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Bereits 180 Fälle von Keuchhusten in Dresden

Erkrankung tritt 2017 vermehrt auf Bereits 180 Fälle von Keuchhusten in Dresden

In Dresden treten in diesem Jahr vermehrt Fälle von Keuchhusten auf. Wie das Gesundheitsamt der Stadt auf DNN-Anfrage mitteilte, wurden bis Ende Juli 180 Betroffene dieser durch Bakterien ausgelösten und hoch ansteckenden Erkrankung gemeldet. Im gesamten Jahr zuvor waren es 118 Fälle. Typisch für die Erkrankung ist ein langwieriger, trockener Husten.

Keuchhusten ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege.

Quelle: dpa

Dresden. In Dresden treten in diesem Jahr vermehrt Fälle von Keuchhusten auf. Wie das Gesundheitsamt der Stadt auf DNN-Anfrage mitteilte, wurden bis Ende Juli 180 Betroffene dieser durch Bakterien ausgelösten und hoch ansteckenden Erkrankung gemeldet. Im gesamten Jahr zuvor waren es 118 Fälle. 77 männliche (2016: 47) und 103 (71) weibliche Patienten bekamen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres die Diagnose Keuchhusten.

Auch im Dresdner Uniklinikum zeigt sich diese Entwicklung. „Wir hatten bereits zu Beginn des Jahres etliche Kinder mit Keuchhusten. Die Beobachtung ist also richtig“, sagt Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Da sich die Erfassung der Diagnosen in den vergangenen Jahren nicht geändert habe, müsse man also von einer tatsächlichen Zunahme der Erkrankung ausgehen. Untypisch sei das jedoch nicht. „Wir hatten bereits 2007 und 2012 Höhepunkte, es scheint sich also um einen Fünf-Jahres-Zyklus zu handeln. Die Immunität in der Bevölkerung lässt nach, in der Folge gibt es mehr Krankheitsfälle und die Immunität wird wieder stärker“, beschreibt Prof. Berner.

Keuchhusten ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. Zu Beginn zeigen sich für ein bis zwei Wochen leichte Erkältungsbeschwerden mit Schnupfen, Husten und Schwächegefühl. Danach beginnt die Phase der Husten-Erkrankung, dem die Krankheit ihren Namen verdankt. Typisch ist ein langwieriger, trockener Husten. Es kommt zu anfallsweise auftretenden, krampfartigen Hustenstößen, die häufig mit dem typischen keuchenden Einziehen der Luft enden. Bis zu sechs Wochen können diese Symptome auftreten.

Das ist bereits für einen Erwachsenen unangenehm, bei einem Neugeborenen aber kann die Erkrankung tödlich enden. Umso wichtiger ist eine Impfung. „Neugeborene werden Ende des zweiten, dritten und sechsten Monats geimpft. Erst dann gilt ein effektiver Schutz“, erklärt der Klinikdirektor. Aber: Dieser Schutz ist nicht langanhaltend und nicht zu 100 Prozent sicher. Alle zehn Jahre sollte die Impfung aufgefrischt werden. „Das geht nur im Verbund mit Tetanus und Diphtherie. Einzelnen Keuchhusten-Impfstoff gibt es nicht mehr“, teilt das Gesundheitsamt mit. In Sachsen wird zudem empfohlen, jede Schwangere gegen Keuchhusten zu Impfen, egal, wann die letzte Auffrischung stattgefunden hat. Damit kann ein „Nestschutz“ bei jungen Säuglingen erreicht werden. „Finden Impfungen zu spät statt tritt auch der Schutz verspätet ein“, so das Gesundheitsamt.

Von Christin Grödel

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