Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Breiter Protest gegen Identitärentreffen in Dresden
Dresden Lokales Breiter Protest gegen Identitärentreffen in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:52 26.08.2018
Die Seebrücke-Demonstratin auf der Wilsdruffer Straße. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Identitäre Bewegung (IB) veranstaltete am Samstag in Dresden zum ersten Mal ein deutschlandweites Treffen. Gekommen waren etwa 300 bis 400 Sympathisanten der rechtsextremen Gruppierung. Sie füllten den mit Bauzäunen abgesperrten Bereich auf der Cockerwiese nicht annähernd. Dass die Polizei für das gesamte Gebiet ein Alkoholverbot aussprach, verscheuchte zusätzlich eine zweistellige Zahl an IB-Fans. Die ließen sich lieber in der benachbarten „Ackis Sportsbar“ nieder, als Martin Sellner und Co. zu lauschen. Der junge österreichische IB-Vordenker stellte in Dresden eine App vor, mit der sich die Bewegung künftig besser vernetzen will. Sie soll im Dezember erscheinen. Weitere bekannte Gesichter unter den IB-Teilnehmern: Verleger Götz Kubitschek, Pegida-Vize Siegfried Däbritz und Alexander Kleine von der IB Leipzig.

Eindrücke vom Treffen der Identitären am 25. August 2018 in Dresden

Auf Seiten des Gegenprotests konnten vierstellige Teilnehmerzahlen verbucht werden. Schon am Mittag postierten sich einige Gegendemonstranten um Grünenpolitiker Jürgen Kasek und die Linksjugend unter dem Motto „Kein Platz für Nazi-Hipster“ in unmittelbarer Nähe der IB-Bauzäune. Auch Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) ließ sich am frühen Nachmittag kurz sehen. Die Gegendemonstration „SeebrückeDD – Grenzenlose Solidarität statt tödliche Abschottung“ verstärkte den Protest, vom Scheunevorplatz her kommend, mit über 1000 Demonstranten. „Es ist der finsterste, abgründigste Hass, den die Identitären auf dem Mittelmeer gegen Geflüchtete betreiben“, hieß es. Anschließend zog die Kundgebung weiter zum Theaterplatz.

DD2508: Gegenprotest zum Identitärentreffen in Dresden

Am Kulturpalast, wo Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch zum gemeinsamen Singen eingeladen hatte, beteiligten sich gut 300 Dresdner, OB Dirk Hilbert, die Philharmonie und andere Dresdner Akteure an „So klingt Dresden“. Vor dem Dresdner Hygienemuseum, in dem unabsichtlich zeitgleich zum IB-Treffen eine Demokratiekonferenz stattfand, spielte Musik. Auch Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange (SPD) war vor Ort. Der Möglichkeit zum kostenlosen Besuch der aktuellen Ausstellung „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“ kamen viele Dresdner nach.

 

Die Polizei verzeichnete über den Tag einige kleinere Zwischenfälle. So wurden die Identitäten von sechs Personen (fünf Männer, eine Frau) festgestellt, die sich auf der Cockerwiese an einem Angriff auf fünf Pressevertreter beteiligt haben sollen. Gegen sie wird wegen Nötigung ermittelt. Bei einem erst 16 Jahre alten Identitären-Ordner fanden sich Schlagschutzhandschuhe und Tierabwehrspray. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Als Minderjähriger durfte er seiner Funktion als Ordner dann auch nicht nachgehen. Ein 22-Jähriger wird sich wegen eines Runentattoos verantworten müssen. Zunächst hatte er es auf Anweisung der Polizeibeamten abzudecken.

Protokoll

Der DNN-Liveticker zum Nachlesen

Die Beamten waren mit mit 500 Mann, Reitern und einem Polizeihubschrauber im Einsatz. Auf Twitter und vor Ort gab sich die Behörde auffallend zuvorkommend gegenüber Journalisten – wohl auch als Reaktion auf die gestrigen Ereignisse rund um das Vorgehen der sächsischen Polizei gegen ein ZDF-Team am Rande einer „Pegida“-Demonstration in Dresden.

Von Franziska Schmieder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Digitalisierung und Automatisierung verändern mehr und mehr das traditionelle Handwerk: Die Drohne ersetzt beim Dachdecker die Leiter, die autonom navigierende Karre transportiert für den Maurer die Steine.Damit die Meister von morgen diese und weitere moderne handwerkliche Raffinessen von der Pike auf lernen können, baut die Dresdner Handwerkskammer derzeit ein 40 Millionen Euro teures Bildungszentrum.

25.08.2018

Klare Ansage der Stadtverwaltung: In der Diskussion um den neuen Standort für die Unischule in Dresden macht die Stadt jetzt Zusagen, die für die Umsetzung des Konzepts wichtig sind.

25.08.2018

Sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod seiner Tochter kommt ein 36-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Die leblose Dreijährige war noch am Tatabend von Polizisten in der Wohnung des Vaters im Plattenbauviertel Gorbitz gefunden worden. Das Mädchen hatte das Wochenende bei ihrem Papa verbracht.

25.08.2018