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Lokales Brandschutzerziehungszentrum in Dresden ist ein Novum in Sachsen
Dresden Lokales Brandschutzerziehungszentrum in Dresden ist ein Novum in Sachsen
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11:28 01.12.2017
Michael Heinze an der variablen Magnettafel. Sie ist ein Hilfsmittel, um mit kleinen Kindern zu üben, wie man Gefahren erkennt, worauf man zum Beispiel zu Hause achten muss, damit es nicht brennt. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Also ich ziehe zu Hause das Ladekabel aus der Dose, wenn das Handy geladen ist. Und ich lasse weder Fernseher noch Computer auf Standby, sondern schalte sie aus, wenn ich sie nicht brauche“, sagt Michael Heinze. Der Feuerwehrmann weiß aus eigener Erfahrung, warum er das tut. Denn „jeder zweite Brand ist auf einen Defekt eines elektrischen Gerätes oder einer Anlage zurückzuführen“, so der Hauptbrandmeister.

Es gebe noch viel mehr Gefahrenquellen zu Hause, die oft gar nicht als solche erkannt würden. Waschmaschinen und Trockner laufen zu lassen, wenn man nicht zu Hause ist, benutzte Streichhölzer in die Schachtel zurückzulegen, heißes Fett mit kaltem Wasser abzulöschen oder in einem sehr verstaubten Raum zu kehren und dann ein elektrisches Gerät zu bedienen – all das könne böse Folgen haben. Und dass sich ein mit Möbelöl getränkter Lappen unter bestimmten Bedingungen selbst entzündet, habe erst jüngst ein Feuerwehreinsatz im Dresdner Stadtteil Helfenberg gezeigt.

Um aufzuklären und Brände möglichst zu vermeiden engagiert sich Michael Heinze nicht nur als Stadtjugendfeuerwehrwart, sondern auch im Brandschutzerziehungszentrum in Dresden. Das befindet sich in der Feuerwache Altstadt an der Strehlener Straße und sei „ein Novum in Sachsen und eines der wenigen in Deutschland“, sagt Ralf Schröder, Sprecher der Dresdner Feuerwehr. „23 Kolleginnen und Kollegen aus dem Brand- und Katastrophenschutzamt führen hier freiwillig und zusätzlich zum normalen Dienst Schulungen durch“, erfahren wir von Michael Heinze, der das Zentrum mit aufgebaut hat und es leitet.

In der Feuerwache Dresden-Altstadt gibt es seit 2012 ein Brandschutzerziehungszentrum. 23 Mitarbeiter aus dem Brand- und Katastrophenschutzamt führen dort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene freiwillig und zusätzlich zum normalen Dienst Schulungen durch. Und das auf eine sehr anschauliche Art und Weise.

Zum einen kommen Vorschulgruppen und Schulklassen verschiedener Altersstufen. Zum anderen lassen Unternehmen und Institutionen ihre Mitarbeiter in Sachen Brandschutz schulen. Des Weiteren kann man gegen eine Gebühr den Umgang mit einem Feuerlöscher üben. Die Kameradinnen und Kameraden sind aber auch auf Messen vertreten, um Interesse für das Thema Brandschutz zu wecken. Und das auf eine sehr anschauliche – dem Alter und Vorwissen angepassten – Art und Weise.

Für Vorschulkinder beginnt die Brandschutzerziehung in einer Höhle. Sie ist Ort einer Zeitreise in die Vergangenheit, „als das Feuer zu den Menschen kam“, so Heinze. Im weiteren Verlauf lernen die Kinder zum Beispiel mit Hilfe von großen bunten Bildern an Magnettafeln, wo zu Hause Gefahren lauern können, wie man sich im Notfall verhält – zum Beispiel einen Türschlitz abdichtet – und Hilfe holt. Dafür gibt es in dem großen Raum, der in der Feuerwache Altstadt für die Brandschutzerziehung zur Verfügung steht, auch Telefone.

An diesen kann geübt werden, was man in welcher Reihenfolge sagt, wenn man den Notruf 112 gewählt hat. „Es ist ganz wichtig, zuerst den Ort zu nennen, an dem es gerade brennt bzw. wo Hilfe benötigt wird. Denn dann können wir die Helfer unverzüglich losschicken. Wenn man erst seinen eigenen Namen nennt und dann vielleicht aufgrund der Rauchentwicklung ohnmächtig wird, haben wir ein Problem“, erklärt der Hauptbrandmeister.

Für ältere Schüler und Erwachsene sind Höhle, bebilderte Magnettafel und Übungstelefone natürlich Kinderkram. Sie bekommen dafür anhand von Experimenten und anschaulichen Vorführungen mit Hilfe eines Puppenhauses und eines Nebelgerätes in einem mit leuchtenden Markierungen präparierten Raum garantiert das eine oder andere Aha-Erlebnis.

4000 „Schüler“ hatte das Dresdner Brandschutzerziehungszentrum in diesem Jahr schon. „Bis März nächsten Jahres sind die Vormittag-Termine bis auf wenige Ausnahmen ausgebucht“, so Michael Heinze. Nachmittags gibt es noch Kapazitäten. Auch im August/September sei erfahrungsgemäß wenig los.

www.bez-dd.de

Von Catrin Steinbach

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