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Bergsteigerlegende Reinhold Messner in Dresden

Dramen in der Arktis Bergsteigerlegende Reinhold Messner in Dresden

Bergsteigerlegende Reinhold Messner kommt mit seinem neuesten Live-Multivisionsvortrag am Montag und am Freitag ins Rundkino Dresden. Im Vorfeld äußerte sich der Südtiroler über das aktuelle Projekt, die Recherchen dafür und seine siebente Lebensphase.

Einsam und bitter kalt: Frank Wild und 21 Männer harrten einen arktischen Winter auf „Elephant Islands“ aus. Reinhold Messner widmet sich in seinem Vortrag diesem Drama.

Quelle: privat

Dresden. Nächste Woche kommt die Bergsteigerlegende Reinhold Messner mit dem neuesten Live-Multivisionsvortrag am Montag und am Freitag ins Rundkino Dresden. Im Vorfeld äußerte sich der Südtiroler über das aktuelle Projekt, die Recherchen dafür und seine siebente Lebensphase.

Herr Messner, die Deutschland-Premiere für Ihren neuesten Vortrag „Wild – der letzte Trip auf Erden“ steht bevor. Warum findet die in Leipzig statt?

Reinhold Messner

Reinhold Messner

Quelle: PR

Stimmt, den Vortrag habe ich zwar schon einmal auf einem Festival präsentiert, doch in Deutschland ist es tatsächlich die Premiere. Das hat zum einen damit zu tun, dass ich hier starke Partner habe und ein großes Interesse vorfinde. Zum anderen, weil Leipzig und Dresden, wo ich einen Tag später auftrete, große Bergsteigerstädte sind. Der Hunger nach dieser Art von Erzählungen ist hier ungebrochen, worüber ich mich sehr freue.

Die Berge sind diesmal aber nicht das Thema …

Nein, der Vortrag ist an mein neuestes Buch „Wild“ angelehnt, in dem es um den heimlichen Helden der berühmten Shackleton-Expedition in die Antarktis geht. Denn Frank Wild war es, unter dessen Führung 22 Männer auf einer äußerst abgelegenen Insel einen ganzen arktischen Winter lang ausharrten, während Shackleton Hilfe holte. Der Vortrag läuft aber nicht parallel zum Buch. Unter anderem zeige ich vor über 100 Jahren gemachte Filmaufnahmen und weitere Bilder des großartigen Fotografen Frank Hurley, der die Expedition damals begleitete.

Wie gestalteten sich die Recherchen?

Ich habe Tausende von Seiten gelesen, war an fast allen Stellen, an denen die Geschichte spielt, um mir vor Ort ein eigenes Bild zu machen. In das Buch sind dann natürlich neben meiner Sprache auch meine Erfahrungen eingegangen. Ohne diese hätte ich das Ganze gar nicht schreiben können.

Wäre das nicht auch ein Stoff für einen großen Kinofilm?

Grundsätzlich ja. Mein Vortrag mutet ja ein bisschen wie eine Legende aus ferner Zeit an. Es ist aber eine Stoff aus dem wahren Leben, das oft bessere Geschichten schreibt, als es sich sämtliche Hollywood-Regisseure ausdenken können. Ein Filmprojekt meinerseits gibt es für diese Geschichte nicht, dies wäre zu teuer.

Sie sollen sich aber aktuell mit einem anderen Filmprojekt beschäftigen …

Reinhold Messner (links) bei seiner Antarktis-Durchquerung im Jahr 1989/1990 mit dem deutschen Polarforscher und Buchautoren Arved Fuchs

Reinhold Messner (links) bei seiner Antarktis-Durchquerung im Jahr 1989/1990 mit dem deutschen Polarforscher und Buchautoren Arved Fuchs.

Quelle: privat

Das stimmt. Meine zweite Regiearbeit „Ama Dablam – Drama am heiligen Berg“ ist gerade fertig geworden. In dem Doku-Drama geht es um drei Ereignisse, die sich an der Ama Dablam im Everest-Gebiet tatsächlich abgespielt haben. Sie werden zum einen aus der Sicht der Einheimischen, der Sherpas, zum anderen aus unserer, also westlicher Sicht erzählt. Im Fokus stehen der erste Besteigungsversuch des Berges 1959, von dem zwei Briten nicht zurückkehrten, der illegale Aufstieg 1961 durch Mitglieder einer Expedition von Edmund Hillary sowie die atemberaubende Durchsteigung der Westwand 1979 durch vier Neuseeländer – unter ihnen Hillarys Sohn Peter – , bei der einer aus der Gruppe auf dramatische Art und Weise ums Leben kam. Die drei anderen Schwerverletzten konnten damals unter anderem durch mich gerettet werden. Das Scheitern des Quartetts bezeichneten die Sherpas später als Rache der Götter für den nicht genehmigten Gipfelerfolg knapp 20 Jahre früher durch die Hillary-Expedition.

Wechselt Reinhold Messner jetzt komplett ins Filmgeschäft?

Ich bezeichne es als meine siebente Lebensphase, weil ich mich immer wieder neu erfinden will. Es gibt schon noch Ideen für weitere Filme. Wichtig ist mir immer, Geschichten zu erzählen, die die Menschen berühren.

Die Veranstaltung am Montag ist bereits ausverkauft. Deshalb veranstaltet Reinhold Messner einen kurzfristig angesetzten Zusatztermin am Freitag, um 20 Uhr im Rundkino. Karten für 32,90 Euro gibt es unter der DNN-Ticket-Hotline 0800 2181050 oder auf www.ticketgalerie.de.

Von Martin Pelzl

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