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Lokales Blut kann knapp werden - 1500 Wissenschaftler tagen im Kongresszentrum
Dresden Lokales Blut kann knapp werden - 1500 Wissenschaftler tagen im Kongresszentrum
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17:37 09.09.2015

"Ob für Neugeborene, Unfallopfer, Krebspatienten oder Transplantationen - Blutkonserven sind in allen medizinischen Fachbereichen unentbehrlich", sagte Professor Gregor Bein, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) gestern in Dresden. Über 1500 Wissenschaftler und Ärzte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum aber auch aus Frankreich, Japan und vielen anderen Ländern tauschen sich noch bis Freitag zur 47. Jahrestagung der DGTI im Dresdner Kongresszentrum über aktuelle Forschungsergebnisse und neueste Erkenntnisse aus. "Die Transfusionsmedizin hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt", erklärte Präsident Bein. Dresden sei als Standort des DFG-Forschungszentrums für regenerative Therapien, das zugleich Exzellenzcluster ist, ein idealer Austragungsort für die Tagung.

Vorgestellt wurden dem internationalen Publikum unter anderem die bahnbrechende Entdeckung Dresdner Forscher, denen es gelungen ist, Blutkörperchen der Blutgruppe A in die Universalblutgruppe 0 umzuwandeln (DNN berichteten). "Wir haben erstmals den Einfluss sogenannter microRNA bei der Bildung von Blutgruppen nachgewiesen", sagte Professor Torsten Tonn vom Lehrstuhl für Transfusionsmedizin der Technischen Universität Dresden. Mit der Entdeckung dieser Wirkweise könnten die Blutgruppen hoch- und hinunter reguliert werden. "Damit haben wir das Tor für viele weitere Forschungen geöffnet", erklärte der Experte. In Kombination der Stammzellenforschung sei die Entdeckung ein wichtiger Grundstein, um langfristig künstliches Blut für klinische Anwendungen zu züchten. "Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg", sagte Tonn.

Jedes Jahr werden im gesamten Bundesgebiet mehr als vier Millionen Euro gebraucht. Besonders viel Blut benötigen Krebspatienten zur Chemotherapie, Menschen die neue Organe transplantiert bekommen aber auch ältere Menschen, die am Herzen operiert werden. Allerdings gibt es ein Problem: "In Zukunft kann es zu Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven kommen", erklärte Präsident Bein. Grund sei die demografische Entwicklung. Immer mehr ältere Menschen würden immer mehr Blut benötigen. Demgegenüber gebe es immer weniger junge Menschen, die ihr Blut spenden. "Besonders gravierend ist das Problem in Sachsen", sagte Tonn. Weil viele Schulabgänger immer jünger würden, könnten die Blutspendedienste in der Schule keine neuen Spender gewinnen. Blutspenden können Jugendliche erst ab einem Alter von 18 Jahren. "Wenn wir die jungen Menschen nicht schon in der Schule an die Blutspenden heranführen, bleiben sie uns oft für ihr ganzes Leben verloren", sagte Tonn.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2014

Katrin Tominski

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