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Blaues Wunder – Sanierungspläne drohen zu platzen

Dresden-Loschwitz Blaues Wunder – Sanierungspläne drohen zu platzen

Die ab April geplante Sanierung des Blauen Wunders ist fraglich: Die Ausschreibung für die in diesem Jahr vorgesehenen Reparaturarbeiten an defekten Stahlteilen ist geplatzt. Womöglich wird nun erst 2019 gebaut. Das dürfte vor allem Autofahrer freuen.

Dunkle Wolken brauen sich über dem Blauen Wunder zusammen: Aus den städtischen Sanierungsplänen wird in diesem Jahr wohl nichts. Aus Kostengründen.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die ab April geplante Sanierung des Blauen Wunders ist fraglich: Die Ausschreibung für die in diesem Jahr vorgesehenen Reparaturarbeiten an defekten Stahlteilen ist geplatzt. „Die Angebote auf die Ausschreibung sind erheblich zu teuer“, teilt die Stadtverwaltung auf DNN-Anfrage mit, ohne auf die Frage nach konkreten Summen einzugehen. Da man im Straßen- und Tiefbauamt in den ursprünglichen Planungen von einer relativ langen Bauzeit bis Mitte Oktober ausgegangen ist, könnte das gesamte Vorhaben ins Jahr 2019 verschoben werden. Andernfalls würde eine Winterbaustelle drohen, die in aller Regel die Baukosten in die Höhe treibt.

Entschieden ist in dieser Sache noch nichts, betont die Stadtverwaltung. „Wir prüfen gerade, wie wir damit umgehen und wie wir den Bauablauf neu gestalten“, heißt es aus dem Straßen- und Tiefbauamt. Am Mittwoch wolle man dazu mehr mitteilen.

Sollte die Sanierung verschoben werden, könnten vor allem Autofahrer aufatmen, deren Weg häufiger über die 125 Jahre alte Brücke führt. Wegen der Bauarbeiten sollte für 20 Wochen die zweite Fahrspur in Richtung Blasewitz wegfallen. Die Stadt wollte das zum Anlass nehmen, den Verkehrsfluss auf der künstlich verschmälerten Brücke unter realen Bedingungen zu untersuchen und zu prüfen, ob Pläne, eine der drei Fahrspuren Radwegen zu opfern, realistische Chancen haben. Simulationen hatten dafür ein Verkehrschaos prognostiziert.

In Wirtschaftskreisen gibt es klare Vorstellungen, wer an der geplatzten Ausschreibung Schuld hat. Viele Kommunen arbeiteten mit veralteten und viel zu niedrigen Kostenschätzungen, heißt es. So erklärte Franz Voigt, Präsident der Industrie- und Handelskammer Chemnitz und bis Dezember Geschäftsführer des größten vogtländischen Bauunternehmens – der VSTR AG Rodewisch –, zu den Bauausschreibungen von Kommunen: „Das erleben wir ständig, dass die Kostenschätzungen der öffentlichen Hand sich auf einem Stand bewegen, der vor drei bis vier Jahren aktuell war. Die Angebote der Baufirmen liegen regelmäßig um rund 30 Prozent darüber. Dies aber entspricht absolut dem derzeit gültigen Preisniveau. Die Kosten für Personal und Material sind seit 2015 gestiegen, und auch die Auflagen im Umweltbereich sind härter geworden. Da reicht ein Blick auf die Deponiekosten für belastete Böden.“

Die Stadt will bis 2030 rund 45 Millionen Euro für die Sanierung des Blauen Wunders ausgeben. Unklar ist, wie sich eine etwaige Verzögerung auf diese Pläne auswirkt. 2019/20 sollte die gesamten Brücke eigentlich – nach dem Austausch defekter Stahlteile – einen neuen Anstrich erhalten.

Von Barbara Stock und Uwe Hofmann

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