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Bulle gegen Luther geht auf Reisen

Reformation Bulle gegen Luther geht auf Reisen

Sachsen hat die päpstliche „Bannandrohungsbulle“ gegen Martin Luther (1483-1546) gestern zur Wartburg nach Eisenach versandt.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Es ist ein fast schon atemberaubender Vorgang. wenn erstmal überhaupt das Auge des Besuchers auf das Original der Bannandrohungsbulle des Papstes Leo X. gegen den Reformator Martin Luther vom 15. Juni 1520 fällt. Gestern so geschehen zu morgendlicher Stunde, als Innenminister Markus Ulbig und die Direktorin des Sächsischen Staatsarchiv, Andrea Wettmann, mit diesem absoluten Juwel unter den Besitzständen des Dresdner Archivs gemeinsam vor die Presse traten.

„Die Bannandrohungsbulle ist eines der Schlüsseldokumente des Reformationsgeschehens und zugleich eines der bedeutendsten Schätze des Sächsischen Staatsarchivs.“, ließ Ulbig erst gar keine Zweifel am Wert der im Original vorhandenen Urkunde aufkommen. Sie weise einen engen Bezug zur Geschichte unseres Freistaates auf, denn sie stamme aus dem Besitz Herzog Georgs von Sachsen, der ein entschiedener Gegner der Reformation gewesen sei.

Zum Reformationsjubiläum wird die päpstliche Urkunde in der Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Dresden „Verbrannt? Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle“ vom 14. September bis zum 11. November zu sehen sein.

Jetzt ging sie erst einmal in einer extra für den Transport gefertigten Klimatruhe auf die Reise zur Wartburg nach Eisenach. In der Truhe befindet sich säurefreie Kartonage, die das Dokument vor Feuchtigkeit und Licht schützt. Auf der Wartburg wird sie in der nationalen Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ zu sehen sein.

Zwei weitere Originale der Bulle gibt es in Stuttgart und Wien. das Dresdner Exemplar sei, davon habe sie sich selbst überzeugen können, das besterhaltene unter den Dreien, ließ die Staatsarchivdirektorin wissen.

Die Bulle wurde in der päpstlichen Kanzlei ausgestellt, trägt das Siegel Leos X. , gelangte 1520 mit einem Nuntius nach Sachsen und wurde im Herzogtum öffentlich verlesen, darunter auch in Meißen. Sie wurde recht schnell vervielfältigt und auch ins Deutsche übersetzt.

Die Bulle enthält 41 theologische Aussagen Luthers, die der Papst für ketzerisch erklärte. Unter Androhung des Kirchenbannes forderte den Reformator zum Widerruf auf.

Luther hat einen Abdruck der Bulle vor dem Wittenberger Elstertor am 10. Dezember 1520 verbrannt und damit den Bruch mit der römischen Kirche vollzogen.

Sowohl Anhänger wie entschiedene Gegner der Reformation hätten die Päpstliche Bulle öffentlich verlesen. Beide Seiten schätzten deren propagandistischen Wert offenbar als recht hoch ein, erkärte Wettmann.

Dem Staatsarchiv präsentierte gestern aber auch einen handschriftlich verfasster Brief Martin Luthers an Herzog Georg von Sachsen vom 28. April 1519 vor. In diesem Brief bittet der Reformator, das ihm Georg die Teilnahme an der Leipziger Disputation gestatte und freies Geleit zusichere. Georg hatte zu diesem Zeitpunkt noch gehofft, dass durch das akademische Streitgespräch die Klärung der 95 Ablassthesen Luthers möglich würde. Das bestätigte sich nicht, die Weichen hin zum Bruch Luthers mit der römischen Kirche waren damit gestellt. Und Georg mutierte zum Gegner der Reformation.

Fakten zur Bannandrohungsbulle:

Aussteller: Papst LeoX. (1513-1521)

Ausstellungsort: Rom bei St. Peter

Ausstellungsdatum: 15. Juni 1520

Beschreibstoff:: Pergament

Siegel: Päpstliche Bleibulle an Seidenfäden

Format. 85x 57 cm 8B x H)

Von Peter Weckbrodt

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