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Lokales Bis zu 10.000 Menschen bei Pegida-Kundgebung – Teilnehmer greifen Gegendemonstranten an
Dresden Lokales Bis zu 10.000 Menschen bei Pegida-Kundgebung – Teilnehmer greifen Gegendemonstranten an
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17:29 09.09.2015
Nach der Pegida-Demo legten sich einzelne Teilnehmer mit den Gegendemonstranten von "Dresden für alle" an. Quelle: DNNOnline

Allerdings blieb ein Teil der Pegida-Menge nicht friedlich. Mehrere Teilnehmer gingen nach Abschluss der Kundgebung auf Gegendemonstranten los.

In Reaktion auf den Sternlauf des Bündnisses „Dresden für alle“ hatte Pegida erstmals auf eine Demo durch die Stadt verzichtet. Stattdessen gab es dieses Mal drei Reden, in denen einmal mehr Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht wurde. Man habe nichts gegen Ausländer, hieß es. Allerdings meinte einer der Pegida-Redner auch, 95 Prozent aller Asylbewerber seien Wirtschaftsflüchtlinge, meinte ein „Edwin“ am Mikrofon. Und gegen Wirtschaftsflüchtlinge hat Pegida sehr wohl etwas. Auch, dass es Gründe gebe, aus Tunesien oder anderen Ländern überhaupt zu fliehen, wurde pauschal angezweifelt. Die Teilnehmer quittierten dies mit teils gellendem Jubel. Auch FDP-Stadtrat Jens Genschmar fand sich in der Menge.

Auch gegen den Islam habe man nichts, man wolle ein friedliches Miteinander mit gegenseitigem Respekt. Nur sollten Muslime ihren Glauben nicht zu offen ausleben, denn bereits jetzt sieht Pegida eine „Neoislamisierung“. Es drohe die Islamisierung des Abendlandes. Die Zahlen an Islamisten seien bereits jetzt dreimal höher als offiziell angegeben, hieß es. Woher diese Annahme kommt, blieb unbeantwortet. Pegida beschwörte für Dresden Zustände wie in Berlin-Neuköln. Dass dort keiner das Abendland bedroht sieht, wurde nicht erwähnt.

Quelle: DNNOnline
Überhaupt fühlt sich Pegida bedroht und unterdrückt. Ohne jeden Beleg wurde behauptet, die TU Dresden oder die Ärztekammer würden Mitglieder bedrängen, nicht bei Pegida mitzugehen, Schuld daran habe vor allem Oberbürgermeisterin Helma Orosz, deren Rücktritt unter lautem Johlen gefordert wurde. Dass Orosz ihren Rücktritt längst für Ende Februar angekündigt hat, war den Pegida-Organisatoren dabei offenbar entgangen. Auch für die Nicht-Teilnahme an der Diskussionsrunde der Landeszentrale für politische Bildung, die Pegida drei Stunden vor Beginn abgesagt hatte, hatte man eine Begründung: Mitglieder der Antifa hätten auf den Pegida-Teilnehmer gelauert.

Im Anschluss an die Kundgebung kam es am Dr.-Külz-Ring dann zu Ausschreitungen. „Gelauert“ hatte aber niemand. Stattdessen strebten Pegida-Teilnehmer direkt auf die Kundgebung von „Dresden für alle“ zu und versuchten, deren Teilnehmer zu provozieren. An den Einmündungen Schulgasse und Seestraße griffen einzelne Pegida-Teilnehmer schließlich Gegendemonstranten an, nach einigen turbulenten Minuten hatte die Polizei die Situation aber im Griff. Auch auf der St. Petersburger Straße provozierten Pegida-Teilnehmer die Kundgebung von "Dresden für alle", laut übereinstimmenden Berichten kam es zu Rangeleien und Böllerwürfen.

Die Polizei, die mit fast 1300 Beamten vor Ort war, meldete Böllerwürfe sowie eine gefährliche Körperverletzung. Die Personalien der Böllerwerfer, drei Männer im Alter von 17, 34 und 55 Jahren, wurden vor Ort festgestellt. Ersten Ermittlungen zufolge gehörten sie beiden Lagern an. Gegen 20.30 Uhr schlug ein Unbekannter einen 25-Jährigen mit einem unbestimmten Gegenstand auf den Kopf, teilte die Polizei am Abend mit. Der junge Mann musste ambulant versorgt werden.

In den anderen Städten blieben die Pegida-Ableger derweil ohne großen Erfolg. Sowohl in Kassel als auch Düsseldorf blieben die Teilnehmerzahlen nach ersten Informationen deutlich unter den Erwartungen.

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DNN-Online

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