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Lokales Betrugsvorwürfe und Rücktrittsforderungen gegen Hans-Jürgen Behr
Dresden Lokales Betrugsvorwürfe und Rücktrittsforderungen gegen Hans-Jürgen Behr
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14:00 09.06.2018
Ex-Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr. Quelle: Archiv/B.L.
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Dresden

Wiedermal Aufregung um das Enfant terrible des Schönfelder Hochlands: Der frühere Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr (CDU) steht in der kommenden Woche wegen Betrugs vor Gericht. Für den Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, Thomas Löser, ist Behr, der noch immer als stellvertretender Ortsvorsteher fungiert, längst nicht mehr tragbar.

Hintergrund sind Vorgänge aus den Jahren 2010 bis 2012. Behr soll als einer der Geschäftsführer der Baustoffhandel und Bauhof Verwaltung BBV GmbH der öffentlichen Hand einen Schaden von mehr als 60000 Euro zugefügt haben. Deshalb muss sich der frühere Ortsvorsteher kommende Woche ab Mittwoch wegen Betrugs vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei der Abrechnung von Kurzarbeit für seine Mitarbeiter immer wieder falsche Angaben gemacht zu haben. Insgesamt werden Behr zehn Fälle von Betrug vorgeworfen. Das Kurzarbeitergeld soll unter anderem witterungsbedingte Ausfälle auffangen. Durch die unkorrekten Angaben habe Behr insgesamt 62474 Euro von der Agentur für Arbeit zu viel gezahlt bekommen.

Schillernder Kommunalpolitiker

Behr war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Sohn erklärte am Telefon, Äußerungen zu den Vorwürfen seien ohnehin nicht zu erwarten. Dafür gebe es ja das Verfahren.

Die Ortsvorsteherin von Schönfeld-Weißig, Daniela Walter (CDU), wollte die Vorwürfe ebenfalls nicht bewerten. Sie habe davon aus den Medien erfahren. Behr sei gewählter Ortschaftsrat und ihr Stellvertreter. Nun müsse der Prozess zunächst abgewartet werden. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, müsse geprüft werden, wie damit umzugehen ist.

Seit der Wende sorgt Behr als schillernder Kommunalpolitiker für Wirbel im Hochland, stritt mit Umweltschützern, drehte mit Dynamo-Präsident Rolf-Jürgen Otto am ganz großen Immobilienrad und bekam für die illegale Asbestentsorgung unter einem Kita-Neubau einmal ein Bußgeld aufgebrummt. Im Hochland fand sein Stil und Einsatz bei den Eingemeindungsverhandlungen aber auch Sympathisanten.

Bei den Grünen gibt es die wohl kaum: Nach unserer politischen Auffassung ist Herr Behr, der bereits mehrfach in höchst dubiose Geschäfte verstrickt war, in diesem Amt nicht zu halten, stellt Fraktionschef Löser klar. Er habe aber den Eindruck, Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) halte eine schützende Hand über den „Hochlandpascha“.

Von Ingolf Pleil

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