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Lokales Buchhandel steht stabil in Dresden - Probleme gibt es vor allem im ländlichen Raum
Dresden Lokales Buchhandel steht stabil in Dresden - Probleme gibt es vor allem im ländlichen Raum
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20:42 09.09.2015

Diese Lesart wird zudem dadurch befeuert, dass sich nach Meinung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ein Rückgang der Umsätze im Internethandel abzeichne. Buchverkäufe über Online-Plattformen hatten dem stationären Buchhandel, wie Buchläden im Jargon der Wirtschaftsfachleute heißen, in den letzten Jahren immer mehr zugesetzt.

Alles rosig also? Regine Lemke, Geschäftsführerin des Börsenverein-Landesverbands Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sieht das anders. "Ich habe mit Buchhändlern gesprochen, sie reagieren sehr unterschiedlich darauf", sagt sie. Das große Aufatmen gibt es ihrer Erfahrung nach in den sächsischen Buchhandlungen nicht. "Es ist alles eine Frage des Ortes, der Zeit und der Bedingungen", sagt sie. Der Buchhandel sei gebeutelt durch die allgemeinen Sorgen des Einzelhandels wie etwa der Nachfolgeproblematik (z. B. in Bischofswerda) oder den mit dem Hochwasser verbundenen Belastungen wie etwa in Bad Schandau, wo der dortige Buchladen zwar nicht direkt betroffen war, trotzdem während und nach der Flut kaum von Kunden aufgesucht wurde.

Hinzu komme die spezielle Problematik, dass die sächsischen Kommunen seit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen 2012 für die Arbeitshefte aufkommen müssen. Die werden seither im großen Stil bestellt, wobei die Buchhändler, wollen sie bei einer Ausschreibung Erfolg haben, die Lernmittelrabatte weitergeben müssen. Das war früher, als Eltern die Hefte in den Buchhandlungen bestellten, noch nicht üblich, sagt Lemke.

Dennoch stagniert die Zahl der Buchhandlungen sachsenweit. 2011 gab es laut amtlicher Umsatzsteuerstatistik 326 Buchhändler (Filialen nicht mitgerechnet) in Sachsen, im Jahr davor waren es 330, 2009 328. Neuere Zahlen gibt es nicht. Zu kämpfen habe der Buchhandel vor allem im ländlichen Raum, Dresden sei dagegen bestens versorgt. Das bestätigen auch Zahlen des Deutschen Börsenvereins. Der hatte vor zwei Jahren 43 Mitglieder in Dresden, 2011 waren es noch 40, ein Jahr davor 38. Von einem Sterben der hiesigen Buchhandlungen also keine Rede sein. "Dresden geht es gut, das wird auch so bleiben", ist Landesverbands-Chefin Lemke überzeugt. Es stimme das Angebot und die Mischung von Händler mit allgemeinem Sortiment und Fachangebot.

Uwe Hofmann

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