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Lokales Braucht Dresden eine Gernika-Straße?
Dresden Lokales Braucht Dresden eine Gernika-Straße?
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12:12 22.04.2017
Für den Denk Mal Fort-Vorsitzenden Holger Hase fehlt es an Expertise bei der Erinnerungspolitik.   Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Zwar gibt es das kleine Gässchen zwischen Theaterstraße und Schweriner Straße noch gar nicht, doch deren künftiger Name „Gernika-Straße“ sorgt für viel Kritik am Umgang mit der Erinnerungskultur seitens der Politik. Anfang März setzte die Rot-Grün-Rote Stadtratsmehrheit (RGR) einen Antrag durch, den die Grünen seit 2012 hartnäckig immer wieder auf den Tisch brachten. So soll nun laut Beschluss eine Straße in Dresden nach der spanischen Stadt Gernika benannt werden, die 1937 während des spanischen Bürgerkrieges von deutschen Fliegern zerbombt wurde.

FDP-Kreisvorsitzender und Vorsitzender des Vereins Denk Mal Fort, Holger Hase, kritisiert das Vorgehen der Verantwortlichen und warnt vor willkürlichen und unsachgemäßen Entscheidungen: „Unterschwellig unterstellt man den Dresdnern, dass wir uns nicht genug mit der Täterrolle auseinandersetzen und negiert damit die Arbeit von all denjenigen, die sich aktiv dafür einsetzen.“ Zumal Dresden nicht nachweisbar an jenen Bombenangriffen beteiligt gewesen wäre und deshalb der Kontext – Dresden hatte zu dieser Zeit zwar eine Pilotenschule des Heeres – ziemlich konstruiert wirke. Ähnliche Kritik kam direkt nach der Stadtratsentscheidung im März auch von Seiten der Opposition. Man warf RGR vor, mit solchen Maßnahmen auf Kosten von Beliebigkeit in der städtischen Erinnerungskultur lediglich seine Mehrheit im Stadtrat zu demonstrieren. Auch der Verein Denk Mal Fort, der sich seit 2013 innerhalb der Dresdner Erinnerungskultur rund um den 13 Februar engagiert, hätte sich eine breitere Debatte im Vorfeld zu diesem Thema gewünscht.

Generell spreche aus Hases Sicht nämlich nichts dagegen, ein solches Thema wie den Gernika-Angriff zu besprechen. „Doch etwas mehr Sachverstand und Expertise würde gut tun“, so Hase. Beispielsweise sei keiner der Verantwortlichen auf Gernika-Experten und Denk Mal Fort-Mitglied Matthias Neutzner zugekommen. Für Hase ein Beleg, dass es seitens der Politik an echter Intention und dem Willen für eine vernünftige Lösung fehlt. „Es gibt fraktionsübergreifend auch kaum Experten und Ansprechpartner zu diesen Themen“, so Hase.

Auch die Umsetzung des Beschlusses sieht er kritisch. Denn eigentlich war anfangs vorgesehen, die Schweriner Straße umzubenennen. „Aus Angst vor dem Gegenwind entschied man sich daher für eine Seitengasse, die es noch gar nicht gibt. Wenn man schon solch eine Gedenkstraße haben möchte, sollte man auch mit voller Überzeugung dazu stehen. Ob das kleine Gässchen eine angemessene Würdigung für die Ereignisse in Gernika ist, wage ich zu bezweifeln“, so der Bundeswehr-Geschichtslehrer.

Deshalb sei das Thema auch noch lange nicht durch. Der Verein Denk Mal Fort veranstaltet am 26. April um 19 Uhr einen Informationsabend mit öffentlicher Diskussion im Museumscafé im Stadtmuseum, an dem auch Matthias Neutzner teilnimmt. Die Diskussionsrunde ist Teil von mehreren Veranstaltungen des Vereins, um die Debatte über die Erinnerungskultur in Dresden aktiv zu fördern.

Von Sebastian Burkhardt

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