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Caritas-Sozialpreis für drei Hilfsprojekte von Jugendlichen

Sozial Benachteiligte helfen anderen Caritas-Sozialpreis für drei Hilfsprojekte von Jugendlichen

Die Mädchen und Jungen im Jugendhilfezentrum der Caritas in Dresden sind selbst auf Unterstützung angewiesen. In vier Wohngruppen des katholischen Sozialverbandes leben sie für einige Zeit, lernen verlässliche Beziehungen und Selbstvertrauen - das, was sie in kaputten Familien verloren haben. Nun haben sie ihrerseits andern geholfen.

Schüler der Förderschule des Christlichen Sozialwerkes und der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Dresden bekommen ihren Caritas-Sozialpreis im Haus der Kathedrale. Links Matthias Mitzscherlich, Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Dresden-Meißen.

Quelle: Tomas Gärtner

Dresden. Die Mädchen und Jungen im Jugendhilfezentrum der Caritas in Dresden sind selbst auf Unterstützung angewiesen. In vier Wohngruppen des katholischen Sozialverbandes leben sie für einige Zeit, lernen verlässliche Beziehungen und Selbstvertrauen - das, was sie in kaputten Familien verloren haben. Doch nun haben sie ihrerseits andern geholfen.

Drei mal sind sie seit 2015 mit ihrem Leiter Christian Georgi nach Rumänien gefahren, nach Siebenbürgen, in das kleine Dorf Dacia (Stein), einst von deutschen Auswanderern, Siebenbürger Sachsen gegründet. Dort werden Kinder aus sehr armen Familien in einem Schulprojekt betreut.

Die Jugendlichen aus Dresden haben mit den Schulkindern Bilder gemalt und damit deren Spielplatz verschönert, Pflanzen für deren Garten mitgebracht, einen neuen Zaun und ein Gewächshaus gebaut. „Sozial. Ich bin dabei“ heißt ihr Hilfsprojekt. Dafür hat sie Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, am Dienstagabend mit dem ersten Preis der Caritas-Stiftung geehrt. Mit 1500 Euro ist der dotiert.

Ein weiterer Preis - 1000 Euro - ging nach Gera. Dort bringt eine katholische Pfarrei regelmäßig Kindergartenkinder und Bewohner eines Altenpflegeheimes zum Singen, Spielen und bei Festen zusammen.

Den dritten Preis schließlich, 500 Euro, erhielten Mädchen und Jungen der Förderschule „St. Franziskus“ des Christlichen Sozialwerkes und der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Dresden-Striesen. Insgesamt 30 Schüler mit und ohne Behinderung haben gemeinsam das Musical „Tuishi Pamoja“

einstudiert. Dieser Titel kommt aus dem Swahili, einer afrikanischen Sprache, und bedeutet „Wir wollen zusammen leben“. Es erzählt von Vorurteilen zwischen Zebras und Giraffen und schließlich ihrer Freundschaft in der Savanne.

Zum vierten Mal hat die Caritas-Stiftung im Bistum Dresden-Meißen ihren Preis vergeben. In diesem Jahr jedoch bewusst an Kinder und Jugendliche.

„Ihr seid selbst benachteiligt“, sagte Bischof Heinrich Timmerevers, an die Jugendlichen gewandt. „Aber ihr habt nicht nur auf euch selbst gesehen. Sondern ihr habt für andere bessere Lebensmöglichkeiten geschaffen. Damit werden wir als Menschen reicher. Das ist im Tiefsten der Sinn unseres christlichen Lebens.“

Studien zufolge engagieren sich in Deutschland etwa die Hälfte aller Jugendlichen ehrenamtlich, wie Bernhard Mones sagte, Direktor des Caritasverbandes der Diözese Görlitz. Unter den 14- bis 17-Jährigen seien es sogar rund 70 Prozent. „Ein erstaunlicher Befund.“ Als häufigstes Motiv gäben die meisten an, es bereite ihnen Freude. „In einer Phase ihres Lebens, wo sie Identität ausbilden, finden sie damit auch ein Stück sich selbst.“ Wenn Eltern ehrenamtlich aktiv seien, folgten ihnen oft ihre Kinder darin, besagten Studien.

Bernhard Mones appellierte an Hauptamtliche in der Sozialarbeit, Jugendliche darin zu unterstützen, indem sie ihnen den Weg von bürokratischen Hindernissen freiräumen. Zudem sollten sie für das Engagement qualifiziert werden.

Von Tomas Gärtner

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