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Bitte keine Dreiraum-Wohnungen!

Dresdner Politik diskutiert über den sozialen Wohnungsbau Bitte keine Dreiraum-Wohnungen!

Wie soll eine Sozialwohnung aussehen? Und wie lassen sich Baukosten über 2200 Euro pro Quadratmeter verhindern? Die Dresdner Politik diskutiert über den sozialen Wohnungsbau und sieht einen Lösungsansatz in der Größe der Wohnungen.

Wie sollen Sozialwohnungen aussehen?
 

Quelle: picture alliance / dpa

Dresden.  Nach der Expertenanhörung zu den Standards für den sozialen Wohnungsbau am Montag hat die CDU-Fraktion einen Änderungsantrag zur Vorlage der Stadtverwaltung angekündigt. „Wir haben große Bedenken gegenüber einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, aber wir sind Demokraten und werden uns an der inhaltlichen Debatte beteiligen“, erklärte Peter Krüger, finanzpolitischer Sprecher der Christdemokraten.

Krüger warnte davor, die Standards für Sozialwohnungen zu sehr abzusenken. „Die Diskussion über die Balkons kann ich nicht nachvollziehen. Eine Wohnung ohne Balkon ist aus meiner Sicht schwer vermietbar.“ Auch an Aufzügen dürfe nicht gespart werden. „Wir brauchen barrierefreien Wohnraum. Es wäre angesichts der demografischen Entwicklung kontraproduktiv, auf Aufzüge zu verzichten.“ Dennoch müsse darauf geachtet werden, dass die Mieter von Sozialwohnungen nicht bessergestellt werden als die Menschen, die mit eigenem Einkommen ihre Mieten bezahlen.

Sparpotenziale sieht der CDU-Finanzpolitiker vor allem bei den Wohnungsgrößen. Wenn beim Bau von Sozialwohnungen nicht die Maximalgrößen ausgeschöpft würden, könnten für das gleiche Geld mehr Wohnungen gebaut werden. In diesem Punkt ist sich Krüger mit Michael Schmelich, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, einig. „Ökologisch ist jeder Quadratmeter, der nicht gebaut wird. Wir müssen über die Wohnungsgrößen nachdenken“, so Schmelich.

Alle Fraktionen seien eingeladen, in den nächsten drei Wochen die Vorlage der Verwaltung zu überarbeiten und zu korrigieren. „Ich habe aus der Anhörung mitgenommen, dass es wenig sinnvoll ist, Dreiraum-Wohnungen zu bauen“, so Schmelich. Sowohl bei den Genossenschaften als auch bei der Vonovia sei der höchste Leerstand bei dieser Wohnungsgröße zu verzeichnen, während kleine und große Wohnungen fehlen würden.

Schmelich würde gerne für die Förderung von Sozialwohnungen ein Punktesystem entwickeln, wonach es für die Erfüllung bestimmter Standards Punkte gibt und die Gesamtpunktzahl eines Vorhabens für die Vergabe der Fördermittel entscheidend ist. Dabei sollte unbedingt auch die Qualität der Fassaden eine Rolle spielen. „Das Thema Baukultur darf nicht ausgeblendet werden.“

Ziel sei es, so Schmelich, auf der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause am 22. Juni die Förderrichtlinie zu verabschieden. Dresden kann in diesem Jahr bis zu 20 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau erhalten. Ein Großteil der Mittel soll für die neue städtische Wohnungsgesellschaft fließen, aber auch private Investoren können sich um die Förderung bewerben, wenn sie Sozialwohnungen errichten.

Die Dresdner Genossenschaften haben bei der Anhörung angekündigt, dass sie das Programm nicht in Anspruch nehmen werden, weil es mit Belegungsrechten für die Landeshauptstadt verbunden ist. Die Genossenschaften wollen aber selbst entscheiden, wer in ihre Wohnungsbestände zieht.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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