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Brücken reparieren statt Brücken bauen

Dresden investiert 32 Millionen Euro Brücken reparieren statt Brücken bauen

Mit 32 Millionen Euro bringt Dresden im nächsten Jahr seine Brücken auf Vordermann. Die Sanierung der Augustusbrücke ist mit rund 23 Millionen Euro der größte Einzelposten. Aber auch an der Nossener Brücke und dem lauen Wunder wird gearbeitet. Daneben gibt es eine Fülle an kleineren Vorhaben.

Verzögerter Baustart: die Augustusbrücke.
 

Quelle: dnn

Dresden..  Die Landeshauptstadt Dresden investiert im nächsten Jahr 32 Millionen Euro in Brücken und Ingenieurbauwerke wie Stützmauern und Durchlässe. Größter Brocken ist mit rund 23 Millionen Euro die Sanierung der Augustusbrücke, die zwar an den Brückenköpfen schon begonnen hat, aber ab Ende März 2017 auch den eigentlichen Brückenkörper umfassen soll. Das erklärte Reinhart Koettnitz, Leiter des städtischen Straßen- und Tiefbauamtes.

Eigentlich sollten die Arbeiten schon im Januar beginnen. Doch die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben noch nicht vorgelegt, so dass sich der Baustart verschiebt. Er habe gerade erst mit dem zuständigen Referatsleiter in der LDS telefoniert und gehe davon aus, dass der Beschluss noch im März ausgereicht werde, so Koettnitz. „Wenn wir aber drei Monate später beginnen, werden wir wohl auch erst drei Monate später fertig.“ Was bedeuten würde: Die sanierte Augustusbrücke wird nicht Ende 2018 freigegeben, sondern erst im Frühjahr 2019.

Straßenbahnen fahren 15 Monate nicht

Verspäteter Baubeginn: Geld ist da für die Augustusbrücke, aber kein Baurecht.

Verspäteter Baubeginn: Geld ist da für die Augustusbrücke, aber kein Baurecht.

Quelle: Arno Burgi

Die Arbeiten beginnen laut Koettnitz mit dem Abriss des Brückenbogens über das Terrassenufer. Die Straßenbahnen können dann 14 bis 15 Monate nicht mehr über die Elbquerung fahren, während Fußgänger und Radfahrer besser dran sind: Eine Behelfsbrücke wird das Pegelhaus mit der Brücke verbinden.

Die Finanzierung der Bauarbeiten ist komplex. Es fließen Mittel aus der Hochwasserschadensbeseitigung, Straßenbaumittel, Fördermittel und Gelder der Verkehrsbetriebe, die den Abstand ihrer Gleise auf dem Bauwerk verbreitern. „Das Zeitkorsett ist schon wieder relativ eng“, so der Amtsleiter.

Nossener Brücke neu sortiert

Zweiter dicker Brocken ist die Nossener Brücke, die zwar im Zuge des Programms „Stadtbahn 2020“ komplett erneuert werden soll, aber schon jetzt dringend eine Stabilisierung benötigt. Der Abschnitt über das Gelände des Heizkraftwerkes wird ab Januar 2017 laut Koettnitz komplett umgestaltet. Zuerst verstärken Bauarbeiter mit Betonscheiben die Stabilität der stadtwärtigen Fahrbahnen. Dann erhält dieser Brückenbereich zwei Fahrspuren – zwei stadteinwärts, eine stadtauswärts. Der stadtauswärtige Brückenabschnitt wird dagegen von zwei auf eine Fahrspur reduziert, weil er marode ist. „Wenn wir nichts tun, müssen wir den Lastverkehr von der Brücke nehmen“, begründet Koettnitz die geplanten Arbeiten.

Der Brückenbereich mit der dann bald einspurigen stadtauswärtigen Fahrbahn wird zuerst abgerissen, wenn die Nossener Brücke neu gebaut wird und in der Mitte die Straßenbahngleise trägt. Wann das sein wird, kann Koettnitz noch nicht genau sagen. „Nicht vor 2020, eher 2021“, schätzt der Amtsleiter.

Farbe für das Blaue Wunder

Neue Rostschutzfarbe: 2018 und 2019 soll das Blaue Wunder einen neuen Anstrich erhalten.

Neue Rostschutzfarbe: 2018 und 2019 soll das Blaue Wunder einen neuen Anstrich erhalten.

Quelle: dpa

Gebaut wird auch an Dresdens Wahrzeichen Blaues Wunder. Hier sollen die provisorisch eingebauten Betonplatten auf dem Fußweg Oberstrom gegen den historischen Holzbelag ausgetauscht werden. Dabei erhält der offengelegte Abschnitt gleich einen neuen Rostschutz. Die gesamte Stahlkonstruktion soll 2018 und 2019 neu gestrichen werden, kündigte Koettnitz an. „2017 werden wir dafür die Ausschreibung durchführen.“

Restarbeiten an der Albertbrücke

Gebaut wird auch an der Albertbrücke, die zwar längst für den Verkehr freigegeben ist, aber an Pfeilern und angrenzenden Bauwerken noch Sanierungsbedarf hat. Der Bau der Brücke zum Staudengarten wird 2017 fortgesetzt, rund 1,2 Millionen Euro sind für den denkmalgerechten Neubau veranschlagt.

Viele kleine Vorhaben

Geplant sind auch viele kleine Vorhaben wie die Reparatur von Lärmschutzwänden an der Washingtonstraße, Schlachthofbrücke und Löbtauer Brücke, die Instandsetzung von Stützmauern im Bereich Tharandter Straße, an der Ohlsche, Niedermühle und Viktor-Böhmert-Weg oder der Neubau der Brücke Hermann-Conradi-Straße über die Lockwitz. Der Elberadweg zwischen Tolkewitz und Laubegast wird eine neue Brücke über den Niedersedlitzer Flutgraben erhalten, die Brücke Oskarstraße über den Kaitzbach erhalt einen neuen Durchlass. Neu gebaut wird die Brücke Lüberecker Straße, auch das Brückenbauwerk Friedrich-August-Straße/Tännichtgrund wird als denkmalgerechter Ersatzneubau errichtet. Die Stützmauer Schillerstraße erhält für 300 000 Euro eine umfassende Reparatur, in der Calberlastraße gibt es einen Ersatzneubau der Stützmauer.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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