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Lokales Bessere Bedingungen für Radfahrer lassen auf sich warten
Dresden Lokales Bessere Bedingungen für Radfahrer lassen auf sich warten
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14:05 08.11.2018
Eine Strecke am Bischofsweg ist bereits asphaltiert und markiert . Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

„Wir sind alarmiert, wie langsam es vorangeht“, sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied des Dresdner Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club e. V. . Damit meint er die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes, was im März 2017 vom Stadtrat beschlossen wurde. Bis 2025 sollen alle 447 Maßnahmen, angefangen bei kleinen Ausbesserungen bis hin zum Bau von neuen Radwegen, fertig sein.

Der Dresdner Allgemeine Deutsche (ADFC) beobachtet das Voranschreiten kritisch. Auf der Internetseite www.radwatch-dresden.de dokumentiert der Verein die Verwirklichung des Konzeptes genau. Bisher konnten laut dieser Seite 18 Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Acht davon seien allerdings bereits vor dem Beschluss Konzeptes umgesetzt worden, erklärt Larsen.

Das entspreche jedoch gerade mal vier Prozent nach eineinhalb Jahren. „Wenn es bei dieser Geschwindigkeit bleibt, dauert die Umsetzung noch 45 Jahre“, rechnet Larsen vor. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain pocht dagegen auf die bisherigen Erfolge in Sachsen Dresdner Radverkehr. Immerhin wurden für die Umsetzung des Konzeptes extra sieben Stellen in der Stadtverwaltung geschaffen. Doch was ist denn seit dem Beschluss tatsächlich passiert? Wir haben uns den aktuellen Stand genauer angesehen

Welche Vorhaben konnten bereits umgesetzt werden?

Wie Schmidt-Lamontain mitteilt, sind folgende Maßnahmen 2018 umgesetzt worden: Die Brücke über den Niedersedlitzer Flutgraben am Elbradweg in Tolkewitz wurde saniert. Auch der Körnerweg taucht unter den abgeschlossenen Maßnahmen auf. Das trifft allerdings nur auf rund 150 von insgesamt 750 Metern zu. Außerdem konnte die Radroute an der Winterbergstraße zwischen Dobritzer Straße und Altdobritz erneuert werden.

Der Radweg an der Sachsenallee zwischen Florian-Geyer-Straße und Ziegelstraße wurde saniert, ebenso der Knotenpunkt Goetheallee/Käthe-Kollwitz-Allee. Auch der Abschnitt entlang des Loschwitzer Wiesenweges ist inzwischen fertig. Hier hat sich der Feldweg zum asphaltierten Radweg gemausert. Außerdem installierte die Stadt insgesamt 88 Fahrradbügel, unter anderem an der Sebnitzer Straße und an der Friedensstraße.

Welche Maßnahmen werden derzeit gebaut?

An zwei Stellen in der Stadt sind die Bauarbeiten derzeit in vollem Gange. So wird die Brücke am Alberthafen saniert. Diese wird rege von Radfahrern genutzt, die auf dem Elbradweg in der Friedrichstadt unterwegs sind. Außerdem wird das Pflaster am Bischofsplatz derzeit beseitigt, die Straßenseite in Richtung Pieschen ist mittlerweile asphaltiert und mit einem markierten Abschnitt für Radfahrer versehen. Bis zum 10. November sollen die Bauarbeiten dort abgeschlossen sein.

Was sagt der ADFC dazu?

Mit der Arbeit des Stadtrates in Sachen Radverkehr sei man derzeit sehr zufrieden, sagt Rolf Leonhardt, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Sachsen. Dennoch gehe es vor allem wegen der Finanzierung nicht vorwärts. Um das Radverkehrskonzept bis 2025 realisieren zu können, werden insgesamt rund 45 Millionen Euro benötigt. Das sind durchschnittlich fünf Millionen pro Jahr. „Im Doppelhaushalt sind aber nur 2,5 Millionen Euro für 2019 und 2 Millionen für 2020 vorgesehen“, kritisiert Larsen.

Abseits der Finanzen tauche das Radverkehrskonzept außerdem nicht in allen geplanten Vorhaben auf. Nilsen nennt die Hansastraße im Bereich unter der Eisenbahnbrücke sowie die Bautzner Straße auf Höhe der Priesnitzbrücke als Beispiele. Für Leonhardt zeigt das die Halbherzigkeit der Stadtverwaltung gegenüber den Vorhaben im Radverkehr, die sich dringend ändern müsse. In der Theorie müsste eine Maßnahme pro Woche umgesetzt werden, um die Ziellinie bis 2025 zu erreichen. Machbar, sagt Nilsen: „Viele Maßnahmen sind Kleinigkeiten, wie Markierungen. Deshalb halten wir das auch für realistisch“.

Maßnahmen in den nächsten Jahren

2019 -Radwege Albertstraße zwischen Carolaplatz und Albertplatz -Radwege Bautzner Straße zwischen Albertplatz und Hoyerswerdaer Straße im Zusammenhang mit DVB-Maßnahme -Elberadweg rechtselbisch zwischen Flügelwegbrücke und Altkaditz -Querung Güntzplatz -Radwege Kesselsdorfer Straße/Julius-Vahlteich-Straße Höhenpromenade in mehreren Stufen -Sophienstraße zwischen Brüdergasse und Augustusbrücke -Markierungen Friedrichstraße, Fetscherstraße -Ausfahrten markieren am Kleinzschachwitzer Ufer -Verkehrsorganisation im Knotenpunkt Schneebergstraße/Schlüterstraße -Radweg an der Wernerstraße -196 Fahrradabstellanlagen

2020 -Radwege Striesener Straße, Borsbergstraße im Bereich Fetscherplatz -Ausbau des Parallelweges zum Elbradweg in Johannstadt und Blasewitz -Querungshilfen an Ortseingängen -Erneuerung der Markierungen an der Winterbergstraße zwischen Schilfweg und Dobritzer Straße -Knotenpunkt Radeberger Straße -Waldschlösschenstraße, Ergänzung Radweg in westliche Richtung -Querung Radweg zwischen Reitbahnstraße und Marienstraße am Dippoldiswalder Platz -Entschärfung Unfallhäufung mit Radfahrerbeteiligung am Knotenpunkt Reichenbachstraße/Fritz-Löffler-Straße – Verbesserungen an Reicker Straße, Spenerstraße, Winterbergstraße/ Karcherallee

www.dresden.de/Radverkehrskonzept

www.radwatch-dresden.de

Von Lisa-Marie Leuteritz

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