Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Bitte keine Dreiraum-Wohnungen!
Dresden Lokales Bitte keine Dreiraum-Wohnungen!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 18.05.2017
Baukultur darf nicht ausgeblendet werden, fordern die Grünen.  Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

 Nach der Expertenanhörung zu den Standards für den sozialen Wohnungsbau am Montag hat die CDU-Fraktion einen Änderungsantrag zur Vorlage der Stadtverwaltung angekündigt. „Wir haben große Bedenken gegenüber einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, aber wir sind Demokraten und werden uns an der inhaltlichen Debatte beteiligen“, erklärte Peter Krüger, finanzpolitischer Sprecher der Christdemokraten.

Krüger warnte davor, die Standards für Sozialwohnungen zu sehr abzusenken. „Die Diskussion über die Balkons kann ich nicht nachvollziehen. Eine Wohnung ohne Balkon ist aus meiner Sicht schwer vermietbar.“ Auch an Aufzügen dürfe nicht gespart werden. „Wir brauchen barrierefreien Wohnraum. Es wäre angesichts der demografischen Entwicklung kontraproduktiv, auf Aufzüge zu verzichten.“ Dennoch müsse darauf geachtet werden, dass die Mieter von Sozialwohnungen nicht bessergestellt werden als die Menschen, die mit eigenem Einkommen ihre Mieten bezahlen.

Sparpotenziale sieht der CDU-Finanzpolitiker vor allem bei den Wohnungsgrößen. Wenn beim Bau von Sozialwohnungen nicht die Maximalgrößen ausgeschöpft würden, könnten für das gleiche Geld mehr Wohnungen gebaut werden. In diesem Punkt ist sich Krüger mit Michael Schmelich, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, einig. „Ökologisch ist jeder Quadratmeter, der nicht gebaut wird. Wir müssen über die Wohnungsgrößen nachdenken“, so Schmelich.

Alle Fraktionen seien eingeladen, in den nächsten drei Wochen die Vorlage der Verwaltung zu überarbeiten und zu korrigieren. „Ich habe aus der Anhörung mitgenommen, dass es wenig sinnvoll ist, Dreiraum-Wohnungen zu bauen“, so Schmelich. Sowohl bei den Genossenschaften als auch bei der Vonovia sei der höchste Leerstand bei dieser Wohnungsgröße zu verzeichnen, während kleine und große Wohnungen fehlen würden.

Schmelich würde gerne für die Förderung von Sozialwohnungen ein Punktesystem entwickeln, wonach es für die Erfüllung bestimmter Standards Punkte gibt und die Gesamtpunktzahl eines Vorhabens für die Vergabe der Fördermittel entscheidend ist. Dabei sollte unbedingt auch die Qualität der Fassaden eine Rolle spielen. „Das Thema Baukultur darf nicht ausgeblendet werden.“

Ziel sei es, so Schmelich, auf der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause am 22. Juni die Förderrichtlinie zu verabschieden. Dresden kann in diesem Jahr bis zu 20 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau erhalten. Ein Großteil der Mittel soll für die neue städtische Wohnungsgesellschaft fließen, aber auch private Investoren können sich um die Förderung bewerben, wenn sie Sozialwohnungen errichten.

Die Dresdner Genossenschaften haben bei der Anhörung angekündigt, dass sie das Programm nicht in Anspruch nehmen werden, weil es mit Belegungsrechten für die Landeshauptstadt verbunden ist. Die Genossenschaften wollen aber selbst entscheiden, wer in ihre Wohnungsbestände zieht.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die studentische Initiative Deutschkurse für Asylsuchende (IDA) an der TU Dresden unter die ersten drei Preisträger für herausragende studentische Initiativen im Rahmen des Programms „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ gewählt.

18.05.2017
Lokales Offener Besichtigungstermin - Neue Jugendeinrichtung in Naußlitz

Auf der Wendel-Hipler-Straße 13 in Naußlitz öffnet eine neue Jugendhilfeeinrichtung. Ab Anfang Juni werden dort bis zu 23 unbegleitet ausländische Minderjährige vom Jugendamt rund um die Uhr sozialpädagogisch betreut und untergebracht.

18.05.2017

Die traditionelle Mai-Steuerschätzung lässt Großes für Dresden erwarten: Wenn der Trend nicht ausgerechnet um die Landeshauptstadt einen Bogen machen sollte, werden Rekordeinnahmen in die Stadtkasse fließen.

18.05.2017
Anzeige