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Lokales Betrunken das eigene Baby verletzt
Dresden Lokales Betrunken das eigene Baby verletzt
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20:32 26.01.2017
Weil er nicht vorbestraft war, kam Philipp U. mit einer Geldstrafe davon. Quelle: dpa
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Dresden

„Ich lebe von den Zuwendungen meines Vaters“, antwortete der arbeitslose Angeklagte auf die Frage des Richters, wie er denn sein Leben finanziere. Philipp U. scheint sich überhaupt sehr auf seine Eltern zu verlassen. Mit 27 Jahren sollte man eigentlich sein Leben im Griff haben, aber er lebt wohl lieber in den Tag hinein.

Zur Verhandlung am Donnerstag erschien er zunächst auch nicht, Polizeibeamte mussten ihn vorführen. Er habe nichts vom Prozess gewusst. „Ich habe versäumt meinen Briefkasten zu leeren.“ Vierzehn Tage lang? Der Angeklagte wirkte ruhig, fast gleichgültig und langsam – aber er kann auch anders.

Das bekam seine Lebensgefährtin und die gemeinsame kleine Tochter im August 2015 zu spüren. Philipp U. löste Probleme wohl mit Alkohol. Gab es Streit, ging er „saufen“, hatte seine Freundin der Polizei gesagt. An jenem Tag eskalierte die Situation. Stundenlang gab es Zoff. Der Angeklagte bekam sich gar nicht mehr ein und stieß die Frau, die das gerade zwei Monate alte Baby im Arm hatte, zweimal gegen eine Tür. Dabei stieß die Kleine mit dem Köpfchen an den Rahmen. Die Frau flüchtete zur Nachbarin, informierte Polizei und Rettungskräfte. In der Klinik wurde ein Hämatom an der Stirn des kleinen Mädchens festgestellt, das glücklicherweise folgenlos verheilte. Frau und Kind sind inzwischen ausgezogen.

Der Angeklagte tobte weiter, zerschlug Mobillar und verletzte sich dabei an der Hand. Die Wunde hätte genäht werden müssen, aber er weigerte sich zunächst, in den Krankenwagen zu steigen. Stattdessen krakeelte er und drohte, alles kurz und klein zu schlagen. „Als wir in der Notaufnahme ankamen, spuckte er überall rum, beleidigte eine Ärztin und eine Krankenschwester und wollte sich nicht behandeln lassen“, erinnerte sich der Polizist, der Philipp U. gemeinsam mit einer Kollegin in die Klinik gebracht hatte. Auch die beiden Beamten wurden bedroht und auf das Bösartigste beleidigt. Philipp U. bespuckte den Polizisten mehrmals und versuchte ihn zu treten.

Es passiert nicht so oft, dass Polizeibeamte Schmerzensgeld einklagen, die zwei taten es. „Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht“, sagte der Polizeiobermeister. „Als wir ihm erklärten, dass die Sache teuer werden kann, sagte er nur: ,Das interessiert mich nicht. Meine Eltern haben Geld.’“ Mama holte ihren Goldsohn dann auch ab. Der war zwar angetrunken, aber keinesfalls volltrunken, er wusste was er tat, auch wenn er sein Baby sicher nicht absichtlich verletzt hat.

Der 27-Jährige, der nicht vorbestraft ist, wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt, muss dem Beamten 300 Euro und dessen Kollegin 250 Euro Schmerzensgeld zahlen und die Kosten des Verfahrens. Das Geld hat der Arbeitslose nicht – wer wird da wohl zahlen?

Von Monika Löffler

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