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Blitz-Marathon in Dresden: Weniger Verstöße als erwartet

Den Temposündern auf der Spur Blitz-Marathon in Dresden: Weniger Verstöße als erwartet

Zum europaweiten Blitz-Marathon haben sich die Dresdner Verkehrspolizisten am Mittwochvormittag die Temposünder in der Dresdner Südvorstadt vorgeknüpft. Zwei Stunden lang nahmen die Beamten bei eisigen Temperaturen an der Bergstraße stadteinwärts die Verkehrsteilnehmer ganz genau unter die Lumpe. Große Bußgelder blieben jedoch aus.

Die Geschwindigkeitsmessanlage an der Bergstraße in Dresden.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  „Achtung, da kommt ein roter Caddy“ tönt es am Mittwochvormittag aus dem Funkgerät von Uwe Jänichen. Der Polizeihauptkommisar schnappt sich schnell die Kelle und wartet auf das entgegenkommende Fahrzeug, um den Fahrer herauszuwinken. Knapp 300 Meter entfernt ist ein Messgerät platziert, das den Wagen „geblitzt“ hat. Der Fahrer kurbelt die Scheibe herunter. „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“ weist Jänichen an. Schnell gibt der Polizist Entwarnung: Zu schnell war der Fahrer nicht, stattdessen nehmen die Beamten eine routinemäßige Fahrzeugkontrolle vor. „Natürlich geht einem im ersten Moment die Pumpe, aber ich wusste ja, dass ich nichts falsch gemacht habe“, meint der kontrollierte Bannewitzer. Nach ein paar Minuten darf sich der Fahrer wieder auf den Weg machen. „Normalerweise sind reine Verkehrskontrollen unüblich. Da es aber heute sehr ruhig ist, können wir die Verkehrsteilnehmer etwas genauer unter die Lupe nehmen“, erklärt Jänichen im Nachhinein.

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„Den Temposündern auf der Spur“ lautete das Motto der Dresdner Verkehrspolizei am Mittwochvormittag. Bei eisigen Temperaturen nahmen die Beamten die Verkehrsteilnehmer an der Bergstraße stadteinwärts ganz genau unter die Lupe. Die DNN waren waren beim Blitzermarathon dabei.

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Während Autofahrer auf der Dresdner Bergstraße sonst gern die 80 km/h-Marke knacken, verhält sich der Großteil der Verkehrsteilnehmer an diesem Mittwochvormittag regelkonform. Nach knapp einer Stunde stehen gerade einmal vier Namen auf der Liste von Uwe Jänichen. „Normalerweise haben wir an dieser Stelle innerhalb von zwei Stunden um die 40 Geschwindigkeitsüberschreitungen“, erklärt der Polizeihauptkommisar. Hinzu kommen meist noch mehr als 100 weitere Tempoverstöße, die den Beamten zum Zeitpunkt der Kontrolle durch die Lappen gehen. „Zu dritt können wir immer nur ein Fahrzeug anhalten. Das macht aber nichts: Das Messgerät arbeitet ununterbrochen weiter und speichert die Daten, so dass alle Verstöße im Nachhinein verfolgt werden können“, so Jänichen weiter.

Das geringe Ausmaß erklärt sich der Hauptkommisar durch die starke mediale Ankündigung des Dresdner Blitzermarathons: „Ich habe selbst um 7.30 Uhr im Radio davon gehört. Natürlich stellen sich die Autofahrer vorab darauf ein.“ Das sei aber nicht schlimm, schließlich gehe es den Beamten nicht darum, Leute zu jagen oder zu kriminalisieren. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht zum Spaß da ist, sondern im Ernstfall auch Leben retten kann – auch, wenn das nicht immer alle Autofahrer einsehen wollen.“

Die meisten Fahrer akzeptieren das Bußgeld

In seinen knapp elf Dienstjahren hat Uwe Jänichen die unterschiedlichsten Reaktionen erlebt: „Natürlich gibt es immer Leute, die ihre Fehler nicht einsehen wollen und auf uns Polizisten schimpfen. Das kann dann schon mal in einem Gerichtsverfahren enden.“ Der Großteil bleibe aber glücklicherweise ruhig und akzeptiere das Bußgeld. Besonders im Bereich des Verwarngeldes bei Verstößen bis 21 km/h gäbe es so gut wie nie Wutausbrüche. „Oft lachen die Autofahrer sogar über die geringe Summe oder nehmen es schon vorab in Kauf, im Ernstfall 30 Euro zahlen zu müssen“, so Jänichen weiter. Das sei gefährlich und müsse dringend überdacht werden. „Die Bußgeldregelungen sind seit Jahren nicht angehoben worden. Bei Unfällen können aber bereits wenige km/h entscheidend sein“, appeliert der Polizist.

Erster Blitzmarathon seit 2015

Die Kontrolle an der Dresdner Bergstraße ist Teil des europaweiten Blitzermarathons, der einmal jährlich durchgeführt wird. Im vergangenen Jahr hatte sich die sächsische Polizei wegen der angespannten Personallage nicht am Blitzermarathon beteiligt. Stattdessen wurde gemeinsam mit dem ADAC die Aktion „Blitz for Kids“ zum Schuljahresstart organisiert. Beim Blitzmarathon 2015 waren rund 4600 Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit festgestellt worden - 1450 weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden in Sachsen im Jahr 2015 knapp 130 000 Fahrzeuge kontrolliert.

Eine Bilanz für 2017 kann die Polizeidirektion Dresden zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ziehen, da der Blitz-Marathon bis 24 Uhr durchgeführt werden soll.

Von Justine Büschel

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