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Berliner Politiker stellt neue „Deutsche Leitkultur“ auf dem Neumarkt vor

Buchpräsentation Berliner Politiker stellt neue „Deutsche Leitkultur“ auf dem Neumarkt vor

Da Pegida mit dem Auftritt von Heiko Maas (SPD) beschäftigt war, nutzte der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh die ungewohnte montägliche Ruhe vor der Frauenkirche um sein Buch „Ich deutsch.“ vorzustellen. Das missfällt Kritikern von Links gleichermaßen wie von Rechts.

Der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh möchte eine einladende Leitkultur schaffen.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Da Pegida mit dem gestrigen Auftritt von Heiko Maas (SPD) beschäftigt war, nutzte der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh die ungewohnte Ruhe vor der Frauenkirche, um sein Buch „Ich deutsch.“ vorzustellen. Darin wirbt er für einen „bunten Patriotismus“, der unter dem Begriff „Deutsch sein“ alle Religionen, sexuellen Orientierungen und ethnischen Abstammungen in einem „neuen Wir“ vereinen soll.

Das missfällt Kritikern von Links gleichermaßen wie von Rechts. Statt wie Friedrich Merz oder Thomas de Maizière (beide CDU), die nach Salehs Ansicht ihre „Deutsche Leitkultur“ mittels ausgrenzender Statements definieren, will der 40-jährige Politiker eine einladende Leitkultur schaffen. Dazu gehört eine bedingungslose Gleichberechtigung aller, die Achtung der Gesetze, ein Bewusstsein für die deutsche Vergangenheit mit der zugehörigen Verantwortung und die Anerkennung von Vielfalt als etwas besonders Schützenswertes, zum Beispiel in der Förderung von Zweisprachigkeit.

Anwesend während der Veranstaltung waren auch Peter Brandt, Geschichtsprofessor und Sohn des Alt-Bundeskanzlers Willy Brandt, der ZDF-Journalist Christhard Läpple sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende des sächsischen Landtags, Dirk Panter, die Salehs Ideen zu einer neuen Leitkultur unterstützen.

Auch Saleh sieht in Dresden eine große Herausforderung. „Pegida hat den Neumarkt besudelt. Ich will Dresden wieder ins richtige Licht rücken – als eine offene, europäische Metropole“, sagte der 40-Jährige.

Seit Saleh mit fünf Jahren nach Deutschland kam, beschäftigt ihn die Frage nach einer gemeinsamen deutschen Identität. Dies sollen vor allem moralische Werte sein, an denen sich Migranten orientieren können, aber auch Veganismus und Schwarzwaldklinik, schmunzelte er. „Die Bringschuld für erfolgreiche Integration obliegt der ganzen Gesellschaft“, meint der Berliner Politiker. Viele Flüchtlinge seien dankbar für Schutz und Sicherheit in Deutschland. „Davon sollten wir uns eine Scheibe abschneiden und gesunden Patriotismus leben“, so Saleh.

Von Tomke Giedigkeit

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