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Bereitschaftspolizei probt im DDV-Stadion den Umgang mit Fußball-Chaoten

300 Polizisten im Stadion Bereitschaftspolizei probt im DDV-Stadion den Umgang mit Fußball-Chaoten

Hässliche Szenen sind bei Fußballspielen – nicht nur in Dresden – leider keine Seltenheit. Um damit umzugehen, hat die sächsische Bereitschaftspolizei im Dynamo-Stadion den Ernstfall geprobt.

Und wieder geht es zur Sache: An einem Stadiontor muss die Polizei gegnerische Fans trennen - Zum Glück ist es nur eine Übung
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Lautstark singend bringen die sogenannten Fans ihren Bus mit bedrohlichem Ausschlag zum Wackeln, kaum dass das Fahrzeug auf dem Parkplatz des Fußballstadions an der Lennéstraße gehalten hat. Lärmend geht es hinaus, es explodieren Knaller und Rauchbomben, die vorrangig jungen Leute feiern sich. Am Einlass dauert es den aggressiven Anhängern zu lange, sie überlaufen die Ordner, müssen von hinzugeeilten Polizisten aufgehalten und zurückgedrängt werden.

Hässliche Szenen, bei Fußballspielen – nicht nur in Dresden – leider keine Seltenheit. In diesem Fall sind die Auseinandersetzungen am Stadioneinlass kein blutiger Ernst, sondern bilden eine der Szenarien, mit denen die sächsische Bereitschaftspolizei den Einsatz bei Fußballspielen erprobt.

Im Dresdner Stadion hat die Polizei am Freitag den Umgang mit gewaltbereiten Fußballfans geübt. Statt echter Hooligans stellten deises Mal aber Polizisten ihre Kollegen auf die Probe. wir waren mit der Kamera dabei.

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Etwa zwei bis drei Mal werden im Jahr solch große Übungen organisiert, bei denen eine ganze Hundertschaft der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) der Bereitschaftspolizei aus Leipzig, Dresden und Chemnitz zusammenkommt, sagt Polizeihauptkommissar Uwe Opelt. Als Hundertschaftsführer ist er seit 2014 dafür verantwortlich, dass es bei Spielen in Dresden friedlich zugeht. Da im Stadioninneren die Ordner zuständig sind und die Polizei nur in Ausnahmesituationen hinzugerufen wird, geht es dabei vor allem um die Zeit vor und nach dem Spiel, wenn beide Fanlager anreisen. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass gegnerische Fußballlager, sobald sie sich begegnen, sofort in die körperliche Auseinandersetzung übergehen“, fasst der 41-Jährige seine Erlebnisse bei der Bereitschaftspolizei zusammen. Geübt wurde entsprechend vor allem, wie sich beide Lager trennen lassen, „so dass die Mehrheit des Publikums ein friedliches Fußballspiel erlebt“.

Wie, das zeigt ein zweites Szenario. Dabei heizt sich im Stadion die Stimmung zwischen zwei Fanlagern auf, anschließend stürmen beide nach außen auf der Suche nach einem Weg zur Gegenseite. Sie finden ein – für Übungszwecke – nicht verschlossenes Tor, drängen sich hindurch und lassen sich dabei auch von den wenigen Ordnern nicht aufhalten. Erneut müssen die Polizisten heranstürmen, sich trennend zwischen beide Gruppen schieben, beide zurückdrängen. Auch als das Tor endlich geschlossen ist, gibt eine kleine Störergruppe keine Ruhe. Eingekesselt zwischen Beamten weigert sie sich, ins Stadion zurückzukehren. Sie werden, so ordnet es einer der Bereitschaftspolizisten an, „offensiv angesprochen“ und „zur Abfertigung“ auf einen Parkplatz gebracht.

Damit ist letztlich ein ganzer Strauß an Vorgängen gemeint: „Die Personalien werden aufgenommen, Beweismittel gesichert und Tatmittel beschlagnahmt“, erläutert Stefan Walther, Sprecher der Bereitschaftspolizei. Aufgabe der BFE sei es, Straftaten festzustellen, Beweise zu sichern und im Idealfall auch die Täter zu identifizieren. Nur so könne, etwa durch eine Schadensersatzklage oder ein Stadionverbot, der Wiederholungsfall verhindert werden.

Und wer sind diese Chaoten? Bei der Übung am Freitag eine einfach zu beantwortende Frage: rund 200 Polizeischüler aus Chemnitz, Leipzig und Schneeberg. Der Rollentausch sei für ihn ganz interessant, meint ein Polizeischüler aus Leipzig, der anonym bleiben will. „Mit der Rolle als Störer fühle ich mich aber nicht wohl.“

Zwei Mal wurde der Torsturm geübt, danach ging es zum nächsten Szenario über, bei dem die Polizei unter sich bleiben wollte. „Wir wollen nicht im Vorfeld unsere Taktiken verraten“, begründet das Hundertschaftsführer Opelt. So etwas mache in der Szene immer schnell die Runde. Die Stadionübung in Dresden wird denn auch nicht die letzte gewesen sein.

Von Uwe Hofmann

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