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Lokales Bestürzung über überraschenden Tod von Christa Müller
Dresden Lokales Bestürzung über überraschenden Tod von Christa Müller
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14:38 20.06.2018
Christa Müller Quelle: Archiv
Dresden

Die CDU-Stadträtin Christa Müller ist im Alter von 65 Jahren überraschend verstorben. Sie wurde tot in ihrer Wohnung gefunden. Laut Medienberichten war Müller am Dienstag nicht zum Bildungsausschuss des Dresdner Stadtrates erschienen. Deswegen alarmierten ihre Kollegen die Feuerwehr, die Kameraden fanden die 65-Jährige schließlich. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt.

Christa Müller saß seit 1990 für die CDU im Stadtrat. Unter anderem führte sie die Fraktion als deren Vorsitzende und war in den letzten Jahren als kulturpolitische Sprecherin für die Entwicklung der Kunst- und Kulturstadt Dresden verantwortlich. Zudem war sie viele Jahre Vorsitzende des Petitionsausschusses.

Der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Jan Donhauser, hat die Nachricht von Müllers Tod unerwartet und mit großer Bestürzung erfahren. „Mit Christa Müller verliert Dresden eine große Kommunalpolitikerin, die die Stadt seit der Friedlichen Revolution 1989 nachhaltig mitgestaltet hat. Mit ihr sind untrennbar die Wiederaufbaujahre nach 1990 verbunden. Sie wird uns allen fehlen. Wir sind in dieser schweren Stunde mit unseren Gedanken bei ihrer Familie und bei ihren Freunden“, so Donhauser.

„Christa Müller war eine Kämpferin und es schmerzt mich sehr, dass wir sie verloren haben“, sagt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), dessen Anteilnahme zuerst der Familie und engsten Freunden der Stadträtin gilt. „Auch für uns ist dies ein schwerer Verlust. Christa Müller hat mit so viel Engagement und Energie in den vergangenen 28 Jahren die Kommunalpolitik in Dresden geprägt, dass es schwer fällt, alle diese Verdienste aufzuzählen“, so Hilbert. Sie habe wie kaum eine andere Person in der Zeit nach der Wende im Stadtrat beharrlich nach den besten Lösungen für die Stadt gesucht, und zwar ohne ideologische Schranken. „Wenn wir heute an die Erinnerungskultur am 13. Februar und an die Menschenkette denken, dann wäre diese stadtgesellschaftliche Entwicklung ohne Christa Müller nicht denkbar gewesen. Sie hat in der AG 13. Februar entscheidend dafür gesorgt, dass aus einem Gegeneinander ein Miteinander wurde“, sagt der Oberbürgermeister..

Mit tiefer Bestürzung reagiert auch die SPD-Fraktion auf den „plötzlichen, unerwarteten und viel zu frühen Tod“ Christa Müllers. „Noch in der vergangenen Woche haben wir zusammen gesessen und um Kompromisse in der Dresdner Kulturpolitik gerungen, gemeinsam und vereint im Ziel, die vielfältige Kulturlandschaft Dresdens zu stärken und gute Arbeitsbedingungen für die Menschen zu schaffen. Diese Nachricht hinterlässt mich fassungslos“, sagt Fraktionsvorsitzende Dana Frohwieser. Müller sei eine Ausnahmepersönlichkeit im Dresdner Stadtrat von ungeheurem Engagement gewesen, die sich vor allem durch ihren von Fairness und Zielorientierung geprägten Handlungsstil um die Stadt verdient gemacht habe.

Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion, nennt den Tod der 65-Jährigen einen „unersetzbaren Verlust für den Stadtrat.“ Sie habe sich über viele Jahre hinweg einen hervorragenden Ruf als sachkundige, fleißige und stets gesprächsbereite Stadträtin erworben. „Wir haben Christa Müller als hoch engagierte Kollegin, versierte Expertin und herzlichen Menschen sehr gemocht und sehr geschätzt. Wir werden sie vermissen“, so Zastrow.

„Christa Müller hat stets mit vorbildlichen und beispielgebenden Pflichtbewusstsein ihre Arbeit in den unterschiedlichen Gremien erledigt und sie wird uns auch persönlich sehr fehlen“, äußerte sich Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie sei ein wichtiges Korrektiv in ihrer Fraktion und ihrer Partei gewesen.

Auf Facebook äußerte sich Tilo Kießling von den Linken: „Ich bin erschüttert. Auch im Streit: Christa Müller war immer eine faire Kollegin im Rat.“

Große Betroffenheit hat die Nachricht zudem bei den und Musikern der Dresdner Philharmonie und ihrer Leitung ausgelöst. „Sie hatte immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen, hat den Umbau des Kulturpalastes und den Neubau unseres Konzertsaals vehement unterstützt und war mir auch persönlich eine hoch geschätzte Partnerin. Ihr Tod macht die Dresdner Philharmonie, ihren Chefdirigenten Michael Sanderling und mich selbst sehr betroffen“, sagt Intendantin Frauke Roth.

Von DNN

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