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Lokales Bosch legt Grundstein für Milliarden-Chipfabrik in Dresden
Dresden Lokales Bosch legt Grundstein für Milliarden-Chipfabrik in Dresden
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13:43 26.06.2018
Jens Fabrowsky (l-r), Bosch-Bereichsvorstand, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Dirk Hoheisel, Bosch-Geschäftsführer, Michael Kretschmer (CDU), Sachsens Ministerpräsident, und die künftigen Werkleiter Patrick Leinenbach und Otto Graf haben den Grundstein für die Bosch-Halbleiterfabrik im Dresdner Norden gelegt. Rund eine Milliarde Euro will der Konzern in das Chipwerk investieren. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die ersten Betontürme für Dresdens neueste Chip-Megafabrik ragen längst aus dem Hellerauer Boden. Trotzdem ließen es sich Dirk Hoheisel von der Bosch-Geschäftsführung, Bundes-Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) nicht nehmen, am Montag auch noch offiziell einen Grundstein für die Milliarden-Investition zu legen: Der Automobilzulieferer Bosch will hier in der größten Einzelinvestition seiner Geschichte ein supermodernes Halbleiterwerk im Dresdner Norden bauen. Dort soll ab Ende 2021 auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) spezielle Elektronik für Automobile und das Internet der Dinge entstehen. „Wir bauen hier die Fabrik der Zukunft, die die Industrie 4.0 vorwegnimmt“, sagte Hoheisel.

Grundsteinlegung einer neuen 300-Millimeter-Halbleiterfabrik der Bosch-Gruppe

Bevor er die Grundstein-Kapsel abfüllte, hob Altmaier (CDU) die besondere ökonomische Bedeutung des Bosch-Großprojektes hervor: Einerseits entstünden hier an die 700 Industrie-Arbeitsplätze – und Deutschland sei gut beraten, um jeden Industriearbeitsplatz zu kämpfen, betonte der bekennende Chips-Fan Altmaier. „Aber das hier ist nicht nur eine Fabrik. Das ist ein Ringen um die industriepolitische Zukunft dieses Kontinents.“

mikroelektronik-begeisterte Sachsen und Einsichten in Berlin

Er erinnerte daran, wie oft Deutschland schon wichtige wirtschaftliche Entwicklungen trotz hervorragender eigener Forschung verschlafen habe: den Taschenrechner, den Heimcomputer – und selbst der in Deutschland miterfundene Fernseher kam irgendwann nicht mehr von Grundig oder Loewe, sondern von Sharp oder Samsung. „Diese Fehler dürfen wir nicht wiederholen“, betonte Altmaier. „Wir werden kämpfen!“ Gemeint ist: Wenn Deutschland bei den nächsten großen Megatrends wie „Elektromobilität“, „autonomes Fahren“ und „Künstliche Intelligenz“ in der ersten Reihe mitspielen wolle, dann bedürfe es solcher Investitionen wie der von Bosch in Dresden.

Dirk Hoheisel, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, bei der Grundsteinlegung am Montag. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Hinter diesen markigen Sätzen steckt auch eine gehörige Portion Nerverei der mikroelektronik-begeisterten Sachsen, die in Berlin jahrelang für eine Sonderförderung der Mikroelektronik geworben habe. Inzwischen setzt sich auch in Berlin und Brüssel die Einsicht durch, dass Deutschland, dass Europa ganz andere Bandagen anlegen muss, um den Anschluss in vielen Zukunftstechnologien nicht vollends zu verpassen. Heißt: Für das „freie Spiel der Marktkräfte“ haben Berlin und Brüssel Ausnahmen vorgesehen. Für ausgewählte Schlüsseltechnologien gelten die die normalen wettbewerbsrechtlichen Beihillfe-Obergrenzen der EU seitdem nicht mehr.

Und so hat der Bund auch die neue Bosch-Fabrik als Projekt von besonderem europäischen Interesse eingestuft. Das bedeutet: Von der Milliarde Euro, die der deutsche Konzern in Sachsen investiert, wird er einen erheblichen Teil als Subvention aus dem Mikroelektronik-Sonderprogramm des Bundes bekommen. Eine genaue Summe wollte der Bundeswirtschaftsminister auf Anfrage mit Blick aufs aufstehende Genehmigungsverfahren noch nicht nennen, sprach aber von einem dreistelligen Millionenbetrag.

Von Heiko Wecfkbrodt

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