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Büsche im Weg: Sanierung der Bautzner Straße droht zu platzen

Dresdner Verkehrsbetriebe müssen 2017 Gleise austauschen Büsche im Weg: Sanierung der Bautzner Straße droht zu platzen

Ein paar Büsche kosten die Dresdner Verkehrsbetriebe sehr viel Nerven und wohl auch ordentlich Geld. Sie wachsen an der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße – genau dort also, wo eigentlich in diesem Jahr die Bautzner Straße grundhaft ausgebaut werden sollte.

Die Eibenbüsche an der Bautzner Straße dürfen nicht weichen, weil sie unter Denkmalschutz stehen. Für die DVB kann das sehr teuer werden.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Ein paar Büsche kosten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sehr viel Nerven und wohl auch ordentlich Geld. Sie wachsen an der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße – genau dort also, wo eigentlich in diesem Jahr die Bautzner Straße grundhaft ausgebaut werden sollte. Ausgebaut werden muss, wenn man Leonard Hanusch, Infrastrukturchef der DVB fragt. Denn die dort liegenden Straßenbahngleise sind verschlissen, müssen dringend ausgewechselt werden. „Wenigstens seit fünf Jahren“ drängen die DVB daher auf die Sanierung – aus vielfältigen Gründen ist bisher nichts daraus geworden.

Inzwischen herrscht nach langem Hin und Her mit fast allen Behörden Einigkeit: Geplant ist eine Komplexsanierung, bei der nicht nur Straßenbahngleise sondern auch die Fahrbahnen erneuert werden. In Fahrtrichtung Albertplatz soll ein Radweg auf der kleinen Bautzner Straße entstehen, die Voraussetzungen dafür sind mit der Verlegung eines Fahrleitungsmastes im Zuge der Entschärfung der Kreuzung Rothenburger und Bautzner Straße, wo 2016 eine Radfahrerin zu Tode kam, längst geschaffen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es die Probleme.

Dort soll ein Radweg neben der Fahrbahn entstehen. An dieser Stelle wachsen die Eibenbüsche, deren Zweige in das Lichtraumprofil des künftigen Radwegs ragen und die deshalb gestutzt werden müssen. Vielleicht müssten manche von ihnen auch gerodet werden, sagt Hanusch. Beides ist derzeit nicht möglich. Die Eibenbüsche stehen unter Denkmalschutz.

Sie gehören zu einer Grünfläche, die erst im Januar 2015 als Überbleibsel des 1945 ausgebrannten Alberttheaters unter Denkmalschutz gestellt wurde. In einer Stadtratsunterlage von Anfang Januar hat das Denkmalschutzamt ausdrücklich erklärt, dass dort insbesondere an die Eibenbüsche keine Axt angelegt werden darf. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen: In den nächsten zehn Tagen wird ein Denkmalschutzgutachten erwartet, das sich bis ins Detail mit der Sache auseinandersetzt.

Bei den DVB sind es bange Tage des Wartens. Und der Kaffeesatzleserei. Dass Bauamtsleiter Reinhard Koettnitz bei seiner Präsentation städtischer Bauvorhaben 2017 die Bautzner Straße mit keinem Wort erwähnte, ist eher ein schlechtes Zeichen. Hält die Strecke noch ein Jahr aus? Eher nicht. „Ein Dreivierteljahr können wir mit verschiedenen Maßnahmen wohl noch überbrücken“, sagt Hanusch. 80 000 Euro mehr würde das wohl wenigstens kosten.

Dauert es länger, müssen die Gleise ausgetauscht werden, ohne dass im Umfeld gebaut wird. Das bedeutet nicht nur Mehrkosten von etwa einer halben Million Euro, sondern auch eine zusätzliche Sperrung auf der Bautzner. Sobald dann Baurecht bestünde, würde erneut gebaut. „Zwei Mal eine Sperrung an dieser Schlüsselstelle – das können wir unseren Fahrgästen eigentlich nicht zumuten“, sagt Hanusch. In der Hand hat er es aber nicht. Einen Bau unter Auslassung des strittigen Radwegs hat der Stadtrat kategorisch ausgeschlossen.

Mit ziemlicher Sicherheit entschieden ist der zweifache Bau auf der Bautzner Straße, wenn das Denkmalschutzgutachten eindeutig negativ ausfällt. Das hätte ein Planfeststellungsverfahren zur Folge, das wenigstens eineinhalb Jahre dauern kann, eher mehr. Zwar hofft auch in der Stadtverwaltung derzeit niemand, dass es so weit kommt. Unwahrscheinlich ist es aber nicht.

Von Uwe Hofmann

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