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Bei Monilia hilft jetzt nur noch die Schere

Vertrocknete Zweigspitzen an Obstgehölzen Bei Monilia hilft jetzt nur noch die Schere

Wenn jetzt im Garten Triebspitzen vor allem von Obstgehölzen vertrocknen, obwohl ausreichend gegossen wurde, dann ist wahrscheinlich ein Pilz der Verursacher. Momentan haben wir es in den Gärten mit der Monilia-Spitzendürre zu tun“, erklärt Alfred Trapp, Referent im Referat Pflanzenschutz des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, in Pillnitz.

Monilia Spitzendürre bei der Sauerkirsche.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Wenn jetzt im Garten Triebspitzen vor allem von Obstgehölzen vertrocknen, obwohl ausreichend gegossen wurde, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Pilz der Verursacher. Die Gattung heißt Monilia. Es gibt verschiedene Arten. „Wir unterscheiden die Blüten- bzw. Spitzendürre und die Fruchtfäule. Momentan haben wir es in den Gärten mit der Monilia-Spitzendürre zu tun“, erklärt Alfred Trapp, Referent im Referat Pflanzenschutz des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, in Pillnitz.

Betroffen seien vor allem Steinobstarten wie Pfirsich, Kirsche, Nektarine, Aprikose, Zwetschge, Pflaume und Mirabelle. Aber auch bei Zierkirschen, Mandelbäumchen, Forsythia und in manchen Jahren auch bei Apfel und Birne trete Monilia auf.

„Die Gehölze infizieren sich über die Blüte. Begünstigende Bedingungen für eine Infektion sind eine durch kühle Witterung lange Blütezeit und Feuchtigkeit. Da muss es nicht mal regnen, eine Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent reicht aus“, so die Erfahrung des Pflanzenschutzexperten. „Der Pilz wächst durch den Blütenstiel ins Holz, breitet sich immer weiter in Richtung Stamm aus. Durch das Pilzgeflecht wird die Wasserzufuhr unterbrochen und die befallenen Triebe sterben ab. Wobei die Ausbreitung in den Trieben von Steinobst wesentlich stärker ist als beim Apfel“, so der Fachmann weiter. Im Juni komme die Ausbreitung des Pilzes zum Stillstand. „Man sieht das, wenn unterhalb der vertrockneten Triebe die Zweige wieder neu austreiben.“

Was kann man nun gegen Monilia tun? „Man sollte vorbeugend spritzen und zwar in die Blüte“, so Trapp. Entsprechende Fungizide – die alle auf dem Wirkstoff Fenhexamid basieren – gibt es im Fachhandel. Trapp hält das Spritzen für „sehr wirkungsvoll“. Man muss sich natürlich an die angegebene Dosierung und die Spritzzeitpunkte halten. Zudem sei der Einsatz eines Fungizides laut Trapp für Bienen nicht gefährlich. Dass man die Insekten trotzdem nicht besprüht, versteht sich von selbst.

Wer das Spritzen verpasst hat, muss jetzt zur Schere greifen und die verdorrten Zweigteile wegschneiden und nach Zerkleinerung kompostieren. „Da sich der Pilz auf der Unterseite des Triebes weiter ausbreitet als auf der Oberseite, muss man den ersten gesunden neuen Trieb unterhalb des vertrockneten Teiles mit wegnehmen“, erklärt der Pflanzenschutzreferent. „Beim Apfel reicht es, das vertrocknete Blütenbüschel auszubrechen. Bei Monilia geht das ganz leicht.“

Gegen Monilia wirklich resistente Obstsorten gibt es nicht, sagt Trapp. Mandelbäumchen und die sehr beliebte und verbreitete Sauerkirschsorte „Schattenmorelle“ haben sich als besonders anfällig erwiesen. „Die Witterung ist entscheidend für die Stärke des Befalls.“

Von Catrin Steinbach

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