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Lokales CDU: Körnerweg soll Asphaltdecke behalten
Dresden Lokales CDU: Körnerweg soll Asphaltdecke behalten
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11:43 23.11.2018
Auf 150 Metern geht es nun auf dem Körnerweg über eine sanierte Sandsteinstrecke. Danach müssen Radler in Richtung Körnerplatz wegen des schlimmen Holperpflasters die Zähne zusammenbeißen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Dresdner CDU begrüßt die Pläne, den holprigen Körnerweg in Loschwitz mit einer Asphaltdecke als Radweg nutzbar zu machen. Das ist laut Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz im nächsten Jahr geplant. Der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion Gunter Thiele kritisiert jedoch, dass „die Asphaltdecke nach Beendigung der Bauarbeiten am Blauen Wunder wieder entfernt und anschließend ein kostspieliges Pflaster eingebaut werden soll. Hier kann man nur noch von einem Schildbürgerstreich sprechen!“

Der zum rechtselbischen Elberadweg gehörende Körnerweg steht unter Denkmalschutz. Deshalb muss das zerschlissene Großpflaster dort auch durch ein Sandsteinpflaster ersetzt werden. Das ist offenbar nicht so einfach, wie zwei fehlgeschlagene Versuche mit zu rauem und zu glattem Pflaster in den vergangenen Jahren zeigen. In diesem Jahr hat die Stadt auf 150 Metern extra angefertigten, „gekrönelten“ Sandstein verbaut. Das war sehr teuer. Von 430 000 Euro Kosten entfielen allein 270 000 Euro auf das Material. 600 Meter Holperstrecke sollen nun bis zur endgültigen Sanierung übergangsweise eine Asphaltdecke erhalten.

Dagegen wettert Thiele an: „Viele Rad- und Gehwege und auch zahlreiche Straßen harren in Dresden nach wie vor der Sanierung. Für 600m Körnerweg werden hingegen Millionen ausgegeben und ein gut geeigneter Belag wird wie-der entfernt! Das ist absoluter Nonsens und keinem Bürger vermittelbar!“

Was den CDU-Politiker erzürnt, ist offenbar auch die Informationspolitik des Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Von dessen Plänen auf dem Körnerweg hatte Thiele aus der Zeitung erfahren, die DNN berichteten exklusiv. „Bei der Vorstellung der Sanierungspläne für das Blaue Wunder im Ausschuss wurde auf diesen wichtigen Aspekt beim Körnerweg nicht näher eingegangen. Ein so wichtiges Detail hätte deutlich benannt werden müssen, denn dann hätten wir für den Körnerweg gleich eine dauerhafte, preisbewusste und schnell umsetzbare Lösung eingefordert“, so Thiele, der sich für einen Verbleib der Asphaltstrecke einsetzt.

Im Straßen- und Tiefbauamt bereitet man dagegen den Ausbau mit Sandstein vor. Der könnte frühestens im Frühjahr 2020 beginnen, hatte Amtsleiter Koettnitz den DNN mitgeteilt. Nach zwei Jahren Bauzeit wäre der Körnerweg dann endgültig in Schuss gebracht. Zuvor müssten jedoch noch „aufwändige Vorarbeiten“ erledigt werden. Darunter sind vor allem Untersuchungen und Berechnungen zu verstehen, die mit der schwierigen Statik vor Ort zu tun haben.

Probleme bereiten vor allem die Schwergewichts-Stützwände oberhalb des Körnerwegs, die zahlreichen Flächeneigentümern am Elbhang gehören. Tiefe Baugruben oder durch Bauarbeiten verursachte Schwingungen dürfen ihre Standsicherheit nicht gefährden, weshalb vor Baubeginn „umfangreiche Erkundungsarbeiten“ nötig sind, wie Amtsleiter Koettnitz mitteilt. „Dazu zählen insbesondere die Geometrien, Bauweisen, Gründungen, Lasten und der bauliche Erhaltungszustand der Stützwände und Gebäude im unteren Hangbereich. Von ebenso hoher Wichtigkeit für die statischen Berechnungen sind Kennwerte über den anstehenden Untergrund und den auflasterzeugenden Hangboden, welche durch Baugrunderkundungen gewonnen werden müssen.“ Was die Sache noch komplizierter macht: Die Eigentumsverhältnisse müssen zuvor geklärt, Besitzer recherchiert werden.

Von Uwe Hofmann

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