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Bewährung für Ex-Chef des Dresdner Stadtjugendrings

Gericht Bewährung für Ex-Chef des Dresdner Stadtjugendrings

Thomas M. wurde am Dienstag vom Dresdner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein juristisch korrektes Urteil, aber dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack.

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Thomas M. wurde am Dienstag vom Dresdner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Quelle: dpa

Dresden. Thomas M. wurde am Dienstag vom Dresdner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein juristisch korrektes Urteil, aber dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Der 46-Jährige war in den 2000-er Jahren Vorstandsvorsitzender der Kindervereinigung Dresden e. V. und Chef des Stadtjugendrings. So kümmerte er sich um Kinder- und Jugendeinrichtungen – vom Bau und Betrieb bis zum Personal. Allerdings war er nicht so selbstlos und gemeinnützig, wie es die Vereinsstatuten vorsehen. Ab 2007 häuften sich Vermutungen, dass da arg gemauschelt wird. 2008 ermittelte die Staatsanwaltschaft und wurde fündig. Einige hunderttausend Euro soll Thomas M. für sich privat abgezweigt haben.

Die Verhandlung 2012 platzte allerdings, da der Angeklagte erkrankt und, ärztlich bestätigt,nicht verhandlungsfähig war. Sein Zustand besserte sich nur langsam. Erst gestern kam es zur Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft warf ihm Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr, Untreue, Anstiftung zur Untreue und Betrug vor. Die Anklage war lang, fast eine Stunde dauerte die Verlesung. Da war einiges zusammengekommen. Allerdings sind die meisten Taten inzwischen verjährt.

Thomas M. hatte, so die Anklage, ab 2002 mit den Chefs einer Dresdner Projektgesellschaft und einer Raumdesign GmbH im Umland einen Deal geschlossen. Er besorgte ihnen Aufträge und kassierte dafür privat nicht unerhebliche „Belohnungsgelder“. Die wurden in die Gesamtsumme eingearbeitet, gingen also zu Lasten der Auftraggeber, die davon nichts wussten. Damit die Sache nicht auffiel, wurden zum Schein Beraterverträge geschlossen. Die Vergabeentscheidungen traf M. am Vorstand der Vereine vorbei oder redete ihnen die Sache schön. So erhielt zum Beispiel die Projekt GmbH den Zuschlag für den Bau eines Kinder- und Jugendzentrums für über 100 000 Euro. Thomas M. kassierte 51 000 Euro.

Er täuschte und manipulierte jahrelang sein Umfeld, schloss überteuerte Mietverträge für ein nicht gebautes Kinderhotel ab. Zudem legte er dem Kita-Eigenbetrieb der Stadt falsche Personalkosten für fünf Kitas vor. Schaden für die Stadt: rund 370 000 Euro. Dies und eine Vereinbarung über eine Projektarbeit für die Kindervereinigung, die er nie leistete, für die er aber 9200 Euro kassierte, waren die beiden einzigen Taten, die noch nicht verjährt waren und für die der 46-Jährige zur Rechenschaft gezogen werden konnte.

Sein Mandant habe sich aus gesundheitlichen Gründen schon lange zurückgezogen, erklärte sein Anwalt. Ganz so lange wohl nicht. Zuletzt tauchte Thomas M. im Zusammenhang mit dem „Verein zur Förderung der Jugend“ 2013 beim Streit um den Betrieb der Kita im Hochland Schönfeld-Weißig auf.

Monika Löffler

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