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Lokales Besondere Einsatzgruppe des Ordnungsamtes kämpft mit Personalmangel
Dresden Lokales Besondere Einsatzgruppe des Ordnungsamtes kämpft mit Personalmangel
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15:45 21.09.2016
Die Besondere Einsatzgruppe des Gemeindlichen Vollzugsdienstes kämpft mit Personalmangel.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Wer das Ordnungsamt nur mit dem Verteilen von Knöllchen in Verbindung bringt, springt eindeutig zu kurz. „Nein“, erläutert Jutta Gerschner, Leiterin des Gemeindlichen Vollzugsdienstes, geduldig. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs, wie es so schön heißt, sei nur ein kleiner Ausschnitt der Tätigkeit des Außendienstes im Ordnungsamt.

Die Verkehrsüberwachung sei eines von drei Außendienstsachgebieten neben dem Stadtordnungsdienst und der Besonderen Einsatzgruppe. Alle drei Sachgebiete sind uniformiert und arbeiten in Schichten von Montag bis Sonnabend. Bei speziellen Anlässen wie der Bunten Republik Neustadt oder dem Stadtfest auch sonntags. Die Funkzentrale des Gemeindlichen Vollzugsdienstes ist täglich von 7 bis 22 Uhr und sonnabends von 9.30 bis 18 Uhr besetzt. Unter der Rufnummer 488 6333 können Bürger auch Probleme melden. „Wir haben sehr viele Anrufe“, so die Abteilungsleiterin, „es gehen aber auch viele schriftliche Hinweise und Beschwerden ein.“

Die Mitarbeiter der Besonderen Einsatzgruppe laufen Streife in den Stadtvierteln und kümmern sich um Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. „Ziel der Besonderen Einsatzgruppe ist es vordergründig, Präsenz zu zeigen und Störungen zu verhindern oder zu beseitigen“, erklärt Gerschner.

Auch die Besondere Einsatzgruppe arbeitet von Montag bis Sonnabend in zwei Schichten, pro Schicht stehen zehn Mitarbeiter und ein Gruppenleiter zur Verfügung. „Für die ganze Landeshauptstadt Dresden“, sagt Gerschner, das Thema „Präsenz zeigen“ stößt an gewaltige Grenzen. „Wir müssen auf Grund der geringen personellen Kapazitäten Prioritäten setzen und diese immer wieder den aktuellen Erfordernissen anpassen.“ In der Altstadt, der Äußeren Neustadt, dem Hechtviertel, Pieschen, Gorbitz und Prohlis sind die Mitarbeiter der Einsatzgruppe regelmäßig unterwegs. In anderen Stadtvierteln oder gar Ortschaften nur, wenn es massive Störungen gibt oder bei Gefahr im Verzug.

Reportage: Auf Streife mit dem Gemeindlichen Vollzugsdienst des Ordnungsamtes

„Wenn das Personal des GVD nicht aufgestockt wird, müssen wir unsere Dienstzeiten anpassen“, sagt die Abteilungsleiterin. Schichten am Wochenende von 18.30 bis 3 Uhr seien dann nicht mehr möglich. Was verheerende Folgen haben könnte, wenn es sich herumspricht. „Bestimmte Leute merken schnell, wenn die Präsenz nachlässt und nutzen das aus.“

Die Mitarbeiter der Besonderen Einsatzgruppe sind besonders ausgebildet zum Beispiel zum Umgang mit gefährlichen Hunden, absolvieren regelmäßig spezielle Trainings und sind auch besonders ausgerüstet. Sie arbeiten regelmäßig eng mit der Polizei zusammen, etwa bei einem Phänomen, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Problem entwickelt hat: Junge Menschen treffen sich zu Partys in der Dresdner Heide. Dezibelstarke Musiktechnik wird mit Quads in den Wald gefahren, hochprofessionelle Bars mit Kühlschränken werden aufgebaut, Notstromaggregate wummern neben den Bassen der Discomusik, meist lodert ein Lagerfeuer. Nachtruhe für die Anwohner? Unmöglich. Auch die Waldtiere dürften wenig Vergnügen an den Waldpartys finden, die die Besondere Einsatzgruppe gemeinsam mit der Polizei unterbindet.

„Da steht man aber schnell mal bis zu 100 Leuten gegenüber. Da können wir Bedienstete aus der Verkehrsüberwachung nicht hinschicken, diese sind für derartige Sachverhalte weder ausgebildet noch ausgerüstet“, erläutert die Abteilungsleiterin, warum für einen Mitarbeiter der Besonderen Einsatzgruppe besondere Anforderungen gelten. 20 Stellen zusätzlich hat der Gemeindliche Vollzugsdienst beantragt. Nicht um mit mehr Knöllchen die Stadtkasse zu füllen, wie oftmals vermutet wird, sondern um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung durch mehr Präsenz und zügiges Agieren bei Störungen zu stärken, wie Gerschner versichert. Für eine Bevölkerung, die von Jahr zu Jahr größer wird. „Viele Menschen sind froh, wenn sie eine uniformierte Fußstreife sehen“, sagt Gerschner. „Wir halten den Beitrag des GVD zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls für sehr wichtig und möglich. Aber das können wir nur mit ausreichend Personal umsetzen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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