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Beklaute eine Teenagerin die eigene Tante?

Vor Gericht Beklaute eine Teenagerin die eigene Tante?

Madeleine P. ist 34, Jessica M. 15 Jahre alt. Beide haben sich über einen gemeinsamen Freund kennengelernt und, trotz des unterschiedlichen Alters, zusammen einiges unternommen. Allerdings auch viel Unfug, deshalb teilen sie sich derzeit auch die Anklagebank im Amtsgericht.


Quelle: dpa

Dresden. Madeleine P. ist 34, Jessica M. 15 Jahre alt. Beide haben sich über einen gemeinsamen Freund kennengelernt und, trotz des unterschiedlichen Alters, zusammen einiges unternommen. Allerdings auch viel Unfug, deshalb teilen sie sich derzeit auch die Anklagebank im Amtsgericht. Beide haben in ihrem Leben nicht sehr viel auf die Reihe bekommen, beide sind, bestätigt sich die Anklageschrift, auch ziemlich dreist. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl, Sachbeschädigung und Bedrohung vor.

Die Angeklagten sollen gemeinsam mit dem Freund von Jessica über einen Stuhl in die Erdgeschosswohnung von deren Tante eingestiegen seien. Als die mit ihrem Lebensgefährten nach Hause kam, fehlten 4000 Euro Bargeld, eine EC-Karte und einen Schlüsselbund. Auch nach einem Besuch der Angeklagten in einem Zimmer eines Hotels am Bonhoeffer Platz fehlte etwas – der Fernseher. Dafür hatten die Gäste ein wahres Chaos hinterlassen, die Kissen aufgeschlitzt und die Federn überall verteilt. Die 15-Jährige soll auch noch eine Mitschülerin mit dem Tode bedroht haben. „Ich werde mein neues Messer an dir ausprobieren. Wenn ich mit dir fertig bin, hast du keine Arme und Beine mehr.“ Dazu schickte die smarte Schülerin noch ein Bild von einem abgehackten Arm. Alles nicht so schlimm, meinte Jessica. „Das war Mädchen-Zickerei. Die wird in der Schule ja eh immer gemobbt.“ Eine sehr schlüssige Erklärung für so eine böse Drohung.

Den Einbruch bei Jessicas Tante wiesen beide zurück. „Ich kenne die nicht und weiß auch noch wo deren Wohnung ist“ erklärte Madeleine P. Das könnte sogar stimmen. Eine Nachbarin hatte an jenem Tag nur Jessica und deren Freund dort rumschleichen sehen. Das stimme nicht, erklärte die Schülerin. „Ich war an dem Tag mit meinem Freund in Bischofswerda und dann mit meiner Mutti bei der Oma.“ Allerdings kann sich die alte Dame daran nicht erinnern, aber daran, dass ihre Enkelin und der „Kerl“ nach dem Einbruch neue Klamotten hatten. Und wie kam die geklaute EC-Karte und die Schlüssel in Jessicas Zimmer? Die waren unter der Matratze gefunden worden. Wie die dahin kamen, kann sie sich nicht erklären. „Da wohnten ja auch andere.“

Die 15-Jährige hat für alles eine Ausrede, kann sich die aber offenbar nicht merken und erzählt dann immer etwas anderes. Manches hat sie ganz verdrängt, zum Beispiel die Aktion in dem Hotel. Man habe dort Geburtsfeier gefeiert, aber weder viel getrunken, noch das Zimmer verwüstet, von Haarfarbe und einem ausgekippten Aschenbecher auf dem Boden abgesehen Ihre Mitangeklagte hatte andere Erinnerungen. „Wir haben die Kissen kaputt gemacht und den Fernseher mitgenommen. Alle waren besoffen. Ich weiß das genau, ich hatte an dem Tag erfahren, dass ich schwanger bin und habe deshalb Crystal genommen.“

Das Baby von Madeleine P. ist inzwischen auf die Welt gekommen. Jetzt ist Jessica schwanger. Der Prozess wird fortgesetzt, es sollen weitere Zeugen gehört werden, vor allem der Freund von Jessica, der ja dabei gewesen sein soll.

Von Monika Löffler

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