Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 10 ° heiter

Navigation:
Google+
Brandanschlag auf Martin-Luther-Kirche: Täter wollte „Zeichen setzen“

Prozess um Molotow-Cocktails Brandanschlag auf Martin-Luther-Kirche: Täter wollte „Zeichen setzen“

Am frühen Morgen des 27. Juli waren drei Brandsätze gegen die Türen der Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt geflogen. Bereits einen Tag später wurde der Täter gefasst und steht nun vor Gericht. Ihm wird die „verbotene Herstellung von Waffen“, schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Am frühen Morgen des 27. Juli waren drei Brandsätze gegen die Türen der Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt geflogen. Nun steht der Täter vor Gericht.

Quelle: dpa

Dresden. Am frühen Morgen des 27. Juli waren drei Brandsätze gegen die Türen der Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt geflogen. Glücklicherweise erloschen die Flammen größtenteils von allein, den Rest haben Passanten ausgetreten. Der Sachschaden belief sich auf 1000 Euro.

Schon am nächsten Tag hatte die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen – er war von Zeugen beobachtet worden. Der 41-Jährige wurde im Sommer wegen erheblicher psychischer Probleme in einer Klinik untergebracht, da er, so der Haftrichter, möglicherweise nicht schuldfähig sei.

Gestern nun hat vor dem Dresdner Landgericht der Prozess gegen Daniel J. begonnen, dem die „verbotene Herstellung von Waffen“, schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen wird. Allerdings geht es im Prozess nicht um eine Haftstrafe, sondern um eine dauerhafte Unterbringung in einer Anstalt. Der 41-Jährige, so die Staatsanwaltschaft, leide unter einer sogenannten bipolaren Störung und sei manisch- depressiv. Da er sich bisher aber jeder Therapie verweigert habe, gehe von ihm eine Gefährdung der Allgemeinheit aus. Die Ermittler rechnen mit weiteren Straftaten, wenn der Mann auf freiem Fuß bleibe.

Daniel J. wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern, brach dann aber doch sein Schweigen. Er habe ein Zeichen setzen wollen, erklärte er. Die Brandsätze habe er sich zu Hause in seiner Wohnung auf der Albertstraße gebastelt und dafür Grillanzünder benutzt, den er sich an den Grillplätzen an der Elbe zusammengesucht habe. Sein Motiv zu verstehen, war schwierig: Einmal ging es um seine Gitarre, die er vorher einmal an der Kirche abgestellt haben will, die dann aber verloren gegangen sei. Dann um seinen Wunsch, einer Band anzugehören, wenn er deren Titel „Hurra, Hurra die Kirche brennt“ in die Tat umsetze.

Der Prozess wird fortgesetzt – zunächst sollen weitere Zeugen vernommen werden,darunter auch der Pfarrer der Kirche. Ein Urteil soll Ende Januar gesprochen werden.

Von Monika Löffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.