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Blitzer auf der Bergstraße bringt es sofort zu einer stattlichen Bilanz

Verkehr Blitzer auf der Bergstraße bringt es sofort zu einer stattlichen Bilanz

Der Blitzer auf der Bergstraße bringt es schon am ersten Tag auf eine stattliche Bilanz. Die absehbaren Strafen für die Temposünder sind allerdings nur eine Nebeneffekt. Der Blitzer könnte die Stadt vor einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge bewahren.

Gerade erst aufgebaut und schon im Dauereinsatz – der neue Blitzer auf der Bergstraße.
 

Quelle: Archiv/Tino Plunert

Dresden.  Der neue Blitzer auf der Bergstraße hat schon am ersten Tag mehr teure Fotos gemacht als andere Radarfallen in Dresden im ganzen Jahr. Nach den Angaben der Stadt stellte die Anlage stadtauswärts kurz hinter der Luftmessstation zwischen Dienstag Nachmittag und Mittwoch Mittag schon 255 Temposünder fest. Wie hoch die Geschwindigkeitsüberschreitungen waren, kann die Stadt erst nach Auswertung der Kontrollaufnahmen sagen.

255 Raser in weniger als einem Tag sind eine stattliche Bilanz. Der Blitzer auf der Bautzner Straße an der Einmündung Löwenstraße stellte im gesamten Vorjahr 265 Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Schlicht hochgerechnet auf 365 Tage würde es die Anlage auf der Bergstraße auf mehr als 93 000 Fotos bringen und damit die Jahresleistung der Blitzer stadteinwärts an der Waldschlößchenbrücke (17457) und der Radeburger Straße (10 902) weit übertreffen.

Dresden will Fahrverbote für Diesel verhindern

Dabei ist die Bestrafung von Temposündern an der Bergstraße nur ein Nebeneffekt. Schließlich arbeitet die Anlage mit wissenschaftlichem Attest.

Die Deutsche Umwelthilfe hat Städten, in denen der Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wird, mit Klage gedroht. Am Ende eines solchen Rechtsstreits könnte ein gerichtlich verfügtes Fahrverbot für Dieselfahrzeuge stehen.

Die Stadt will das verhindern. Die größten Probleme gibt es an der Bergstraße. An der dortigen Messstelle war die Stickoxid-Belastung jahrelang höher als zulässig und lag auch über den Werten der beiden anderen Messstellen in Dresden an der Winckelmannstraße/Schnorrstraße und der am Schlesischen Platz. Erst im vergangenen Jahr konnte an der Bergstraße der Grenzwert eingehalten werden, dies hatte seinen Ursache jedoch vor allem in günstigen Wetterverhältnissen.

Grüne Welle und Tempokontrollen verbessern die Luft

Gemeinsam mit Experten des Lehrstuhls für Verbrennungsmotoren an der TU hatte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bei einer Studie herausgefunden, dass „eine grüne Welle und eine regelmäßige Kontrolle der Höchstgeschwindigkeit an Steigungsstrecken verkehrsreicher Straßen“ die Luftqualität nachhaltig verbessern könnten. Bei einem Diesel-Pkw (1,6 Liter Hubraum) verdoppele sich der Schadstoffausstoß bei Tempo 60 gegenüber der Fahrt mit 50 Kilometern pro Stunde von 400 auf 820 Milligramm Stickoxid pro Kilometer gestiegen.

Schon vor dem Aufstellen des Blitzers hatte die Stadt ermittelt, dass die Höchstgeschwindigkeit an der Bergstraße häufig überschritten wird. Bei einer Zählung mit 12 500 Autos sei mehr als die Hälfte schneller als mit 50 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen. Nach Ansicht des Umweltamtes der Stadt ergab sich mit diesen Erkenntnissen eine Möglichkeit, wie die Überschreitungen der Grenzwerte „relativ einfach“ eingedämmt werden könnte. Die Geschwindigkeitsüberschreitungen scheinen sich zu bestätigen, der Umwelteffekt bleibt abzuwarten.

Von Ingolf Pleil

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