mit einem Millionen-Aufwand zu rechnen sein.

Verschiedene Ideen für eine künftige Nutzung liegen auf dem Tisch. Nach den Vorstellungen der Initiative „Industrie.Kultur.Ost“, des Netzwerks „ostmodern“, des Branchennetzwerks der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft „Wir gestalten Dresden“ und mehrerer Professoren der Technischen Universität Dresden sollte die Kantine zum Wissenschafts-Begegnungszentrum werden – zum „Future Research Lab“. Damit ließe sich mit einer Zukunftsgalerie, Wissenschaftsstudios, lebendigem Labor und Erkundungszentrum für die Wissenschaftslandschaft ein Schaufenster schaffen. Projekte könnten zwischen verschiedenen Partnern entwickelt, Jungunternehmen gefördert und der Kontakt zwischen Forschern und Nutzern hergestellt werden.

Das Kunsthaus fristet derzeit unter widrigen Umständen sein Dasein in der Rähnitzgasse. Mit dem vor einiger Zeit von Kulturkreisen ins Spiel gebrachten Umzug zum Blüherpark verbindet sich der Gedanke an eine Museumsmeile für Dresden vom Hygiene-Museum über die Kantine bis zum Stadtmuseum und zu den Staatlichen Kunstsammlungen.

„Der Umzug des Kunsthauses – Städtische Galerie für Gegenwartskunst ist eine Option, die wir untersuchen“, erklärte der Bürgermeister. Das Raumprogramm sei aber noch nicht komplett erstellt, die Kostenermittlung ebenfalls noch nicht abgeschlossen. „Wir suchen aktiv nach einer Nutzung, bei der sich der Investitionsaufwand in Grenzen hält. Die Entscheidung liegt dann beim Stadtrat.“

Von Ingolf Pleil

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