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Bürgerinitiative kämpft für Wohnungen am Alten Leipziger Bahnhof

Gegen Globus-Markt Bürgerinitiative kämpft für Wohnungen am Alten Leipziger Bahnhof

Eine kleine Dresdner Bürgerinitiative kämpft weiter beharrlich für ein Wohnviertel auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs. An Stelle des geplanten Globus-Marktes sollen Wohnungen entstehen. Am 16. Januar soll darüber im Rathaus debattiert werden.

Die Zeichen der alten Nutzung sind an vielen Stellen noch gut sichtbar.
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  Judith Brombacher traut Globus nicht. Die Sprecherin der Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ glaubt dem Unternehmen seine Versprechungen nicht. Das hat zugesagt, die historischen Bahnhofsgebäude zu erhalten. Doch Brombacher und ihre Mitstreiter fürchten, dass doch alles anders kommt: Plötzlich werde der Zustand der alten Bauten zu schlecht sein. Die werden dann abgerissen und weichen einem riesigen Parkplatz.

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Eine kleine Dresdner Bürgerinitiative kämpft weiter beharrlich für ein Wohnviertel auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs. Am Samstag gab es einen Rundgang über das Gelände, es kamen deutlich mehr Menschen als erwartet.

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Statt des geplanten Großmarktes will die Initiative, dass am Alten Leipziger Bahnhof Wohnungen entstehen. Die Fläche sei wertvoll. Der Ort habe ein ausgeprägtes Gesicht, liege zentral, sei hervorragend angeschlossen, und definitiv zu schade für ein Einkaufszentrum. Dresden brauche nicht noch mehr Supermärkte, Dresden brauche Wohnungen, so die Mitglieder der Bürgerinitiative.

Architekt schwärmt vom Gelände

Bei einem Rundgang am Samstagnachmittag zeigte Architekt Maximilian Kunze, was das Gebiet ausmacht. Kunze hat seine Diplomarbeit über den ehemaligen Bahnhof geschrieben, seine Arbeit wurde mit dem Kurt-Beyer-Preis der TU Dresden ausgezeichnet.

Kunze plädiert dafür, das gewachsene Bahnhofsareal zu erhalten. Die noch erhaltenen Bahnhofsbauten, vor allem die langgezogenen Lagerhallen, könne man zu Wohnraum umbauen. Dazu gebe es genug Fläche für Neubauten, für Grün, für Läden und Freiflächen. Er schwärmt von der „unglaublichen Tiefe“ des Grundstücks mit Sicht bis zur Petrikirche in Pieschen und der Frauenkirche in der „Altstadt“, wo er scherzhaft vom „Canalettoblick der Eisenbahner“ spricht. Ihm gehe es darum, den Charakter des Gebietes zu erhalten. Zwar ist das Grundstück nach vielen Jahren Brache verwittert, die alten Gleisstränge und Bahnsteige sind noch gut zu sehen. Die ehemaligen Lagerhallen werden noch heute genutzt, an vielen Stellen sind noch originale Bauteile sichtbar.

Tatsächlich ist das Areal voller Geschichte: Hier fuhr ab 1839 die erste deutsche Fernbahn ab, die Dresden mit Leipzig verband. 1945 starteten hier die letzten Züge mit Dresdner Juden nach Auschwitz, Anfang der 90er verlud die rote Armee hier ihr Gepäck, als sie Dresden verließ. Die ältesten erhaltenen Gebäudeteile stammen von 1847.

Und tatsächlich gab es hier auch früher schon Wohnungen, erinnert sich eine Teilnehmerin. sie lebte bis 1967 in der „Grünen Villa“, berichtete sie, bevor sie und alle anderen Anwohner des Geländes raus mussten, da die DDR hier zwischenzeitlich große Pläne hatte.

Stadtrat uneins – Globus wartet

Inzwischen gehört das Grundstück längst nicht mehr der Bahn, sondern Globus, das hier einen großen Einkaufsmarkt errichten will. Der Stadtrat ist dazu uneins. Tatsächlich gibt es zwei gegensätzliche Beschlüsse, die jedoch beide gültig sind. Zum einen existiert ein Beschluss, dass Globus seine Planungen vorantreiben darf, ein zweiter Beschluss schließt Globus an dieser Stelle jedoch aus. CDU, FDP und AfD sind für Globus, SPD und Grüne dagegen. Die Linke ist es grundsätzlich auch, jedoch ist die Stadtratsfraktion bei diesem Thema gespalten. Globus selbst will prinzipiell bauen, wäre wohl aber auch bereit, den Standort zu wechseln, wenn die Stadt ein gleichwertiges Grundstück anbietet. Die Suche danach läuft.

Die Bürgerinitiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ will am 16. Januar über ihre Ideen zu Wohnungen am Alten Leipziger Bahnhof informieren und diskutieren. Start ist 18 Uhr im Festsaal des neuen Rathauses.

Von Stephan Lohse

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