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Lokales Bodennoppen und Blindenschrift an der TU: Blindenleitsystem in Dresden
Dresden Lokales Bodennoppen und Blindenschrift an der TU: Blindenleitsystem in Dresden
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17:46 09.09.2015
Rainer Spallek (r.) u. Gerhard Weber kümmern sich um Belange von Blinden Quelle: Julia Vollmer

Die meisten von ihnen studieren Informatik, es sind aber auch Sozialpädagogen, Psychologen und Mathematiker dabei. Bisher war die Orientierung in dem weitläufigen Foyer für Blinde und Sehbehinderte schwierig. Insbesondere das Treppensteigen entpuppte sich als Problem, da man leicht mit dem Kopf gegen die Wendeltreppen stoßen konnte.

Die Technische Universität verfügt seit September 2014 über ein deutschlandweit einzigartiges Blindenleitsystem. Steigen z.B. die Studenten aus

dem Bus an der Nöthnitzer Straße vor der Fakultät Informatik aus, werden sie zu ihren Seminarräumen auf noppenartig strukturierten Gehwegplatten geführt.

Bodenerhebungen führen die Studenten übrigens auch zum Rechenzentrum, den Seminarräumen, zum Studentencafé und zum Büro des Fachschaftsrates. Viele brauchen die Noppen später nicht mehr zur Orientierung. Gerade am Anfang des Studiums sind sie jedoch für die Betroffenen eine große Hilfe. Stark gemacht für ein Blindenleitsystem hat sich der Beauftragte für Studierende mit Behinderung der TU Dresden, Professor Rainer Spallek. Bereits zur Einweihung des Hörsaalgebäudes im Jahr 2006 wurden Braille-Schrift und geprägte Buchstaben an den Handläufen der Treppengeländer angebracht.

Um möglichst gute Arbeitsbedingungen für Studenten und die Forschung auf dem Gebiet kümmert sich seit 1990 die Arbeitsgruppe „Studium für Blinde und Sehbehinderte“ (SBS) unter der Leitung von Prof. Gerhard Weber. Für die blinden Studenten bietet die AG SBS organisatorische und technische Beratung und wirkt koordinierend bei der Studienmaterialbearbeitung an der TU Dresden. Das seit 1990 aufbereitete Studienmaterial wird zentral archiviert und ist für alle sehgeschädigten Studierenden der TU Dresden zugänglich.

Weber hat die Professur Mensch-Computer Interaktion inne, lehrt zur Barrierefreiheit und forscht nach Systemen, um den Alltag von Behinderten einfacher zu machen. Am Institut sucht Prof. Weber mit seinen Mitarbeitern und Studenten zum Beispiel nach einer Möglichkeit, wie blinde und sehbehinderte Menschen Landkarten nutzen können. Oder nach Kameratechnik, um Hindernisse im Alltag für Blinde kenntlich zu machen.

jv

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