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Lokales Bürgerwerkstatt zum Verwaltungszentrum zeitgleich mit entscheidender Ausschusssitzung
Dresden Lokales Bürgerwerkstatt zum Verwaltungszentrum zeitgleich mit entscheidender Ausschusssitzung
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09:28 04.12.2018
Der Ferdinandplatz in Dresden. Im Hintergrund der Rathausturm. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Das ist dann mal eine Punktlandung: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) eröffnete am Montagabend im Landhaus die Bürgerwerkstatt zum Verwaltungsneubau auf dem Ferdinandplatz, um wenige Minuten später ins Rathaus zu traben. Dort stellte zur gleichen Zeit der Finanzausschuss des Stadtrates die Weichen für den Neubau: Die Ausschussmitglieder stimmten dem Kauf eines kleinen Grundstücks zum dreifachen Verkehrswert mehrheitlich zu.

Ein „Nein“ hätte die Pläne für das neue Rathaus auf Anfang gestellt. Der städtebauliche Entwurf verplant die kleine, aber teure Privatfläche, deren Besitz sich jetzt der Eigentümer vom Bodensee vergolden lässt. Hätten sich die Linken mit ihrer strikten Ablehnung durchgesetzt, hätte das Verwaltungszentrum umgeplant werden müssen. Vieles von dem, was in der Bürgerwerkstatt besprochen wurde, wäre überholt gewesen.

Das sogenannte Schikaniergrundstück. Quelle: DNN

Die Ausschussmitglieder entschieden sich anders, an den acht Thementischen flammten intensive Debatten auf. Wie soll der Rathausneubau aussehen? Welche Materialien sollen verwendet werden? Flachdach oder Schrägdach? Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gab, aber jede Menge Anregung von interessierten Bürgern, Vertretern von Initiativen und auch Fachleuten.

„Ein Rathaus ist die Visitenkarte einer Stadt“, erklärte Jürgen Borisch, Vorstandsmitglied der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) auf die Frage, ob die Gebäude eher schlicht oder repräsentativ ausfallen sollten. Einen Hochpunkt solle der Neubau auch erhalten, ergänzte ein junger Mann, als Kontrapunkt zum Rathausturm. Und es solle ein richtiger Turm werden und keine zurechtgestutzte Erhöhung. Büros und Veranstaltungsräume sollten im Turm untergebracht werden, ergänzte ein anderer Teilnehmer.

GHND-Vorstand lobt das Format

„Wir brauchen Räume für die Vereine“, sagte Borisch. Überall müsse er für teuer Geld Räumlichkeiten mieten, wenn die GHND Veranstaltungen organisiere. „Früher konnten wir kostenlos in den Lichthof des Rathauses. Ein Rathaus sollte auch ein Ort für die Bürger sein.“

Aber auch ein Ort, der nach Dienstschluss und auch nachts belebt bleibt, ergänzte der Architekt Jens Zander. Gastronomie im Erdgeschossbereich könnte für Frequenz sorgen. Für die Verwaltungsräume wünscht sich Zander eine Konzeption, die den ämterübergreifenden Austausch ermöglicht. „ich stelle mir offene Zonen mit Arbeitsplätzen vor, die zwischen den Ämtern agieren.“

Laut Schmidt-Lamontain gibt es wenig Alternativen zum Neubau. Zwar sei nach dem Wohnungsboom nun auch ein Boom von Gewerbeimmobilien in Dresden zu verzeichnen, der Mangel an großen Büroflächen sei aber so krass, dass die Landeshauptstadt auf Ausschreibungen schon Objekte in Radebeul angeboten bekomme. Die Bereiche Jugend, Schule und Bildung, Umwelt und Stadtentwicklung und Bau sollten in den Neubau ziehen, für den 2020 die archäologischen Grabungen beginnen würden.

Borisch lobte das Format Bürgerwerkstatt. „20 Jahre lang haben wir gefordert, dass wir uns an einen Tisch setzen und reden. Jetzt geht es endlich.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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