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Lokales Bienenbuffet auf dem Balkon
Dresden Lokales Bienenbuffet auf dem Balkon
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16:56 04.07.2017
Nicht jede Blume, die üppig blüht, bietet Bienen Nahrung. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Jeder kann etwas für Bienen tun – auch ohne eigenen Garten. Und zwar mit der richtigen Pflanzenwahl für Kästen und Kübel. Denn nicht jede Blume – auch wenn sie üppig blüht – bietet für Honig- und Wildbienen Nahrung. Gegenwärtig kann man wunderbar beobachten, wo es summt und brummt und wo nicht.

„Bienen brauchen kohlehydrathaltigen Nektar als Nahrung für sich und Pollen als eiweißreiches Futter für die Nachkommen“, so Tino Lorz, Chef des Imkervereins Dresden. „Allein zur Eigenversorgung benötigt ein Bienenvolk im Jahr etwa 50 Kilogramm Honig und 20 kg Pollen.“ Das ist einer Veröffentlichung des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg zu entnehmen. „Nur der Honig, den die Bienen mehr produzieren, kann der Imker abschöpfen“, erklärt Lorz.

Nicht alles, was auf dem Balkon üppig blüht, bietet auch den Bienen Nahrung. Quelle: Catrin Steinbach

Pelargonien zum Beispiel sind als Bienenweide nur bedingt geeignet, weil sie – wenn überhaupt – lediglich eine „geringe Menge an Nektar“ und ein „mäßiges Angebot an Pollen“ haben, wissen Imker. Vor allem gefüllt blühenden Sorten sehen zwar schön aus, seien aber für die Bienenernährung wertlos. Auch gefüllt blühende Rosen sind zwar was fürs Auge, aber nichts für Bienen.

Bei Wildrosen dagegen oder auch bei Kulturrosen mit einfachen oder nur leicht gefüllten Blüten ist der Tisch für Bienen reich gedeckt. Wer sich einen ausreichend hohen und großen Kübel zulegt, kann sogar auf dem Balkon viele Jahre zum Beispiel eine nicht ganz so üppig wachsende Kletterrose oder auch eine Beetrose ziehen. Zudem gibt es mittlerweile „Balkonrosen“ für den Blumenkasten. Dabei handelt es sich zumeist um stecklingsvermehrte kleinwüchsige Bodendecker- bzw. Zwergrosen, die nicht so tief wurzeln. Auch da findet man Sorten mit ungefüllten oder wenig gefüllten Blüten.

Eine bienenfreundliche Blütenpflanze für den Balkon ist zum Beispiel der Zauberschnee ’Diamond Frost’ (auch Bienenschleierkraut genannt), der mit seinen zarten weißen Blüten von Ferne wie ein weißes Wölkchen wirkt. Des Weiteren bieten Fächerblume (Scaevola), Zweizahn (Bidens ferulifolia ’Samsara’), Duftsteinrich/Steinkraut (Lobularia), Männertreu (Lobelia), Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Vanilleblume (Heliotropium arborescens) oder auch ungefüllte Sorten der Studentenblume (Tagetes) Bienen Nahrung, lässt sich in verschiedenen Veröffentlichungen zum Thema nachlesen.

Eine Biene sammelt an den Blüten des Oregano Nektar. Quelle: Catrin Steinbach

„Kästen oder Töpfe, die mit Kräutern bepflanzt sind, toppen aber alles“, weiß Diplom-Gartenbauingenieurin und Imkerin Antje Aurich. Und das Beste: man kann die Kräuter auch als Würze in der Küche verwenden. Die Liste der Möglichkeiten ist lang: Basilikum, Borretsch, Bibernelle, Oregano, Salbei, Thymian, Ziest, Zitronenmelisse, Pfefferminze oder auch Schnittlauch zum Beispiel bieten sich an. „Allerdings muss man die Kräuter blühen lassen, damit sie für die Bienen einen Wert haben“, so die bienenkundige Dresdner Gartenexpertin. Bei Lavendel und Borretsch hat man es ja ohnehin auch auf die Blüten abgesehen. Bei den anderen Kräutern pflanzt man eben von vornherein zwei und lässt eine zur Blüte kommen.

Apropos Lauch. Er zählt zu den Pflanzen, deren Blüten auf Bienen scheinbar eine geradezu magische Anziehungskraft ausüben. Wer einen Garten hat, dem sei der sehr robuste Kugellauch (Allium sphaerocephalon) empfohlen. Die eiförmigen purpurvioletten Dolden schweben im Juli in 70 bis 100 cm Höhe als zweite Blütenetage im Staudenbeet. Auf einem sonnigen Balkon in einem großen Kübel kann man mit weißem Duftsteinrich (niedrig) oder Zauberschnee (etwas höher wachsend), die beide den Sommer über durchblühen, sicher auch eine tolle Wirkung erzielen und zudem Bienen anlocken. Einen doppelten Nutzen bringen auch Zwergobstbäume, die man auf dem Balkon im Kübel ziehen kann. Oder Heidelbeeren zum Beispiel.

Bienen auf einer Blüte des Kugellauches (Allium sphaerocephalon). Quelle: Catrin Steinbach

„Wichtig ist auch, den Bienen in der pollenarmen Zeit Blüten zu bieten“, macht Antje Aurich auf einen weiteren Punkt aufmerksam, und meint damit den zeitigen Frühling und den späten Herbst. „Denn während Honigbienen erst bei 12 bis 13 Grad auf Nahrungssuche gehen, fliegen Wildbienen und Hummeln schon ab 8 Grad Celsius“, weiß Dresdens Imkervereinschef Tino Lorz. „Im zeitigen Frühling bietet sich an, auf dem Balkon Hornveilchen und Stiefmütterchen zu pflanzen“, so Antje Aurich. Des Weiteren sind Bienen über Töpfe und Kästen mit Frühlingszwiebelblühern dankbar. „Im Herbst stellen Eriken und Stiefmütterchen und im Winter, bei gutem Bienenflugwetter, Christrosen eine wunderbare Bienenweide dar“.

Von Catrin Steinbach

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