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Lokales Braucht Dresden Hochhäuser?
Dresden Lokales Braucht Dresden Hochhäuser?
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07:24 30.10.2018
Hochhäuser gehören zum Stadtbild: Blick vom Bismarckturm aufs Zentrum. Quelle: Foto: GHND
Dresden

Wozu braucht ein Technisches Rathaus einen Hochpunkt?, fragte Matthias Lerm, Stadtarchitekt in Jena zwar, aber mit Dresden innig verbunden. „Das Rathaus repräsentiert. Aber im Technischen Rathaus fallen doch keine politischen Entscheidungen.“ Landeskonservatorin Rosemarie Pohlack sah es genauso: „Als Landesamt sind wir nicht davon überzeugt, dass es der geeignete Standort für einen Hochpunkt ist.“

Wenn auf dem Ferdinandplatz ein Verwaltungszentrum gebaut wird, soll nach Plänen der Stadtverwaltung auch ein 60 Meter hoher Turm entstehen. Das ist aber nur eines von elf aktuellen Hochhausprojekten im unmittelbaren Umfeld der historischen Altstadt. „Braucht Dresden Hochhäuser?“, fragte denn auch am Montagabend die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) in einer hochkarätig besetzten Veranstaltung, auf der einer indes krankheitsbedingt passen musste: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) sagte noch am Morgen krankheitsbedingt ab.

Sieben Visionen vom neuen Ferdinandplatz

Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten.

Einen Vertreter schickte die Stadtverwaltung nicht. Schmidt-Lamontain habe sich in den vergangenen Wochen umfassend in die Materie eingearbeitet und wolle seine Auffassung selbst kundtun, habe er ausrichten lassen, hieß es. Ein anders Mal eben.

Das Thema wird den Baubürgermeister nicht mehr loslassen, dafür haben schon seine eigenen Parteifreunde gesorgt. Gemeinsam mit Linken und SPD haben die Grünen im Stadtrat einen Antrag verfasst, wonach die Verwaltung ein Hochhauskonzept erarbeiten soll.

Alleinstellungsmerkmal Stadtshilouette in Gefahr?

Diese Empfehlung gibt auch Lerm Dresden mit auf den Weg. Der Stadtarchitekt ist weit davon entfernt, Hochhäuser zu verdammen. „Sie können das Stadtbild beleben, wenn sie eine hohe Qualität besitzen.“ Es müssten aber Räume definiert werden, an denen Hochhäuser möglich sind. In Jena sei das Zentrum intensiv untersucht worden. „Hochhäuser sollten an Nahverkehrsknoten entstehen, weil ihre Auswirkung auf den Verkehr nicht zu unterschätzen sind“, nannte Lerm einen Aspekt. 15 Prüfquartiere habe man in Jena festgelegt, acht seien gestrichen worden, so dass an sieben Stellen Hochhausbau möglich sei.

Verwerflich auf das Äußerste sei es, meinte der frühere Baubürgermeister Gunter Just, dass es nach wie vor keine Konzeption für Hochhäuser gebe. Zu seiner Zeit hätten Hochhausbauten keine Rolle gespielt, trotzdem habe man sich Gedanken gemacht, die Stadtsilhouette zu schützen. „Wir hätten gerne die Punkthäuser am Käthe-Kollwitz-Ufer abgerissen oder die beiden Hochhausscheiben am Terrassenufer.“ Ihn betrübe es zutiefst, dass die Stadt keinen Schritt vorangekommen sei.

Zu verlieren habe Dresden vieles, erklärte der renommierte Journalist Dankwart Guratzsch in seinem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Hochhauspläne. „Dresden hat eine Silhouette wie keine zweite deutsche Stadt. Deshalb kommen die Touristen nach Dresden.“ Der „schleichenden Hochzonierung der Baumasse“ müsse Einhalt geboten werden, ehe das Alleinstellungsmerkmal Stadtshilouette überformt werde.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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