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Lokales Blaues Wunder und evangelische Heilig-Geist-Kirche feiern 125 Jahre ihrer Errichtung
Dresden Lokales Blaues Wunder und evangelische Heilig-Geist-Kirche feiern 125 Jahre ihrer Errichtung
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07:30 03.07.2018
Die Brücke mit dem Untergerüst, das im Dezember 1892 abgebaut wurde. Fotografie von James Aurig (1857-1935) in der „Ortsgeschichtlichen Sammlung Blasewitz und Umgegend“ von K. E. Scherz. Quelle: Wolfgang Junius
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Erst stand die Brücke, kurz danach das Gotteshaus. Das Blaue Wunder und die evangelische Heilig-Geist-Kirche in Dresden-Blasewitz verbindet mehr miteinander als bislang angenommen. Beide sind im selben Jahr eingeweiht worden: 1893. Die ersten Menschen passierten am 15. Juli die Brücke, der Sakralbau öffnete am 15. Oktober seine Türen - in exakt einem Vierteljahr Abstand also. Dass dies kein Zufall sein konnte, fand Hans-Peter Hasse, einer der vier Pfarrer der Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz, bei seinen Recherchen rasch heraus. Nun lassen Kirchgemeinde und Stadtteil beim Jubiläum diese historische Verbindung wieder aufleben.

Als erstes Erinnerungsstück haben sie den „Elbethaler“ von damals neu prägen lassen (DNN berichteten am 18. Juni). Bei dem sind Brücke und Kirche buchstäblich zwei Seiten einer Medaille.

Eine Ausstellung mit alten Fotografien vom Bau der Brücke, die noch bis bis 20. Juli im Ortsamt Blasewitz zu sehen ist, weist auf eine weitere Verbindung. Zusammengetragen hat diese Aufnahmen Karl Emil Scherz (1860-1945). Er, der Architekt, der die Blasewitzer Kirche entwarf, verstand sich auch als Ortschronist und legte diese „Ortsgeschichtlichen Sammlung Blasewitz und Umgegend“ an.

Eine zweite Ausstellung wird bei einem Gottesdienst am 15. Juli in der Heilig-Geist-Kirche und im Kirchgemeindehaus Blasewitz eröffnet. Sie präsentiert Fotografien des Blauen Wunders aus der Gegenwart. Aufgenommen hat sie Franz Zadnicek. Der 1954 in Weimar geborene, 1960 nach Dresden gezogene Künstler machte sich schon zu DDR-Zeiten mit Ausstellungen einen Namen. Seit 1993 ist er Museumsfotograf der Städtischen Museen und veröffentlicht Bildbände. In Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat er die Brücke bei Hochwasser und im Winter festgehalten, in der Abenddämmerung, bei Eisgang auf der Elbe, bei Silvesterfeuerwerk oder im Nebel am Morgen.

Die Heilig-Geist-Kirche, Sebastian-Bach- / Ecke Berggartenstraße, ist von 1891 bis 1893 aus rötlichem Backstein als neugotische Saalkirche gebaut worden. Eine Besonderheit ist ihre reiche Gliederung aus Sandstein. Sie besitzt einen hohen, schlanken Turm, dessen Helm vier kleinere Nebenspitzen zieren. Darin hängt heute nur noch eine Glocke. Ursprünglich waren es einmal vier. Drei aber mussten im zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke auf dem Hamburger Glockenfriedhof abgeliefert werden.

Es gehörte zu den ersten Gebäuden, die der in Blasewitz geborene Karl Emil Scherz, Schüler des Architekten und Historismus-Theoretikers Constantin Lipsius (1832-1894), entwarf. Innen war die Kirche ursprünglich mit prächtigen Jugendstilmalereien ausgestaltet. Die jedoch wurden überstrichen, als Handwerker den Sakralbau 1969 bis 1972 unter Leitung des Architekten Fritz Steudtner restaurierten. Auch Altar, Kanzel und Taufstein wurden völlig neu gestaltet. So bietet sich die Ausstattung dem heutigen Besucher modern dar.

Die Kirche gehört neben der Versöhnungskirche an der Schandauer Straße in Striesen und der Bethlehemkirche an der Marienberger Straße in Tolkewitz zur Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz. Mit ihren rund 7000 Mitgliedern zählt sie zu den größten in der sächsischen Landeskirche.

Ausstellungseröffnung während des Gottesdienstes in der Heilig-Geist-Kirche, Sebastian-Bach / Ecke Berggartenstr. am 15. Juli, 10 Uhr; bis 15. Oktober auch im Gemeindehaus Sebastian-Bach-Str. 13, geöffnet nach Gottesdiensten und mittwochs 17 bis 19 Uhr.

Ortsamt Blasewitz, Naumannstr. 5, geöffnet Mo. und Fr. 9-12 Uhr, Die. und Do. 9-18 Uhr

Von Tomas Gärtner

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